Corunea

Rezension von Stefan Glaubitz

 

It is now almost a century since the last great empire on Corunea collapsed violently. Since then, civilization has retreated, the various races have withdrawn into themselves and nature has once again taken back its right to cover a large part of the lands. The great merchant routes are now nothing more than paths full of potholes. Very often all that is left of the large cities are small villages. Only the ruins, overrun by vegetation, remain silent reminders of the great civilizations that are no more. With the disappearance of the last great imperial power, the ancient Forces of Corunea have awoken and freed themselves once more and taken up their eternal battle. CHAOS against ELEMENTALS, the FALLEN against the WILD – the four Forces confront one another once more, through champions. It is one of these champions that you will personify. A servant of one of these four primary powers that the inhabitants of Corunea call “the Forces”.

 

Spielziel

 

Jeder Spieler schlüpft in die Rolle eines Helden auf der Welt “Corunea”. Die Welt liegt in Chaos und die alten Mächte des Chaos, der Elementaren, der Gefallenen und der Wildnis treten wieder hervor. Die Spieler suchen sich also eine Charakterklasse und gleichzeitig damit auch die Zugehörigkeit zu einer der vier Fraktionen aus. Dann kommt es ganz auf das Abenteuer an. Will man nur ein kurzes Spiel, so wählt man wohl den Kampf in der Arena, frei nach dem Motto, „der letzte Kämpfer der noch steht, hat gewonnen“. Man kann natürlich auch andere Abenteuer spielen. Hier muss ein Spieler einen Botschafter beschützen, ein anderer muss genau diesen töten und ein weiterer muss „nur“ ein verschollenes Artefakt bergen. Man sieht also schon, die Möglichkeiten sind vielfältig, genau wie bei „normalen“ Rollenspielen.

 

Ausstattung

 

„Corunea“ ist ein RCG (Roleplay Card Game = Rollen-Karten-Spiel). Wie bei einem TCG (Trading Card Game) á la Magic braucht man auch für „Corunea“ neben ein paar Würfeln nur die Karten, die man in diversen Packungen erstehen kann. Neben den „Starter Packs“, die alles beinhalten, was zwei Spieler zum sofortigen spielen brauchen, gibt es noch „Adventure Packs“ und sogenannte „Booster Packs“, in denen wahllos zehn verschiedene Karten eingeschweißt sind.

 

Bei „Corunea“ sind die Vorder- und die Rückseiten der Karten wichtig und daher muss man auch beide Seiten genauer betrachten. Die Rückseiten sind zweckmäßig und trotzdem sehr schön gestaltet worden. Das Design erinnert an alte Lederseiten, auf denen die spielrelevanten Anzeigen angebracht worden sind. Die Vorderseiten der Karten sind teilweise sehr schön, teilweise recht bizarr. Das liegt am Photodruck, der einige Karten recht grell wirken lässt. Auch die Übersichtlichkeit einiger Karten könnte besser sein, hat man sich aber erst an den Stil gewöhnt ist dies auch kein Problem mehr.

 

Obwohl man auch Würfel braucht, sind diese leider nicht beigelegt. Allerdings ist am unteren Ende von fast jeder Seite der Spielanleitung ein sechsseitiger Würfel zu sehen, der eine unterschiedliche Augenzahl zeigt. So kann man zufällig eine der Seiten aufschlagen und hat sofort ein Würfelergebnis.

Trotz der teilweise recht gewöhnungsbedürftigen Karten eine sehr schöne Ausstattung.

 

Spielregeln

 

Das Regelwerk von „Corunea“ ist ganze 135 Seiten stark. Das ist sehr viel für ein Kartenspiel, selbst wenn man bedenkt, dass es in zwei Sprachen (englisch und französisch) geschrieben ist. Hat man sich erst einmal durch die Anleitung gekämpft, bleiben zwar keine gravieren Fragen übrig, aber man wird schon öfters wieder Nachschlagen müssen. Spieler mit nur geringen Englischkenntnissen werden es schwer haben die Regeln zu verstehen.

 

Spielverlauf

 

Die Spielvorbereitungen gehören bereits mit zum Spielablauf und hier wird bereits der Grundstein dafür gelegt, ob man erfolgreich ist oder nicht. Zunächst einmal sucht man sich einen der zur Verfügung stehenden Charaktere aus. In den ersten Runden wird das meistens einer sein, dessen Bild den Spieler am ehesten anspricht. Jeder Charakter gehört immer einer oder zwei der vier Fraktionen von Corunea an und es ist wichtig zu wissen welcher, denn nur Gegenstände und Fähigkeiten dieser Fraktionen kann ein Spieler nutzen. Jeder Spieler sucht sich nun eine für seinen Charakter passende Gefolgschaftskarte aus. Dabei muss diese eben zu einer der beiden Fraktionen gehören, die der Charakter auf seiner Karte abgedruckt hat. Diese Gefolgschaftskarten geben den Spielern Vorteile, wie zum Beispiel Wiederholungswürfe bei verpatzen Würfelwürfen. Nun sucht sich jeder Spieler für seinen Charakter drei Fähigkeiten heraus. Natürlich müssen diese Fähigkeiten auch zu ihrer Charakterklasse passen. Dann sind die Gegenstände an der Reihe. Jeder Gegenstand hat einen Rang, je wertvoller und mächtiger, umso mehr Ränge hat er. Mit bis zu fünf Rängen in Gegenständen darf sich jeder Spieler ausrüsten. Natürlich müssen auch diese Gegenstände zum jeweiligen Charakter passen oder „neutral“ sein. Nun sind die Lebenspunkte an der Reihe. Auf der Charakterkarte ist die Anzahl der Lebenspunkte angegeben und nun kommen die Rückseiten von den weiteren Karten ins Spiel. Wie oben erwähnt befindet sich auf jeder Karte eine Lebenspunktanzeige. Legt man nun mehrere Karten passen zusammen, kann man so die Lebenspunkte eines Charakters darstellen. Auf der anderen Seite dies Charakters wird auf dieselbe Weise wie mit den Lebenspunkten eine Leiste für die Fahran-Punkte angelegt. Diese Punkte sind dafür da, als Gebot um die Initiative und für besondere Fähigkeiten benutzt zu werden.

 

Haben alle Spieler ihre Wahl getroffen bieten sie nun Fahran um die Initiative. Der Spieler, der am meisten bietet, gewinnt und ist als erster am Zug. Er sucht sich nun ein „Opfer“ aus und wirft mit zwei W10 (zehnseitiger Würfel). Dieses Ergebnis muss unter dem eigenen Angriffswert liegen. Tut es das, würde der Spieler den Gegner treffen. Nun darf der Verteidiger noch versuchen unter seinen Verteidigungswert zu würfeln. Schafft er das geht der Angriff ins Leere, wenn nicht verliert der Gegner Lebenspunkte. Dazu werden 2 W6 (sechsseitige Würfel) geworfen und mit Modifikatoren, wie Waffen, addiert. Nun ist der nächste Spieler an der Reihe.

 

Der Spieler, dessen Charakter als letztes steht, gewinnt einen solchen Kampf. Natürlich kann man auch größere Szenarien anhand von „Abenteuerbänden“ spielen, doch sollte man bis dahin einiges mehr an Erfahrung im Umgang mit „Corunea“ gewonnen haben. Abenteuerpacks gibt es genauso wie diverse Starter- und Boosterpacks zu kaufen.

 

Spielspaß

 

„Corunea“ ist ein völlig anderes Kartenspiel und mit keinem bis jetzt da gewesenen zu vergleichen. Es ist weitaus komplexer, als jedes bis jetzt auf dem Markt erschienene Spiel. Ist man erst einmal richtig in die Materie eingestiegen so bietet „Corunea“ viel Abwechslung und eine ganze Menge Spaß.

 

Nur wie kommt man dahin? Ein ausführliches Regelstudium ist unumgänglich. Damit ist aber auch sehr, sehr viel Zeitaufwand nötig. Das ist leider aber etwas, was nicht unbedingt jeder Spieler für ein Kartenspiel investieren möchte. Gerade im Vergleich zu allen anderen Kartenspielen ist dies ein eindeutiger Nachteil. Da kann das teilweise sehr schöne Design der Karten auch nicht darüber hinweg trösten.

 

Fazit

 

„Corunea“ versucht beide Seiten, die der Rollenspieler und die der Tranding-Card-Spieler zu bedienen. Dabei schlägt es ganz klar eher in die Richtung der Kartenspieler aus. Rollenspielerische Ansätze sind durchaus vorhanden, haben aber mit richtigem Rollenspiel wenig zu tun. Aber für Sammler und Kartenspieler, ebenfalls für Leute, die gerne mal etwas Neues ausprobieren, ist „Corunea“ bestimmt gut geeignet.

 

(anklicken zum vergrößern)
 

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Corunea”

Insight Games

Erscheinungsdatum: 2007 / 2008

Mindestalter: 12 und älter

ISBN: 3-760164-282014

Erhältlich bei: www.corunea.com

 

Weitere Infos:

Inhalt:

Starterpack

 

  • 1 Regelwerk
  • 71 Karten

 

 

Adventurepack

 

  • 1 Regelbuch
  • 61 Karten

 

 

Booster

 

  • 10 Karten

 


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zuletzt aktualisiert: 14.01.2015 13:21 | Users Online
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