Hamburgum

Rezension von Marcus Krug

 

Das letzte Mac Gerdts mit Rondell? Da das neue Spiel des Autors, das im Herbst zur Messe herauskommt, ohne auskommen muss, wäre dies durchaus möglich. Bei Hamburgum ist uns das lieb gewonnene Element jedoch noch erhalten und sorgt für Ordnung und Übersicht.

 

Spielziel

Dem Kirchenbau gilt diesmal das Streben der Spieler. Im Hamburg des 17.Jahrhunderts versuchen die Spieler möglichst viel Prestige anzusammeln, indem sie, durch kräftiges Handeltreiben unterstützt, beim Kirchenbau helfen.

 

Ausstattung

Was soll man bei Eggert Spielen noch schreiben? Wo Eggert drauf steht, sind Holz und hervorragendes Material drin. Diesmal sogar echte Ziegelsteine und kleine Glöckchen! Das trägt dem Spielspaß zu und macht das Spiel zu einem haptischen Erlebnis.

 

Enthalten sind:

 

 

  • 1 Spielregel
  • 5 Kurzregeln
  • 1 Historische Übersicht
  • 1 Spielbrett
  • 45 Holzwürfel
  • 24 Bauholz
  • 20 Ziegel
  • 5 Kirchenglocken
  • 30 Spendenplättchen
  • 35 Gebäude
  • Spielgeld
  • 6 Holzkirchen
  • 90 Bürgerplättchen
  • 75 Holzscheiben
  • 28 Holzschiffe
  • 5 Rondellsteine
  • 5 Siegpunktesteine

 

 

Spielregeln

Die Spielregel wird durch ein sehr ausführliches Beispiel eingeleitet, dass den Spielern den direkten Einstieg ermöglicht. Der Rest der Regel ist übersichtlich nach den Aktionsmöglichkeiten gegliedert und ermöglicht so schnelles Nachschlagen.

 

Spielverlauf

Hamburgum wird, wie für Gerdts-Spiele üblich, über das Rondell gesteuert. Reihum zieht jeder Spieler seine Spielfigur beliebig viele Felder weiter, wobei bis zu 3 Schritte kostenlos sind, danach muss pro Feld ein Siegpunkt bezahlt werden.

 

Die Aktionsmöglichkeiten:

 

1, 2 und 3) Bier, Zucker und Tuch

Wenn ein Spieler auf diese Felder zieht, erhält er entsprechend eine Ware der angegebenen Art. Die Menge der Rohstoffe kann im Spielverlauf durch den Erwerb entsprechender Gebäude erhöht werden. Waren benötigt man, um an Geld zu kommen, dass wiederum in Baustoffe für den Kirchenbau investiert wird.

 

4) Kontor

Auf dem Feld Kontor darf der Spieler Waren verkaufen oder Baustoffe einkaufen, jedoch nicht beides gleichzeitig. Die Kosten für die Baustoffe steigen dabei mit der zu erwerbenden Menge. So kosten 2 Baustoffe 50 Taler, 5 kosten 200 Taler und 10 schließlich 600 Taler. Die Preise können einer Tabelle entnommen werden.

Die Preise, die man für Waren erhält sind zu Beginn gleich, nämlich 100 Taler. Mit jedem im Verlauf des Spiels gebauten Gebäude des entsprechenden Typs, sinkt der Preis um 10 Taler, bis er am Ende 50 Taler erreicht hat.

Wichtig ist, dass zum Verkauf von Waren Schiffe notwendig sind. Diese können auf 3 verschiedenen Feldern im Hafen stehen. Umso näher sie am Hafen stehen, desto höher ist ihre Kapazität. Diese reicht von 1 bis 3 und gibt an, wieviele Waren mit diesem Schiff pro Runde verkauft werden können. Ein Spieler kann mehrere Schiffe haben.

 

5) Werft

Damit sind wir auch schon bei der Werft, in der Schiffe gebaut werden können. Dafür zahlt man jeweils ein Holz, das man im Kontor gekauft hat. Man setzt das oder die neuen Schiffe auf das hafennächste Feld. Stehen hier schon so viele Schiffe, wie es Spieler gibt, werden sie ein Feld weiter geschoben und das neue Schiff kommt auf das leere Feld. Alle anderen Schiffe werden ebenfalls ein Feld weiter geschoben, die Schiffe auf Feld 1 kommen zurück zum entsprechenden Spieler. So ist für ständige Bewegung im Hafen gesorgt.

 

6) Kirche

Wer hierhin zieht, kann beim Kirchenbau helfen. Er muss hierfür eine bestimmte Anzahl Baustoffe und teilweise auch Geld zahlen. Die Kosten sind wieder einer Tabelle zu entnehmen. Jede Kirche besteht aus 5 Teilen. Die Kosten steigen im Verlauf des Baus. Pro Runde kann ein Spieler beliebig viele Stufen an einer Kirche bauen. Hierfür erhält er jeweils Spielmarker, die er in Siegpunkte umwandeln kann. Es gibt z.B. Siegpunkte für Schiffe im Hafen, für Gebäude einer bestimmte Farbe oder für Bürger in der Stadt.

Darüber hinaus legt der Spieler einen Markierungsstein auf die entsprechende Kirche auf dem Spielbrett. Dies ist für das Bauen der Gebäude wichtig.

Die Spendenplättchen können nur auf dem Kirchenfeld des Rondells gewertet werden.

Wer eine Kirche fertig stellt bekommt Sonderpunkte.

 

7) Rathaus

Hier kann der Spieler nun Gebäude bauen. Er zahlt hierfür ein Stein und ein Holz. ZUr Auswahl stehen Gebäude, die einfach Geld einbringen, andere erhöhen die Produktion von Bier, Tuch oder Zucker und andere gewähren kostenlose Schiffe.

Der Spieler kann nur dort Gebäude bauen, wo diese an eine Kirche angrenzen, an der er bereits mitgebaut hat oder wo eine Verbindung zu bereits gebauten eigenen Gebäuden besteht.

Nach dem Bau legt der Spieler ein Bürgerplättchen auf das Gebäude auf dem Spielbrett. Zur Erinnerung, diese Bürger können über die entsprechenden Spendenplättchen in Prestige umgewandelt werden.

 

Spielende:

Das Spiel endet, sobald alle 6 Kirchen gebaut wurden. Nun werden alle übrig gebliebenen Spendenplättchen gewertet. Wer die meisten Prestigepunkte hat, hat gewonnen.

 

Spielspaß

 

Hamburgum bietet viele Möglichkeiten Siegpunkte zu erwerben. Natürlich muss sich jeder Spieler am Kirchenbau beteiligen, denn hier gibt es die notwendigen Multiplikatoren. Dies sollte von einem Spiel, bei dem es um das Errichten von Kirchen geht, jedoch auch zu erwarten sein. Worauf man sich aber spezialisiert, bleibt jedem Spieler selbst überlassen.

 

Anderen Spielern kann man durchaus auch einiges verbauen, jedoch gibt es keine Möglichkeit Spielern erlangte Siegpunkte wegzunehmen. Generell hält sich der Konfliktgrad von Hamburgum in Grenzen. Dies ist besonders in Anbetracht der kurzen Spieldauer jedoch nicht störend. Man hat als Spieler auch selten das Gefühl lediglich vor sich hin zu spielen, da doch ein gewisser Wettbewerb um die Plätzchen der Kirchen entbrennt. Auch kann man Spielern, die noch keine Kirche fertig gebaut haben, auf dem Brett den Zugang zu gewissen Gebäuden verbauen. Schließlich bietet auch der Hafen mit seinen Schiffen eine gute Möglichkeit die Handlungsmöglichkeiten der Spieler einzuschränken.

 

Geübte Spieler, etwa im Vier-Personen-Spiel, können durchaus in 60 Minuten fertig sein. Damit bietet Hamburgum viel Spielspaß in vergleichbar kurzer Zeit.

 

Das gewohnte Rondell ist natürlich, wie bei bisher allen Spielen von Mac Gerdts enthalten, dennoch fühlt es sich nicht alt an und verbindet die Mechanismen sehr übersichtlich.

Die Grafik mag nicht jedermanns Sache sein, jedoch gewöhnt man sich schnell an die anfangs unübersichtlichen Pastellfarben. So grenzt sich das Spiel jedenfalls von anderen Produkten auf den Markt ab.

 

Fazit

 

Hamburgum ist ein wirklich schönes Spiel. Es ist erfrischend kurz und bietet dennoch viele strategische Möglichkeiten. Es mag nicht das beste Spiel von Mac Gerdts sein, es ist jedoch das bisher zugänglichste. Nicht nur die kurze Spieldauer trägt hierzu bei, sondern auch das schöne Material und die relativ einfachen Regeln. Gleichwohl ist es kein Spiel für Anfänger, da es zu viele Aspekte zu bedenken gibt und insbesondere am Anfang vieles beachtet werden möchte. Dennoch verlangt es vom Spieler wesentlich weniger Abstraktionsvermögen als etwa Imperial.

 

Hamburgum kann damit Spieler empfohlen werden, die ein hochwertiges strategisches Spiel erwarten, jedoch nicht mehr als 90 Minuten investieren möchten. Diese Lücke füllt Hamburgum sehr gut.

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Hamburgum

Autoren: Mac Gerdts

Eggert Spiele

Spieleranzahl: 2 - 5

Spielzeit: ca. 60 - 90 Minuten

Mindestalter: ab 12 Jahren

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:

Inhalt:

 

  • 1 Spielregel
  • 5 Kurzregeln
  • 1 Historische Übersicht
  • 1 Spielbrett
  • 45 Holzwürfel
  • 24 Bauholz
  • 20 Ziegel
  • 5 Kirchenglocken
  • 30 Spendenplättchen
  • 35 Gebäude
  • Spielgeld
  • 6 Holzkirchen
  • 90 Bürgerplättchen
  • 75 Holzscheiben
  • 28 Holzschiffe
  • 5 Rondellsteine
  • 5 Siegpunktesteine

 


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zuletzt aktualisiert: 02.03.2016 11:40 | Users Online
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