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Falsches Grab von Charlaine Harris

Rezension von Christel Scheja

 

Während ihre Vampirserie um die gedankenlesende Kellnerin „Sookie Stackhouse“ nun auch in der Fernsehserie „True Blood“ zu Bildschirmehren kommt, sind ihre Geschichten um Harper Conelly eher unbekannt. Immerhin erscheinen sie nun auch nach und nach in Deutschland.

 

Vor einigen Jahren wurde die junge Protagonistin von einem Blitz getroffen. Sie war für einige Augenblicke tot, konnte aber von ihrem Stiefbruder Tolliver wiederbelebt werden. Neben körperlichen Schädigungen bliebt aber auch noch etwas anderes zurück. In ihr erwachte eine seltsame Gabe. Seither kann sie die Anwesenheit von Toten und den Nachhall ihres Ablebens spüren, manchmal sogar deren Seelen, wenn diese noch nicht „losgelassen“ haben.

So kann sie unter Umständen Mordopfer finden oder deren Todesursache feststellen und so den Forensikern zuarbeiten. Das tut sie auch seit einer ganzen Weile mit Hilfe eines befreundeten Anwalts und reist seitdem mit ihrem Bruder Tolliver durch die USA, denn nicht nur die Polizei, auch Privatleute nehmen ihre Dienste in Anspruch, um sich Gewissheit über das Verschwinden oder Ableben ihrer Lieben zu verschaffen.

Hin und wieder lässt sie sich auch dazu überreden, für Universitätsstudien zu arbeiten. So kommt sie nach Memphis in Tennessie, um an einem wissenschaftlichen Projekt zu arbeiten. Sie soll in einer Art „Blindversuch“ vor Professor Clyde Nunley und seinen Studenten die verschiedenen Gräber betrachten und mehr über die Toten sagen. Dabei entdeckt sie überraschend in einem Grab aus dem frühen 19. Jahrhundert eine zweite Leiche. Es handelt sich um die Überreste eines Mädchens, dass erst vor einem Jahr spurlos verschwunden ist, und mit deren Fall sie sogar schon einmal zu tun hatte. Damals bat die Familie Morgenstern sie, herauszufinden, ob ihre Tochter vielleicht irgendwo in der Umgebung zu finden ist, um sich Gewissheit zu verschaffen.

Harper ist erschüttert und versucht das Erlebnis zu verarbeiten. Doch sie kommt nicht dazu, denn ihre Entdeckung zieht durch die Präsenz und das Interesse der Medien überraschend weitere Kreise und führt zu neuen Morden?

Ist der Mörder näher als sie denkt?

 

Auch „Falsches Grab“ erweist sich als eher ruhiger Roman in dem in erster Linie die Krimihandlung im Vordergrund steht, und die phantastischen Elemente eher zurückhaltend eingesetzt werden. Wirklich gruslig wird es nur an ein oder zwei Stellen. Das buch lebt vor allem durch die atmosphärische Darstellung von Harpers Wahrnehmung und ihre Menschlichkeit. Man fühlt mit ihr, wenn ihr der Kontakt mit den Toten zu schaffen macht und sie selbst vor einer unlösbaren Mauer vor Problemen steht, da diesmal auch ihr Bruder mehr in die ganze Angelegenheit involviert ist als sonst und ihr nicht wirklich die Stütze sein kann, die sie braucht.

Interessant ist auch die Wandlung eines FBI-Agenten, der durch den Kontakt mit Harper lernt, seine Besessenheit in den Griff zu bekommen und heraus findet, was ihm wirklich im Leben wichtig ist.

Wieder spinnt Charlaine Harris einen Teppich aus Lügen und Intrigen, der es in sich hat und am Ende mehr als nur einem Menschen das Leben kostet. Immer wieder führt sie den Leser auf eine falsche Fährte und überrascht schließlich mit einer unerwarteten Lösung.

Angenehm fällt dabei auf, dass sie der Geschichte genau den Raum gibt, die diese braucht und sie nicht unnötig aufbläht.

 

Damit ist „Falsches Grab“ nicht unbedingt das dickste Buch, wird aber auch auf keiner Seite langweilig. Der Roman bietet kurzweilige Unterhaltung um ein Thema, das noch nicht ganz so intensiv von anderen Autoren ausgeschlachtet wurde und macht neugierig auf weitere Abenteuer von Harper Conelly.

 

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Buch:

Falsches Grab

Autorin: Charlaine Harris

Original: Grave Surprise, USA 2006

Taschenbuch, 303 Seiten

dtv, Februar 2009

Übersetzerin: Christiane Burkhardt

 

Titelbild: Darren Winter

ISBN-10: 3423211210

ISBN-13: 978-3423211215

 

Erhältlich bei: Amazon

 

weitere Infos:


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Erstellt: 10.02.2009, zuletzt aktualisiert: 11.05.2021 21:25