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Das Zeichen des Vampirs von Susan Hubbard

Rezension von Christel Scheja

 

Der Erfolg von Stephenie Meyers Romanen hat den Inhalt der meisten anderen Romane, die derzeit mit dem Thema Vampire erscheinen, bereits vorgegeben: Ein Mädchen gerät überraschend in den Bann eines geheimnisvollen jungen Mannes, der mehr ist, als er vorgibt zu sein und verliebt sich in ihn. Hin und wieder gibt es auch Ausnahmen, die den Spieß umdrehen und das Mädchen zu einer Blutsaugerin machen, die eigentlich nur ein normaler Teenager sein will. Und noch weniger Bücher finden eine Variante, die mit nichts von beidem zu tun hat. Dazu gehört auch „Das Zeichen des Vampirs“.

 

Seit sie denken kann, wächst Ariella Montero in dem abgelegenen Herrenhaus auf. Sie weiß nur wenig von der Welt, da ihr Vater sie abschirmt und selbst unterrichtet. In Kontakt mit Gleichaltrigen kommt sie erst, als die Köchin sie mit zu sich nach Hause nimmt und mit ihrer Tochter Kathleen bekannt macht.

Die Freundschaft der beiden entwickelt sich bald zu einem intensiven Band, das bis in die Pubertät anhält, und Ariella erlaubt, die Welt aus der Sicht ganz normaler Jugendlicher kennen zu lernen.

Als sie allerdings dreizehn wird, spürt sie seltsame Veränderungen in sich. Warum kann sie sich im Spiegel nicht mehr richtig sehen und hat das Gefühl diese seien verschwommen und trübe. Woher kommt der Hunger auf Fleisch und Blut, obwohl sie bisher doch vollständig vegetarisch gelebt hat?

Sie stellt ihrem Vater Fragen, doch dieser weicht immer mehr aus, so dass sie selbst im Internet nach Antworten sucht – doch dabei nur noch mehr Rätsel über sich und ihre Umgebung entdeckt. Langsam beginnt ihr zu dämmern, dass sie mehr als die anderen ist – vielleicht sogar ein Vampir.

Und damit beginnt sie auch andere Dinge, sie vorher für richtig gehalten hat in Frage zu stellen: Ist ihre Mutter wirklich tot, wie der Vater all die Jahre behauptet hat? Und wenn nicht, warum ist sie verschwunden? Und was ist ihr Vater?

Während sie immer mehr Unruhe in sich spürt, hat sie auch das Gefühl, von außen her beobachtet zu werden.

Doch erst als Kathleen grausam ermordet wird, erfährt Ariella von ihrem Vater die Wahrheit über seine und ihre Vergangenheit. Das veranlasst das junge Mädchen von Zuhause weg zu laufen, denn sie hat beschlossen selbst nach Antworten auf ihren noch unbeantworteten Fragen zu suchen. Dazu gehört es, nicht nur, ihre Mutter wieder zu finden, sondern vielleicht auch mehr über denjenigen heraus zu finden, der Kathleen ermordet hat...

 

Tatsächlich geht es einmal nicht in erster Linie um Liebe und Romantik, sondern darum, wie ein Mädchen nach und nach ihre wahre Natur und die Geheimnisse um ihre Vergangenheit entdeckt und selbst aktiv nach Antworten sucht. Dabei stürzt sie sich in eine ihr bisher noch unbekannte Welt und lernt zu überleben – als es notwendig wird, tötet sie sogar einmal und hat noch eine ganze Weile mit Gewissensbissen zu kämpfen. Schließlich entdeckt sie das was sie sucht und damit eine Gesellschaft der Vampire, die ganz anders ist, als man sie kennt und ihre eigenen Prinzipien hat. Nach und nach darf man mit Ariella mehr und mehr in die Welt der Vampire eintauchen.

Das ganze wird in einem ausgesprochen nüchternen und sachlichen Stil erzählt. Susan Hubbard verzichtet auf Kitsch und Schwärmereien. Selbst die zarten Gefühle des jungen Mädchens zu Kathleens Bruder Michael bleiben eher verhalten, eine wirkliche Romanze entwickelt sich nicht.

Statt dessen bietet die Autorin Einblick in eine ungewöhnliche neue Welt, die gelungen in den typisch amerikanischen Alltag eingebettet ist und durchaus funktionieren könnte. Für Spannung sorgen die vielen ungelösten Rätsel und auch der Unbekannte, der Ariella zu verfolgen scheint und auf diesem Weg nicht nur Kathleen, sondern auch andere umbringt.

Der Roman ist weitestgehend in sich geschlossen, kann aber problemlos fortgesetzt werden.

 

Alles in allem ist „Das Zeichen des Vampirs“ einer der wenigen Romane um die Wesen der Nacht, der seinen eigenen Weg geht und eine spannende Mystery-Geschichte erzählt, die ohne Kitsch und Klischees, allzu viel Rührseeligkeit und überzogener Romantik auskommt. Wer mehr als nur den x-ten „Bis(s)...“-Klon lesen will, kann hier jedenfalls bedenkenlos zugreifen.

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Das Zeichen des Vampirs

Autorin: Susan Hubbard

Original: The Society of S

Gebunden , 412 Seiten

cbj, erschienen Januar 2009

Übersetzung aus dem Englischen von Anja Galic

Titelbild mit einem Foto von Leanne Lim Walker

ISBN-10: 3570137481

ISBN-13: 978-3570137482

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 16.05.2009, zuletzt aktualisiert: 12.04.2019 10:59