Valdora

Rezension von Christel Scheja

 

Träumt nicht jeder Abenteurer in der Fantasy manchmal von einem Ort, auf dem Gold und Edelsteine quasi auf der Straße liegen, so dass man sie nur einzusammeln braucht, und wo man sein Glück mit ein wenig Planung und Geschick sehr schnell machen kann?

In Valdora sind solche Visionen nicht länger nur die Erfindung von Dichtern und Barden, sondern besitzen ein großes Körnchen Wahrheit. Deshalb kommen immer wieder mutige Männer und Frauen aus allen Teilen der Welt, ob egal Mensch oder Elf, in das „Goldtal“, um heraus zu finden, ob sie ihren Traum wahr werden lassen können.

Doch zunächst müssen sie wie so oft auch noch etwas in ihr Glück investieren.

Vier Städte und zwei Häfen gibt es in Valdora, in denen sie geeignete Ausrüstung und Proviant oder ihre Edelsteine lagern könnten. Nur an diesen Orten ist es ihnen möglich, Aufträge anzunehmen und Ausrüstungsgegenstände zu erwerben, während die Erfüllung und Entlohnung an ganz an anderer Stelle geschieht. So wird schließlich wie in den alten Geschichten jeder zu seines eigenen Glücks Schmied, das weder launische Götter noch unliebsame Rivalen besonders beeinflussen können.

 

 

Spielidee:

 

In “Valdora” schlüpfen die Spieler in die Rolle von zwei bis fünf Abenteurern, die sich frohen Mutes in den Wettkampf stürzen, um am Ende als Sieger dazustehen. Sie starten mit einer gewissen Grundausstattung, um mit dem Ziel möglichst schnell möglichst viele Aufträge zu erfüllen, die ihnen die entsprechenden Werkstätten einbringen.

Dazu muss der Spielplan entsprechend vorbereitet werden. An den dafür vorgesehenen Stellen werden die entsprechenden Edelsteine in vorgegebener Menge nach dem Zufallsprinzip verteilt (deshalb zieht man sie auch aus einem Stoffbeutel), in den Städten werden die vier Bücher mit den Aufträgen und den Ausrüstungsgegenständen aufgebaut. Die Plättchen mit den Werkstätten und die Bonusplättchen werden gesondert bereit gelegt, so dass man im Spiel jederzeit auf sie zurück greifen kann.

Die Spieler erhalten neben ihren beiden Startkarten für den Charakter und die Ausrüstung auch eine Spielhilfe (die in vier verschiedenen Sprachen abgefasst ist), damit sie immer wieder nachsehen können, wie ihre Spielrunde abläuft.

Dann einigen sich die Spieler darauf, wer anfängt. Damit sich diese vorteilhafte Position schnell ausgleicht, erhält der Startspieler nur ein Silberstück, die anderen im Uhrzeigersinn jeweils eines mehr. Damit nicht einer übermäßig viel Silber hortet, darf ein Spieler nicht mehr als sechs Silbermünzen besitzen.

Der Spieler, der am Zug ist, darf sich erst einmal bewegen. Dabei kann er beliebig viele Felder gehen, allerdings nur bis in die nächste Stadt. Begegnet er dabei einem anderen Spieler, muss er diesem eine Silbermünze zahlen, sonst darf er diesen Weg nicht einschlagen, was manchmal sehr nachteilig sein kann.

Im zweiten Teil folgt seine Aktion. Er kann entweder Ausrüstungsgegenstände oder einen Auftrag erwerben, Edelsteine aufladen, Aufträge erledigen, Bargeld auffüllen oder Proviant nehmen. Das ist natürlich von dem Feld abhängig, auf dem er gerade steht, wichtig ist nur zu wissen, dass er nicht mehr als eine Aktion pro Zug durchführen darf. Dann ist der nächste Spieler an der Reihe.

Man benötigt bestimmte Ausrüstungsgegenstände um die Edelsteine oder das Gold bergen zu können – diese sind auf den entsprechenden Ausrüstungskarten abgebildet. Ein Auftrag ist erst dann erledigt, wenn man alle auf der Auftragskarte abgebildeten Juwelen und Metalle eingesammelt und im entsprechenden Domizil des Auftraggebers abgeliefert hat. Dafür erhält man dann ein Handwerkerplättchen in der Farbe des Auftraggebers. Hat er als erster zwei Handwerker einer Farbe erhält er das entsprechende Werkstatt, später dann entsprechende Bonustäfelchen.

Nicht nur die Begegnung mit anderen Spielern, sondern auch der Erwerb oder die Auswahl von Ausrüstungsgegenständen und Aufträgen kostet Geld. Dafür können die Spieler auf entsprechende Silberminen ziehen und ihren Vorrat dort auf maximal sechs Münzen aufstocken.

Das Spiel endet, wenn nur noch Handwerker in einer Farbe vorhanden sind. Dann legen die Spieler die unerledigten Aufträge zurück und rechnen ihre Punkte zusammen, die sich aus den Auftragswerten, den gesammelten Farben, Werkstätten Edelsteine und Bonusplättchen errechnen. Gewinner ist natürlich der Spieler mit den meisten Punkten, Er hat damit sein Glück gemacht.

 

 

Ausstattung:

 

Das Spielmaterial ist genau in der Menge vorhanden, die man für das Spiel mit fünf Teilnehmern benötigt, so dass man gut aufpassen sollte, um nicht die ein oder andere Münze, Edelstein etc. zu verlieren. Letztere kann man ggf noch durch Streudeko ersetzen. Ansonsten sind die Materialien sehr stabil und halten einiges aus.

Ihre Gestaltung ist auf das Spiel und sein Thema abgestimmt, nur sollte man sich nicht von den Farben irritieren lassen. Denn diese richten sich im Spiel vor allem nach den Auftraggebern und nicht nach den Spielern, wie man zunächst denken mag.

Immerhin hat man auch die unterschiedlichen Geschlechter berücksichtigt, so dass Spieler, die darauf Wert legen, aus zumindest zwei weiblichen Charakteren wählen können, obwohl dies für das Spiel selbst keine Rolle spielt.

 

 

Spielregel

 

Es ist vorteilhaft, dass die Spieregeln getrennt wurden und man wirklich nur die in seiner eigenen Sprache in die Hand nehmen muss. Das Spielmaterial kommt übrigens ganz ohne Text aus.

Die acht Seiten der Spielregel sind durchweg sehr übersichtlich gestaltet und großzügig bebildert, damit man alles genau vor Augen aht. Während die ersten vier Seiten das Material vorstellen und sich mit den Vorbereitungen beschäftigen, werden auf den restlichen die Spielzüge erklärt.

Anhand der Illustrationen und einiger Beispiele wird der Ablauf ausführlich und auch für jüngere Spieler verständlich erklärt, besonders die beiden Abschnitte die sich mit dem beschäftigen, „Was im Spiel gerne vergessen wird“ beziehungsweise „Tipps für das erste Spiel“. Sie machen auf die gängigen Fehler aufmerksam und helfen beim Einstieg, was bei den meisten Briefspielen nicht üblich ist.

 

 

Spielspaß

 

Hat man erst einmal ein oder zwei Partien gespielt, geht einem Valdora gut von der Hand, da die Regeln sehr einfach zu erlernen sind, aber auch nicht zu einfach, dass sie gleich langweilig werden. Vor allem die vielen unterschiedlichen Aktionen tragen zur Vielfalt des Spiels bei und sorgen damit für Abwechslung.

Obwohl man insgesamt nicht viel mit den anderen Spielern zu tun hat, da direktes Handeln nicht möglich ist, sollte man ihre Aktionen und Bewegungen doch sehr genau im Auge behalten, denn manchmal können sie auch die eigenen beeinflussen – sei es nun, dass sie eine Karte ablehnen, die man selbst benötigt oder einem den Weg verbauen.

Es geht letztendlich nicht nur um das einfache Einsammeln von Edelsteinen und Gold – zwar kann man auch damit seine Aufträge erfüllen, sondern um effektives Planen und Handeln, um sich einen Vorteil zu schaffen.

Wenn man geschickt genug ist und überlegt vorplant, kann man unter Umständen sogar mehr als einen Auftrag auf einmal erledigen oder damit unterschiedliche Handwerker ergattern. Hin und wieder ist sogar es wichtig, erst eine andere Aktion durchzuführen, um seine Mitspieler in die Irre zu führen oder ihnen dringend benötigte Aufträge vor der Nase weg zu schnappen und sich damit einen Vorteil zu verschaffen. Das bedeutet aber, jederzeit Übersicht über das Geschehen auf dem Spielbrett zu haben und damit sehr viel Aufmerksamkeit während der Spielrunden.

So bestimmt vor allem das eigene Geschick im Planen und Ziehen und weniger der Zufall den Verlauf eines Spiels. Deshalb sollten die Spieler geistig in etwa auf dem gleichen Niveau sein, sonst gerät der Schwächste und Unerfahrenste relativ schnell ins Hintertreffen und kann die Lust verlieren. Bei all der Schadenfreude sollte man das immer bedenken, vor allem, wenn die Familie beteiligt ist. Denn durch das Thema, in dem es sich einmal nicht um Krieg und Kampf dreht, eignet sich „Valdora“ auch sehr gut für fantasybegeisterte Eltern und ihre Kinder.

 

 

Fazit

 

Spielspaß und Abwechslung wird in “Valdora” groß geschrieben. Beides erhält man durch eine Vielzahl von unterschiedlichen Aktionen, deren Einsatz wohl überlegt sein muss. Regel und Durchführung richten sich an Strategiefüchse mit und ohne Erfahrung, die auch einmal ein Spiel ohne Kampf und Krieg schätzen, aber dennoch das Grübeln und Taktieren nicht missen wollen.

Allerdings sollte man beim friedlichen Wettstreit um Gold und Juwelen unter Umständen auch Rücksicht auf jüngere oder unerfahrenere Spieler nehmen, dann kann einem kurzweiligen Vergnügen an verregneten Nachmittagen oder Winterabenden nichts im Wege stehen.

 

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Brettspiel:

Valdora

Autor: Michael Schacht

Übersetzung: Michael Krönert

Illustrationen und Grafik: Miguel Coimbra

Verlag: Abacusspiele

Material: Karton/Papier & Plastik

Spielerzahl: mind. 2-5

Spielmotivation: Strategie, Taktik

Sprache Spielanleitung: DE, EN, FR, IT

Altersempfehlung: 10 - 99 Jahre

Spieldauer: mindestens 60 Minuten

Modellnummer: 3091

ASIN: B001VG6L82

 

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:

Inhalt:

 

  • 1 Spielplan
  • 4 Bücher
  • 111 Karten
  • 78 Edelsteine
  • 1 Handwerkertafel
  • 59 Plättchen
  • 30 Münzen
  • 5 Spielfiguren
  • 1 Beutel
  • Spielregel in vier Sprachen

 


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zuletzt aktualisiert: 02.03.2016 11:40 | Users Online
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