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Drachenmagier von Julia Conrad

Rezension von Christel Scheja

 

Auch wenn Drachen die beliebtesten Fabelwesen sind und immer wieder in Romanen als Heldengefährten auftauchen, so hat es Julia Conrads locker zusammenhängende Drachen-Reihe doch noch nicht geschafft, die Aufmerksamkeit zu erringen, die Romane um Elfen, Zwerge und Orks bekommen haben. Vielleicht liegt dies auch dem komplexen und nicht immer leicht zu erfassenden Universum, dass sie erschaffen hat und durch unzählige Protagonisten zum Leben erweckt.

Das ist auch bei dem neusten Band Drachenmagier der Fall. Er verlangt zwar nicht explizit Vorkenntnisse, wer aber schon ein wenig mit den Gegebenheiten vertraut ist, wird sich besser zurecht finden.

 

Alles beginnt im Wüstenreich Sundar-Bas, in dem eine strenge – aber inzwischen leider auch korrupte - Priesterschaft auf die Einhaltung der Gesetze pocht, die ihnen angeblich ihr Gott, der mächtige Sonnendrache Phuram hinterlassen hat. Wer gegen sie verstößt, und das geschieht schnell, wird als Ketzer gebrandmarkt und ist schneller als er denkt des Todes. Nicht einmal Kinder sind vor dem Schuldspruch sicher.

Das weiß auch Amory, die Tochter eines der Großinquisitoren. Sie teilt das Interesse ihres Vaters an den Kulturen der Vergangenheit, aber nicht dessen morbide Faszination an den Toten alter Zeit. Dennoch muss sie eines Tages dem stummen Ruf in sich folgen und in die Wüste gehen, um mehr über ihre Visionen über Drachen und Menschen heraus zu finden, die ihr keine Ruhe mehr lassen, nicht ahnend, dass sie dabei einem schrecklichen Geheimnis auf die Spur kommen könnte.

Derweil sollen wieder einmal Ketzer und Schwerverbrecher in eine ferne Strafkolonie gebracht werden. Doch niemand ahnt, dass sie diesmal ihr Ziel nicht erreichen. Der Drache, der den Käfig mit den Delinquenten trägt, gerät in die Auswirkungen eines Dimensionsloches und stirbt. Die Gefangenen landen in einem Kratersee. Das Wasser macht sie unsterblich und schenkt ihnen ewige Jugend.

Doch die Freude währt nicht lange, müssen die Überlebenden doch erkennen, dass sie von nun an eine tödliche Krankheit auf andere Wesen übertragen. Während sich die meisten schließlich damit abfinden, im Exil weiter zu leben, beschließen zwei Magier und ein Werwolf jedoch, wieder nach Hause zurück zu kehren und gegen das offenkundige Unrecht der Priester anzukämpfen.

Doch die Rückkehr in die Welt der fünf Sonnen ist gar nicht so einfach, wie sie es sich vorgestellt haben, denn schon bald sehen sie sich Vampiren, Kampfdrachen und anderen gefährlichen Kreaturen, und nicht zuletzt auch ganz anderen magischen Gefahren gegenüber, mit denen sie so nicht gerechnet haben. Und es versteht sich von selbst, dass sie auf ihrer Queste einige unangenehme Wahrheiten über sich selbst und das Geschehen in ihrer Heimat heraus finden ...

 

Interessant ist die Welt, die Julia Conrad entwickelt schon, da sie sich deutlich von den üblichen mittelalterlichen Drachentöter- oder Drachenreiter-Szenarien unterscheidet und den Drachen weit mehr als nur eine Gestalt und Gesinnung gibt. Die unzähligen Beschreibungen erschaffen eine lebendige Atmosphäre in der man die geheimnisvolle Atmosphäre der fantastischen Welt förmlich spürt.

Ebenso sollte man nicht die üblichen Abläufe erwarten, da Action nur in geringen Maße eingesetzt werden und die Protagonisten ihre Probleme eher durch Magie, Witz und Verstand als im offenen Kampf lösen und letzterer niemals Selbstzweck sein scheint. Die Drachen werden äußerst unterschiedlich eingesetzt, denn sie sind nicht nur gut, sondern auch böse und pendeln manchmal sogar zwischen den Extremen.

Damit wird »Drachenmagier« zwar den meisten Ansprüchen an die High Fantasy gerecht, aber ist dennoch nur schwer verdaulich. Die größte Schwäche sind wohl die vielen Sprünge und Handlungsebenen. Lange ist nicht klar, wer eigentlich die handlungstragenden Figuren sind, da immer wieder auch Szenen zum Tragen kommen, die absolut nebensächlich erscheinen. So kann der Faden leicht verloren gehen und den Leser verwirren.

Zudem schreitet die Handlung dadurch nur sehr gemächlich voran. Das führt immer wieder zu unangenehmen Längen und man mag nicht glauben, dass am Ende die Fäden zusammen geführt werden. Das ist wohl auch der Fall, da auf eine Fortsetzung hingearbeitet wurde.

 

Fazit:

»Drachenmagier« erweist sich damit ebenfalls wieder als magisch-epische Fantasy, in der sich farbenprächtige Schilderungen von Kulturen und Szenarien im Vordergrund stehen. Leider ist die Handlung durch eine ungünstige Gewichtung nur leidlich spannend und wegen der vielen Sprünge und Figuren manchmal ziemlich verwirrend. Daher sollte man keine leichte Kost erwarten, sondern ein eher sperriges Werk, das nicht einfach zu verdauen ist.

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Eure Meinung:

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Buch:

Drachenmagier

Autorin: Julia Conrad

Taschenbuch, 464 Seiten

Piper, Juli 2009

Titelbild: Jason Engle

 

ISBN-10: 3492266916

ISBN-13: 978-3492266918

 

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 07.10.2009, zuletzt aktualisiert: 11.09.2019 20:28