Elizabeth Lim ist für die Leserinnen im deutschsprachigen Raum keine unbekannte mehr, denn sie hat diese bereits mit mehreren phantastischen Geschichten im fernöstlichen Setting verzaubert. Das ist auch in ihrem neusten Werk A Forgery of Fate nicht anders, der ein Einzelband zu sein scheint.
Eigentlich wollte Tru Saigas nie zu einer Betrügerin werden, doch nachdem die Familie nach dem Verschwinden ihres Vaters in Geldnot geraten ist, hat sie keine andere Wahl als gefälschte Kunst zu verkaufen. Das wird ihr eines Tages fast zum Verhängnis.
In dieser Stunde der Not bekommt sie ein Angebot, dass sie nicht wirklich ausschlagen kann. Ein geheimnisvoller Drachenlord bietet ihr einen Handel an. Er will ihrer Familie Sicherheit geben, wenn sie sich auf einen Ehevertrag mit ihm und eine Reise in seine Heimat einlässt.
So wirklich eine Wahl hat die junge Frau nicht, aber immerhin bietet die Geschichte dadurch ein spannendes Abenteuer, in dem die Liebesgeschichte eher eine Dreingabe ist, als das Hauptthema.
Deshalb legt die Autorin auch sehr viel Wert darauf, erst einmal das Setting, ihre Protagonistin und deren Familie vorzustellen, ehe es dann so wirklich los geht. Schon das verbreitet durch viele Kleinigkeiten jede Menge Ambiente.
Die Reise und die Abenteuer im Meeresreich haben es in sich und versprühen ebenfalls jede Menge Phantasie und Magie. Das Reich unter den Wellen wird mit vielen Details ausgestattet, die Figuren facettenreich ausgebaut und nicht zuletzt erweist sich die Bedrohung, derer das Mädchenmädchen und der Halbdrache ausgesetzt sind, als heimtückischer und grausamer als vermutet.
Die Helden haben erst einmal gar nicht die Zeit, sich ineinander zu verlieben, aber der gemeinsame Kampf, das Vertrauen, dass sie dabei aufbauen, schmiedet ein starkes Band, das die Beziehung dann um so glaubwürdiger macht, inklusive des Twists, der natürlich die Atmosphäre um so fernöstlicher macht, da diese Wendungen im westlichen Kulturkreis nie vorkommen.
Das alles wird mit sehr viel Liebe zum Detail und einem flotten, kurzweilige Stil erzählt. Gelegentliche Visionen mögen zwar leicht verwirren, sind aber sehr gezielt eingesetzt und treiben die Handlung zudem voran. Das wird vor allem den Fantasy-Fan freuen, der solche Settings und damit verbundene Abenteuer liebt.