In Absolute Superman 4 spitzt sich der Konflikt zwischen Superman und der Lazarus Corporation zu. Der Mann aus Stahl sieht sich gezwungen, eine Forschungseinrichtung des Konzerns zu attackieren, um einen dort inhaftierten Freund zu befreien. Doch genau das hat Ra’s al Ghul – nicht nur Kopf des Dämons, sondern auch von Lazarus – einkalkuliert. Um seine Pläne zu realisieren, soll Superman in Brainiacs Hände fallen.
Im vierten Band kommen Actionfans gleich im ersten Kapitel voll auf ihre Kosten. Denn Jason Aaron (Thanos) lässt Superman und die hochgerüsteten Kräfte von Lazarus aufeinandertreffen. Gleichzeitig kommen aber auch klassische ethische Fragen nicht zu kurz – etwa: Dürfen Menschen/Superhelden töten? Was darf man für eine bessere Zukunftsvision opfern? Der dadurch entstehende Konflikt verleiht der Handlung Tiefe, sodass der Comic sich nicht auf ein reines Actionspektakel reduzieren lässt. Die Stimmung ist düster – allerdings nicht als Selbstzweck, sondern weil es zum Setting passt – und auch die Schurken bleiben nicht eindimensional. Manche Fans dürften Teile der Handlung an moderne Filmklassiker erinnern. Besser als im letzten Band verbindet Aaron dieses Mal die Blicke auf aktuelle und vergangene Ereignisse. Die Zeitsprünge sind an den richtigen Stellen platziert und erweitern zudem den Blick auf die Gegenwart. Zudem hat der Autor eine coole Idee für Supermans ikonisches Cape parat.
Für die optische Gestaltung sind ein weiteres Mal Carmine Di Giandomenico (Batman: Die Reise) sowie Rafa Sandoval (Dark Crisis) verantwortlich. Ihre Panels punkten immer wieder durch eine packende Dynamik. Beide Künstler kreieren ähnliche, aber nicht vollkommen identische Charakterdesigns, die fast durchgängig gelungen sind. Vor allem die Gestaltung des wütenden Superman sieht toll aus. Sandoval patzt am Ende lediglich bei einer Kellnerin, die in mehreren Panels seltsam fremdartig wirkt. Di Giandomenico spendiert dem Stählernen im ersten Kapitel einen richtig starken Auftritt, indem er ihn auf den ersten Bildern der Schlacht bewusst ausspart und schließlich wie einen düsteren Racheengel über dem Inferno schweben lässt. Das wäre allerdings noch beeindruckender, wenn wir den Stählernen hier in einer Einstellung noch näher und seitenfüllend sehen könnten.