Uralte Vampir-Dynastien lenken aus dem Hintergrund die Geschicke der Menschen. London ist ihr Hauptsitz. Lord Crawford gehört der Führungsriege an. Unter seinesgleichen ist er als Menschenfreund bekannt, was nicht alle Vampire gutheißen. In letzter Zeit hat er wiederholt Visionen von Enki, einem der Ur-Vampire. Ihm enthüllen sich Geheimnisse, die sowohl die Welt der Vampire als auch die der Menschen erschüttern.
Mit ihrer Blutfürst-Reihe geht Maika Sonntag das Vampir-Thema von einer gänzlich ungewohnten Seite an. Dabei verbindet sie historische Urban Fantasy mit Elementen der Alternative History.
Mutet die Darstellung der Vampire zunächst gewohnt an – Scheu vor Sonnenlicht und menschliches Blut als Hauptnahrungsmittel –, so kommen im Lauf der Handlung auch ungewohnte Aspekte zutage. Die Ur-Vampire, die die noch bestehenden Vampir-Dynastien gründeten, waren es, die die Welt und die Menschen schufen. Ur-Vampire = Götter.
Auch Ghule erscheinen hier ganz anders als gewohnt. In dieser Welt sind Ghule die bedauernswerten Ergebnisse einer gescheiterten Vampir-Verwandlung. Das alles macht schon deutlich, dass die Autorin deutlich vom gängigen Dracula-Cliché abweicht, zumal ihr Haupt-Protagonist Lord Crawford den Menschen wohlgesonnen ist und danach strebt, sie zu beschützen. Er nährt sich nur von Mördern. Neben ihm lebt die Geschichte aber auch von zahlreichen (menschlichen) Co-Protagonisten. Die diversen Handlungsstränge lassen am Ende des Bandes auch einige Anknüpfungspunkte für die Fortsetzung offen. Wenn diese so gut wie dieser Band ausfällt, könnte »Blutfürst« zu einem echten und innovativen Highlight des Genres werden.
Die Autorin wechselt zwischen den Blickwinkeln einer ganzen Reihe an Charakteren hin und her, was es dem Leser ermöglicht, die Geschehnisse von verschiedenen Seiten zu betrachten.