»Afterburn« macht mit seiner Prämisse etwas Kreatives: Das Drehbuch erschafft mit der Hauptfigur Jake eine Mischung aus Mad Max-Charakter und Indiana Jones, ohne dabei zur reinen Kopie zu werden. Allerdings ist erstaunlicherweise gerade die Darstellung des Jake durch Bautista merkwürdig geraten. In vielen Szenen wirkt er nicht wie derjenige, der die Handlung vorantreibt, sondern im Gegenteil wie derjenige, der getrieben wird. Es fehlt dem Spiel des durchtrainierten Bautista in einigen Szenen die körperliche Präsenz, sodass er den Heldenstatus einbüßt. Gerade in ruhigen Szenen geht ihm das verloren. Gottlob ist das nicht immer der Fall, und wenn Bautista dann actionmäßig loslegt, bleibt kein Auge trocken.
Ihm zur Seite steht mit Olga Kurylenko eine wahre Action-Heroin, die sogar an Sarah Connor aus Terminator 2 erinnert. Ihre körperliche Wucht ist überragend und ihre humoristische Strahlkraft überzeugend.
Und diese Mischung aus Action und Humor ist überzeugend. »Afterburn« ist keine simple Ballerorgie, sondern hat mit einem charismatischen Antagonisten (Kristofer Hivju) sogar charakterliche Tiefe im Ansatz und einen leicht gesellschaftskritischen Hintergrund, wie viele postapokalyptische Filme. Aber »Afterburn« bleibt klar ein locker-flockiges B-Movie und das ist angenehm anzuschauen.
Die Filmmusik schießt allerdings manchmal über das Ziel hinaus und wirkt überdramatisch mit ihrem synthetischen Orchester-Score. Am besten ist die Musik immer dann, wenn sie einen Rock-Musik-Hintergrund hat. Die Verfolgungsjagd mit Autos und Motorrädern unterlegt mit einem Rock-Song funktioniert allerdings wunderbar und macht richtig Spaß.