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Agatha Raisin – Staffel 1

Rezension von Christel Scheja

 

Im Krimiland Nummer 1 muss man sich mittlerweile schon etwas einfallen lassen, wenn man die Zuschauer vor den Bildschirm locken will, denn das ist gar nicht mehr so einfach. Klassiker wie „Miss Marple“ und „Sherlock Holmes“ mögen immer gehen, aber gerade moderne und eigenständige Ideen haben es schwer, in der Masse aufzufallen. Gelungen ist das auf jeden Fall „Agatha Raisin“, dass eine scharfsinnige Ermittlerin ganz anderer Art zeigt.


Agatha Raisin mag zwar den Gipfel ihres Erfolgs erreicht haben und ist eine gefragte PR-Beraterin, aber sie merkt auch, dass sie kurz vor einem Burn-out steht, denn die Arbeit macht ihr nicht mehr wirklich Spaß. Außerdem hat sie die Nase voll von dem Leben in der Hektik der Großstadt und will sich endlich einen lange gehegten Traum erfüllen, denn sie schon seit ihrer Kindheit hat.

Immerhin ist das Geld jetzt da, um nicht nur ein Cottage auf dem Land zu kaufen, sondern auch bis zum Lebensende angenehm in den Tag hinein zu leben, wenn sie nicht all zu viele und vor allem hohe Ansprüche stellt.

Spontan fasst sie den Entschluss, sich ein Haus unweit des Ortes zu kaufen, an dem ihre Familie in glücklicheren Tage immer im Zelt Urlaub machte und ihre Arbeit aufzugeben. Von nun an mischt sie das kleine und beschauliche Örtchen Carlsley auf, denn sie kennt weder die Gepflogenheiten noch die Regeln am Ort und schafft es so immer wieder munter in alle möglichen Fettnäpfchen zu treten.

Doch richtig brenzlig wird es, als ausgerechnet sie des Mordes an einem Preisrichter für einen Quiche-Wettbewerb beschuldigt wird. Denn das weckt nicht nur ihren Zorn, sondern auch die Lust, Straftaten, insbesondere Morde aufzuklären.


Agatha Raisin“ ist eine Serie, die Komödie und Krimi miteinander vermischt. Ersteres geschieht durch den Kulturclash, denn Agatha schafft es als Städterin immer wieder mit viel Genuss in Fettnäpfchen zu treten oder Gepflogenheiten der Landbewohner falsch zu interpretieren und fällt vor allem durch ihr dreistes Auftreten unangenehm auf. Immer noch erfolgsverwöhnt, muss sie bei vielen Dingen ihre Nase vorne haben und kann nicht einmal wirklich zurückstecken, was dafür sorgt, dass nicht jeder sie mag.

Dennoch findet sie Freunde und entwickelt sogar Interesse an ihrem Nachbar, der allerdings unempfindlich für ihren Charme und blind für ihre offensichtlichen Signale ist, was sie mehr als einmal ärgert.

Und so ganz kommt sie natürlich auch nicht von ihrem früheren Leben los und arbeitet gelegentlich weiter als PR-Managerin, was auch die Gelegenheit gibt, die alte Agatha und ihren Londoner-Freundeskreis zu zeigen. Schon bald entsteht um die Heldin herum eine nette Mischung an eigenwilligen bis kauzigen Charakteren, die die Serie bereichern und für noch mehr Chaos sorgen.

Auf der anderen Seite leckt Agatha Blut und ist von da an immer zur Stelle, wenn es darum geht, Morde aufzuklären, sei es nun, dass eine Tote auf einem Feld gefunden wird, ein charmanter, gut aussehender Tierarzt sein Leben lassen muss oder gar eine Braut ertrinkt. Immer wieder mischt sie sich in die Arbeit der beiden örtlichen Ermittler ein, die es ihr aber nicht so übel nehmen, scheint sie doch meistens den richtigen Riecher zu haben und sie auf die richtige Spur zu bringen und muss gelegentlich auch gerettet werden.

Anfangs ist die Heldin durchaus etwas gewöhnungsbedürftig, stellt sie doch die typische, oberflächliche und extrovertierte Großstadtzicke dar. Das ändert sich aber mit der Zeit und man lernt auch die netteren Seiten der Heldin kennen, die das Herz auf dem rechten Fleck hat und auch schon einmal ihre Meinung ändern kann. Dafür sorgt auch die charmante Hauptdarstellerin, die die Herzen der Zuschauer im Flug gewinnt.

Natürlich erlaubt sich die Serie, alle möglichen Klischees des Landlebens einzubringen und dann genüsslich durch den Kakao zu ziehen und die Fälle erfinden das Genre nicht gerade neu, aber die Mischung macht es in dieser liebenswerten Krimikomödie, der liebenswerte Umgang mit den Macken der Figuren und die schrägen Fälle, die nicht immer viel mit der Realität zu tun haben, aber zur Atmosphäre passen.

Bild und Ton sind auf der Höhe der Zeit, neben dem Pilotfilm gibt es auch einiges an auf der DVD befindlichem Bonusmaterial, in dem unter anderem Schauspieler, Figuren und Drehorte genauer vorgestellt werden.


Alles in allem erweist sich „Agatha Raisin“ als flotte und unterhaltsame Krimikomödie zum Wohlfühlen, deren Fälle man zwar nicht sonderlich ernst nehmen kann, die auch manchmal etwas oberflächlich daher kommt, aber alles in allem nach jeder Folge den Zuschauer zufrieden zurücklässt.


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Eure Meinung:

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DVD:

Agatha Raisin – Staffel 1

 

Format: Dolby, PAL

Sprache: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1)

Region: Region 2

Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1

Umfang: 3 DVDS

FSK: 12

Studio: Polyband / WVG, 13. März 2017

Produktionsjahr: 2016

Spieldauer: 480 Minuten

 

ASIN: B01MTT29QJ

 

Erhältlich bei: Amazon

DarstellerInnen:

  • Ashley Jensen
  • Katy Wix
  • Mathew Horne
  • Matt McCodey

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Erstellt: 18.04.2017, zuletzt aktualisiert: 02.08.2020 16:26