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Aktenzeichen: Illegal von Nicolai von Michalewsky

Reihe: Mark Brandis, Bd. 10

Rezension von Christel Scheja

 

Die Gesetze zum Thema Geburtenregelung in den bevölkerungsreichsten Staaten der Erde wie zum Beispiel China, sorgen auch heute immer noch für heftige Diskussionen und Ärger, da hier von den Behörden oftmals mit zweierlei Maß gemessen wird, Eltern und Kinder, die eigentlich nicht mehr hätten geboren werden dürfen, zu Unpersonen abstempeln.

Das war auch schon in den 1970er Jahren so und inspirierte vermutlich auch Nicolai von Michalewski zu einem weiteren Roman seiner „Mark Brandis“- Reihe, dem zehnten Band „Aktenzeichen: Illegal“.

 

Eigentlich will Mark Brandis seinen Urlaub genießen, aber vor den gemeinsamen Wochen mit Ruth O’ Hara in Acapulco erwartet ihn noch ein letzter Tag mit Ärger.

Nicht nur, dass die Ankunft eines wichtigen Gastes verhindert, dass er seinen gewohnten Parkplatz erreichen kann, auch Grischa Romen, sein Pilot und Stellvertreter, ist nicht so bei der Sache, wie es wünschenswert wäre. Denn dieser hat sich in Ko-Ai verliebt, eine Astrophysikerin aus der Delegation der VOR, die ebenfalls im Gebäude weilt.

Mark kann sich bei einem kurzen Gespräch mit John Harris ebenfalls von ihrem Liebreiz überzeugen und hofft, dass die Geschichte für seinen Freund gut ausgehen wird.

Tatsächlich sieht es zunächst so aus, doch die Anforderung der Geburtsurkunde bringt eine erschreckende Wahrheit ans Licht: Ko-Ai, Tochter eines Chinesen und einer Russin ist illegal geboren worden, das dritte Kind ihrer Eltern und damit eine Unperson, denn es gibt keine Geburtsurkunde.

Als der Leiter der Delegation ihre Herausgabe fordert, damit sie ausgelöscht werden soll wie andere „Illegale“, dreht Grischa Romen durch. Mark kann ihn zwar noch besänftigen, bringt sich aber damit selbst zwischen die Fronten, da er seinen besten Freund nicht im Stich lassen kann und auch sein menschliches Moralempfinden es nicht zulassen kann, dass man die junge Frau einfach so umbringt...

 

Kann man sich sicher sein, dass aufgrund der Überbevölkerung in manchen Gebieten heute nicht auch so oder ähnlich verfahren wird, auch wenn Menschenrechtsorganisationen und Religionsführer dagegen Sturm laufen und sich die Weltöffentlichkeit empört zeigt? Dessen kann man sich nicht sicher sein.

Wie sieht es mit illegalen Verhörpraktiken aus. Können die nicht auch manchmal in westlichen Ländern angewandt werden, egal ob der Patient Schaden nehmen könnte, um diejenigen, die noch auf der Flucht sind, zu fassen? Immer wieder bekommt man Fälle mit, in denen der Zweck die Mittel heiligt.

Und nicht zuletzt kommt auch die Macht der Medien ins Spiel, die heute vermutlich noch größer ist als damals – es aber mit Sicherheit weniger Menschen gibt, die ihre Moral über ihre Karriere setzen.

Das sind die Themen, die in „Aktenzeichen: Illegal“ zum Tragen kommen und auch heute immer noch aktuell sind. Zwar hat Michalewski den Ablauf jugendgerecht vereinfacht, schafft es aber wieder mit einfachen Worten und kleinen eindringlichen Szenen die Leser zum Aufhorchen und Nachdenken zu bringen. Dabei kommt auch diesmal die menschliche Seite der Helden zum Tragen – die enge Freundschaft zwischen Mark und Grischa, die Kameradschaft innerhalb der Mannschaft und die Liebe zu den Frauen ihres Herzens. Dadurch gewinnen die Figuren neue Facetten hinzu und wachsen einem um so mehr ans Herz.

 

All das macht „Aktenzeichen: Illegal“ wieder einmal so lesenwert und anrührend – ohne dass der Autor dabei die Spannung vergisst, die sich diesmal nicht im All austobst, sondern in wilden Verfolgungsjagden auf der und um die Erde.

 

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Eure Meinung:

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Buch:

Aktenzeichen: Illegal

Reihe: Mark Brandis Band 10

Autor: Nicolai von Michalewsky

Taschenbuch, 145 Seiten

Wurdack-Verlag, August 2009

Titelbild: Ernst Wurdack

 

ISBN-10: 3938065494

ISBN-13: 978-3938065495

 

Erhältlich bei: Amazon

 

Weitere Infos:


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Erstellt: 08.01.2011, zuletzt aktualisiert: 10.01.2019 15:22