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Alera - Geliebter Feind von Cayla Kluver

Reihe: Alera-Trilogie, Bd. 1

Rezension von Christel Scheja

 

Neben Vampiren ist auch All-Age-Fantasy, möglichst von jüngeren Autoren, die dem Teenager-Alter noch nicht oder gerade erst entwachsen sind, im Trend. So hat auch der Piper Verlag mit der siebzehnjährigen Cayla Kluver aus Wisconsin in den USA eine neue Autorin die in dieses Schema passt, aufgenommen und präsentiert mit „Alera – Geliebter Feind“ den ersten Band ihrer „Alera“-Trilogie.

 

An ihrem siebzehnten Geburtstag wird Alera zur Königin gekrönt. Das bedeutet allerdings nicht, dass ihr Vater die Krone an sie weiter gibt, sondern nur, dass nun das Jahr beginnt, in dem sie sich für einen Gemahl entscheiden muss, den sie an ihrem nachfolgenden Festtag ehelichen muss. Er wird dann an ihrer Stelle regieren, während sie auf die Leitung des Hofes, die Pflicht, Kinder zu gebären und aufzuziehen, reduziert wird.

Das wäre alles nicht so schlimm, wenn ihr Vater nicht ausgerechnet Stendor favorisieren würde, den Sohn seines ersten Heerführers, der zwar blendend aussieht und recht geschickt mit der Waffe umgeht, aber auch sehr arrogant und jähzornig ist.

Immer wieder wird die Prinzessin daran erinnert, dass sie sich für ihn entscheiden soll, da es keinen anderen angemessenen und ebenbürtigen Gemahl im Reich gäbe.

Alera versucht zusammen mit ihrer jüngeren Schwester diese Entscheidung so lange wie möglich heraus zu zögern und tut alles, um sich abzulenken.

Da tritt eines Tages der geheimnisvolle Narian in ihr Leben. Eigentlich wird er als Spion aus dem feindlichen Nachbarreich gefasst und soll gefoltert und verhört werden, dann stellt sich aber heraus, dass er der vor vielen Jahren entführte Sohn einer adligen Familie ist. Diese versucht sich um ihn zu kümmern und ihn wieder zu einem der ihren zu machen, aber der junge Mann ist bereits zu sehr von seinem vorherigen Leben geprägt. Gerade das fasziniert Alera, auch wenn ihr klar ist, dass ausgerechnet Narian der Mensch sein könnte, der aufgrund einer alten Prophezeiung das Reich in den Untergang führen könnte.

 

Man merkt bereits an der Zusammenfassung und den deutschen Titel – „Alera-Geliebter Feind“ ist ein romantischer Fantasy-Roman. Das bedeutet, dass die Liebesgeschichte der Helden im Mittelpunkt steht. Natürlich brauchen beide erst eine Weile, um sich zusammenzuraufen und einander näher zu kommen, und das Glück der Liebe ist ihnen durch den mächtigen und feindseligen Nebenbuhler verwehrt.

So beschäftigt sich Cayla Kluver in erster Linie mit den Sorgen und Nöten der jungen Prinzessin, die eigentlich den ihr bestimmten Mann nicht heiraten will und unendlich fasziniert von dem geheimnisvollen Neuankömmling ist. Das wird immer wieder betont und detailreich ausgearbeitet und zudem mit ein paar dramatischen Wendungen garniert, die allerdings auch nur gängige Klischees bedienen.

Darunter leiden allerdings der Hintergrund und die restlichen Figuren. Der schwelende Konflikt bleibt ebenso wie die Kultur der beiden Reiche sehr schwammig, so dass man nur ahnen kann, dass es sich um ein spätmittelalterliches Setting handelt. Auch Magie ist so gut wie gar nicht vorhanden.

Die meisten Nebenfiguren sind nur sehr oberflächlich charakterisiert, so dass ihre Motive im Dunklen bleiben und ihr Verhalten eher den gängigen Klischees entspricht, so dass es auch dort keine Überraschungen gibt, nicht einmal bei Narian, über dessen Beweggründe für die Rückkehr man auch am Ende dieses Buches noch rätselt.

Alles in allem bleibt die Spannung in dem Roman eher gering. Er ist zwar sehr flüssig geschrieben und bietet unterhaltsame Szenen, aber bedient leider nur all zu bekannte Handlungsmuster, die erfahrene Leser schon zu Genüge kennen.

 

Alles in allem dürfte „Alera – Geliebter Feind“ in erster Linie romantisch veranlagten Mädchen und Frauen gefallen, die weichgespülte Fantasy mögen und noch nicht so viele vergleichbare Werke kennen. Denn so bald das der Fall ist, ist vieles leider zu offensichtlich.

 

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Buch:

Geliebter Feind

Reihe: Alera Band 1

Autorin: Cayla Kluver

Piper-Verlag, August 2010

Gebunden, 556 Seiten

Übersetzung: Henriette Zeltner

Titelbild: Melanie Delon

 

ISBN-10: 3492702163

ISBN-13: 978-3492702164

 

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 05.08.2010, zuletzt aktualisiert: 08.11.2019 08:38