Evie O’Neill ist 17 und wächst in Oklahoma in der besseren Gesellschaft auf. Dass sie die Begabung besitzt, aus persönlichen Gegenständen die Geheimnisse des Besitzers auslesen zu können, ahnt kaum jemand. Bis sie auf einer Party peinliche Geheimnisse eines Jungen offenbart. Der behauptet, Evie hätte ihn verleumdet. Daraufhin schicken ihre Eltern Evie zur Strafe zu ihrem Onkel, dem Direktor des Museums für Aberglauben und Okkultes, nach New York – was sie nicht als Strafe empfindet.
Libba Bray siedelt ihren Fantasy-Mehrteiler im New York der 1920er Jahre an, und lässt die Gesellschaft dieser Zeit mit ihrer Prohibition und illegalen Party-Kultur auf Magie und Mystery treffen.
Evie ist zwar die Protagonistin dieser Geschichte, muss sich diese Rolle allerdings mit einer ganzen Reihe anderer Charaktere teilen, aus deren Blickwinkel die Geschehnisse wechselweise wiedergegeben werden. Dies kann den Leser teilweise etwas verwirren, weil er sich in jedem Kapitel erst auf die jeweilige Person einstellen muss. Dieses Mosaik setzt sich dann aber zunehmend zu einem stimmigen Gesamtbild zusammen.
Neben der eigensinnigen Hauptprotagonistin steht eine Mordserie mit Mystery- und Horror-Elementen im Fokus. Urban-Fantasy-Aspekte spielen dabei eine wichtige Rolle.
Wieso der Klappentext jedoch von »Romantikthriller und prickelnde Slow-Burn-Liebesgeschichte« spricht, bleibt eher unklar, spielen Romantik-Elemente in der Handlung doch keine größere Rolle. Was mich definitiv nicht stört. Die potenziell eher düster veranlagte Handlung wird immer wieder durch humorvolle Szenen aufgelockert. Und wie es beim Auftakt-Band einer Reihe zu erwarten ist, bleiben am Ende natürlich noch ein paar Fäden offen, die Lust auf die Fortsetzung machen.