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Almuric von Robert E. Howard

Rezension von Ralf Steinberg

 

Verlagsinfo:

Esau Cairn ist ein Mann, der nicht in unsere zivilisierte Welt passt. Als er unverschuldet in einen Mordfall verwickelt wird, versetzt ihn ein befreundeter Wissenschaftler mittels einer geheimnisvollen Maschine auf den fernen Planeten Almuric. Dort, inmitten einer urzeitlichen Umwelt mit wilden Bestien, archaischen Kulturen und tödlichen Dämonen, findet der hünenhafte Kraftprotz seine wahre Bestimmung im Überlebenskampf in einer rauen und unwirtlichen Umgebung. Aus dem verfemten Außenseiter auf Erden wird ein gefeierter und umjubelter Krieger, der seine Kampfkünste in vielen gefahrvollen Situationen unter Beweis stellen kann.

 

Rezension:

Gerade kommt eine neue Conan-Verfilmung in die Kinos - keine schlechte Zeit, dem literarischen Vater dieses Fantasyhelden einen Besuch abzustatten. Robert E. Howard schrieb in seinem kurzen Leben eine ganze Reihe von Geschichten. Almuric mag nicht zu den berühmtesten gehören, ist aber in ihrer Art typisch für das Schaffen Howards.

 

Wenn ein Mann nicht in seine Zeit passt, kann er untergehen oder aber er hat wie Esau Cairn das Glück, auf einen Wissenschaftler zu stoßen, der ihn auf einen archaischen Planeten versetzt. Dort beginnt der Bericht des Gestrandeten.

Zunächst sieht er sich einer wilden Umwelt ausgesetzt, die hohe Anforderungen an ihn stellt, wenn er überleben will. Cairn reflektiert sein Leben zwar wie Robinson Crusoe, jedoch baut er sich kein eigenes Reich, vielmehr stählt er seinen Körper im Kampf mit wilden Tieren. Anstatt also selbst Nahrungsmittel anzubauen und so zum Siedler zu werden, wählt Cairn den Weg des Kriegers. Als die natürlichen Nahrungsquellen versiegen, zieht er in die Welt und trifft auch bald auf Menschen, die letztlich seiner Lebensart nahe kommen. Wilde, aber ehrliche Kerle, hart im Nehmen und noch viel härter im Austeilen. Ihre Frauen hingegen sind zierlich, zart und süß. Eine von ihnen interessiert sich für Cairn, wird aber leider von geflügelten Bösewichtern entführt. Ehrensache für Cairn, dass er nicht eher ruht, bis das Böse besiegt und die liebliche Altha gerettet ist ...

 

Zugegeben, der Plot klingt naiv. Heute sind derartige Geschichten mit mehreren gefühlten Makeln belastet. Was aber nichts daran ändert, dass der Roman einige grundlegende Lese-Bedürfnisse befriedigt. Joe R. Lansdale findet dazu im Nachwort treffende Worte. Nicht jeder heutige Leser mag Vergnügen daran finden, sich als super kräftiger Krieger zu fühlen, der zum Schluss die zarte Belohnung erhält. Gerade Leserinnen dürften die brachialen Machoallüren wenig bringen. Aber so wenig man sich über den Twilight-Hype streiten sollte, so wenig lässt sich gegen die Faszination von Howards Figuren etwas sagen.

Cairn ist geradlinig und stark. Er besitzt Mut, ist zudem noch leidlich klug - zumindest seine Sprache weist darauf hin - und er vermag in einer rauen Gesellschaft zu überleben. Das sind durchaus brauchbare Jungenträume, die helfen, einen Mann zu formen.

Gewiss wird in »Almuric« jedes Problem mit Gewalt gelöst, es siegt die barbarische Männergesellschaft und Frauen sind hübsche Werte. Das reicht für diese einfache Heldengeschichte auch völlig aus. Der Rahmen ist eng, ohne Zweifel, aber Howard verspricht auch gar nicht mehr als Unterhaltung. Und die liefert er in schnellen und vor allem spannenden Kapiteln. Es fehlen jegliche Ausschmückungen oder Vertiefungen von Kultur und Gesellschaft. Im Zentrum stehen Monster, Männer und Kämpfe. Jene Mischung, die wir heute als klassische Fantasy bezeichnen. Von der die Alten schwärmen, weil sie einfach und unterhaltsam zugleich war. Howard beherrschte den klaren Erzählstil wie kaum ein anderer seiner Kollegen und vermag damit auch heute noch zu begeistern.

Ein Blick in diese heroischen Werke lohnt sich immer dann, wenn man den Überblick in den komplexen und psychologisierenden Riesenwelten von Heute zu verlieren droht. Manchmal benötigt eine fesselnde Geschichte nicht viel mehr als einfach gut erzählt zu werden.

 

Die Ausgabe der Edition Phantasia liefert eine ungekürzte Neuübersetzung von Joachim Körber, die den Flair der alten Weird Tales heraufbeschwört. Das bereits erwähnte Nachwort von Joe R. Lansdale ist ein zusätzliches und euphorisch geschriebenes Feature der Ausgabe.

 

Fazit:

Klassische Fantasy um muskelstarrende Männer, wilden Kämpfen und einem Mann, der sich zu beweisen weiß. Eine wohltuende Abwechslung zu heutigen Fantasy.

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Buch

Almuric

Original: Almuric , 1939

Autor: Robert E. Howard

Übersetzer: Joachim Körber

Taschenbuch, 202 Seiten

Edition Phantasia, 5. Oktober 2010

Nachwort: Joe R. Lansdale

Cover: Steffen Winkler

 

ISBN-10: 3937897429

ISBN-13: 978-3937897424

 

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 10.09.2011, zuletzt aktualisiert: 08.11.2019 08:38