Alone in the Dark: Inferno (PlayStation 3)
 
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Alone in the Dark: Inferno (PlayStation 3)

Rezension von Christian Günter und Susanne Schraven

 

Als die Entwickler von Infogrames 1992 den Aciton-Adventure Titel Alone in the Dark veröffentlichten, begründeten sie nicht nur den Auftakt zu einer langjährigen Spieleserie, sondern auch gleich das Genre des Survival-Horros. Mit Alone in the Dark: Inferno meldet sich nun nach sieben Jahren die Reihe mit ihrem nunmehr fünften Teil zurück, wenn auch mit einem anderen Entwicklerteam und neuem Verleger. Neu ist auch der nun vollständig vollzogene Sprung in die dritte Dimension und mit der Playstation3 der auf die Spieleplattformen der Next-Generation. Die Ansprüche an die bildgewaltige Rückkehr des Klassikers sind also hoch.

 

Handlung

Kulisse der Handlung ist ein apokalyptischer NewYorker Central Park. Unser Held Edward Carnby erwacht in einem Hotelzimmer samt obligatorischer Amnesie und zwei düsterer Kerle, die ihn auf dem Dach des Gebäudes exekutieren wollen. Daraus wird jedoch nichts, als ein Feuer ausbricht und der potentielle Mörder des Protagonisten selbst zum Opfer einer Bluttat wird. Plötzlich scheint das Gebäude in seiner gesamten Struktur geschädigt zu sein, überall klaffen Risse, stürzen Teile ein, brechen Feuer aus. Gehetzt bahnt sich Carnby den halsbrecherischen Weg ins Äußere, wobei er auf Sarah stößt, die ihn für den Rest des Spiels begleiten wird. Im Freien angekommen, bietet sich ein Bild des Schreckens, eines von einer dunklen Macht gebeugten NewYork. Von nun an befinden sich unser Held auf der Flucht vor höllischen Urgewalten, dem Abyss entsprungenen Kreaturen und auf der Suche nach seiner mysteriösen Vergangenheit und einem Weg, das Böse zu bannen.

 

 

Technik

Soweit die Theorie, doch zu einem guten Horror-Schocker gehören ebenfalls ein stimmiges Gameplay und eine angemessene technische Präsentation. Letztere findet unter anderem Ausdruck in einer prinzipiell sehr ansehnlichen Grafik, mit einem düsteren Spiel von Licht und Schatten, den dynamischen alles verzehrenden Feuereffekten und einer realistischen Physikengine. Doch wo Licht ist, ist in diesem Fall auch leider Schatten. So sind als auffälligstes Manko massive Ruckler in den Videorückblendungen zu verzeichnen. Außerdem wirken einige Umgebungen unbelebt und ohne viel Liebe zum Detail gestaltet. Die musikalische Untermalung ist tongewaltig, gekonnt eingespielt und entspricht voll und ganz den Erwartungen an ein solches Horrorszenario. Doch die Spannungskurve scheint völlig außer acht gelassen worden zu sein, wenn die Musik auch in ruhigen Passagen aus den Vollen schöpft. Das sorgt für eine permanente Überreizung, die den Spieler unempfänglich für subtileren Horror macht. Fast als nervig zu bezeichnen ist die deutsche Sprachausgabe der Protagonisten, die extrem unpassend erstens von der Stimmauswahl ist und zum zweiten mit mehr als platten Dialogen daherkommt. Als wäre das noch nicht genug, sind die Lippen asynchron zu der Tonspur.

Die Steuerung ist wenig eingängig und ist allzu oft zu ungenau, was bei Aufgaben die eine höhere Präszision erfordern, frustrierend sein kann. Ganz schön sind wiederum die Manipulatiosvariationen von Gegenständen und der Umgebung, die es ermöglichen nahezu jedes Objekt für den jeweiligen Zweck zu benutzen und seine Umwelt damit zu zerstören, um bestimmte Bereiche zugänglich zu machen, oder bestimmte Mechanismen auszulösen.

Spielspaß/Gameplay

 

Der Spielspaß bei Alone in the Dark: Inferno wird vor allem durch viele verschiedene Bastel- und Rätseleinlagen gegeben. In vielen kleinen Minispielen werden Stromkreise und Autos kurzgeschlossen, oder gefundene Gegenstände zu neuem Nützlichem, sowie Explosivem kombinert, was an die gute alte Zeit des Point&Click-Adventures erinnert. Auch das Inventar stellt ein gelungenes Extra dar: anstatt eines üblichen HUB schaut man in Edwards Mantel und kann aus dem reichhaltigen Angebot gesammelter Objekte wählen. Auch die offene Spielwelt des monsterverseuchten Central Park bietet einen spannungsvollen Spielansatz.

Die Liste derer Faktoren, die sich negativ auf den Spielspaß auswirken ist leider etwas länger. So verkommen viele Passagen, zum Beispiel beim Autofahren, zum stupiden Trial and Error. Die wenig vielfältigen Monster können auch nicht so recht Thrill erzeugen, da von Zeit zu Zeit so eine künstliche Intelligenz zur künstlichen Dummheit verkommen kann, die dann einfach nur in der Gegend stehen und sich in aller Seelen Ruhe erledigen lässen.

Sollte ein bestimmter Teil nicht lösbar sein, haben die Entwickler für weniger erfahrene Spieler eine Vorspulfunktion eingebaut, damit auch sie die Geschichte weiterverfolgen können. Ganz praktisch ist in diesem Zusammenhang, dass die bisherigen Ereignisse zusammengefasst werden. Leider wird man, ohne die vorherigen Passagen gespielt zu haben, aus diesen Zusammenschnitten auch nicht besonders schlau.

 

Fazit

Alone in the Dark: Inferno hat ganz klar einige Schwächen, dem jedoch ein abwechslungsreicher Mix aus Klettern, Ballern und Fahren gegenüber steht. Derjenige, dem es vor allem auf ein stimmiges Gesamtbild, kurzum den totalen Spieleknaller, ankommt, dem sei ein Antesten empfohlen. Denn nicht zuletzt muss man für sich selbst entscheiden ob ein Titel überzeugend ist. Für Fans der Serie oder des Genres sei eine allgemeine Empfehlung ausgesprochen. Für alle Unschlüssigen sei ebenfalls ein Test empfohlen.

 

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Oje, das hat nicht geklappt, Elfenwerk! 20240422140507d63312a0
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Alone in the Dark: Inferno

von Atari

Plattform: PlayStation 3

USK-Einstufung: Keine Jugendfreigabe gemäß § 14 JuSchG

Erscheinungsdatum: 13. November 2008

Erhältlich bei: Amazon


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Erstellt: 08.12.2008, zuletzt aktualisiert: 14.04.2024 08:35, 7929