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Amazonia – Abenteuer im Regenwald

Filmkritik von Christel Scheja

 

Normalerweise haben Dokumentationen eher einen wissenschaftlichen und nüchternen Anstrich, manche verpacken ihre Informationen aber auch in eine unterhaltsame Spielhandlung, die Jung und Alt gleichermaßen fesseln soll. Das ist auch bei „Amazonia – Abenteuer im Regenwald“, einem Film von Thierry Ragobert der Fall.

 

Das kleine Kapuzineräffchen Sai begibt sich von Rio de Janeiro aus auf eine große Reise. Es weiß nicht, dass diese im Ungewissen enden wird. Denn schon wenige Stunden nach dem Start stürzt das Flugzeug über dem Regenwald des Amazonasgebietes ab.

Sai überlebt den Crash, ist aber von nun an auf sich allein gestellt. Zunächst sucht das Äffchen immer noch wieder Schutz im Flugzeug und seinem Käfig, bei den vertrauten Spielzeugen und Gerüchen, aber schon bald ist das keine Option mehr.

Es ist bald gezwungen, sich hinaus in den Dschungel zu wagen und seine eigenen Erfahrungen zu machen. Viele Gefahren aber auch Wunder warten dabei auf Sai und schließlich trifft das ehemalige Haustier sogar auf Artgenossen, die wild und in einer Horde in den Bäumen leben. Hat es so endlich eine neuen Heimat für sich gefunden, oder ist das nur der Anfang vom Ende?

 

Die Geschichte ist einfach und nicht neu, aber immer wieder effektiv. Sai, das Kapuzineräffchen wird zum Helden in einer Geschichte, in der die Menschen eine absolute Statistenrolle einnehmen und nach dem Absturz gar nicht mehr auftauchen. Nur ein distanziert wirkender Erzähler kommentiert die Ereignisse und vermittelt dem Zuschauer so die entsprechenden Informationen zu Tieren, Pflanzen und Naturphänomenen.

Die Wanderung des Tieres ist garniert mit vielen Begegnungen, bei denen Sai gute wie auch schlechte Erfahrungen macht. Da dem Äffchen aber nichts passiert, bleibt die Geschichte auch weiterhin für Kinder interessant, die so nach und nach mehr über die vielen verschiedenen Tiere des Regenwaldes erfahren und so einen ersten Einblick in den Mikrokosmos bekommen, der sonst für die Menschen verschlossen bleibt.

Natürlich gehen die Informationen nicht so in die Tiefe wie bei anderen, wissenschaftlicher angehauchten Informationen, auch die landschaftlichen Schauwerte bleiben auf einem niedrigeren Niveau, dafür aber kann man als Zuschauer eine spannende und abwechslungsreiche Handlung mitverfolgen, bei der es dramatische ebenso wie heitere Momente gibt und am Ende vermutlich jeder aufatmen wird. Die Geschichte ist nämlich so abwechslungsreich aufgebaut, so dass es keine Längen gibt.

Bild und Ton sind auf der Höhe der Zeit. Die Extras halten sich in Grenzen, im ausführlichen Making-of erfährt man aber auch einiges über die Intention des Machers und die Dreharbeiten selbst, die die Crew vor so einige Herausforderungen gestellt hat.

 

Fazit:

„Amazonia – Abenteuer im Regenwald“ ist vielleicht keine der tiefgründigen Dokumentationen über den Amazonasdschungel, wohl aber ein unterhaltsamer Film für die ganze Familie, in dem Eltern, Kinder und Großeltern mehr über diesen ganz besonderen Mikrokosmos erfahren können, ohne dabei mit Fakten und wissenschaftlichen Erklärungen erschlagen zu werden.

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DVD:

Amazonia – Abenteuer im Regenwald

Komponist: Bruno Coulais

Format: Dolby, PAL

Sprache: Deutsch (Dolby Digital 5.1)

Region: Region 2

Bildseitenformat: 16:9 - 1.78:1

Umfang: 1 DVD

Polyband/WVG, 14. November 2014

Produktionsjahr: 2013

Spieldauer: 80 Minuten

 

ASIN: B00JY6SSRI

 

Erhältlich bei: Amazon

DarstellerInnen:

  • Nadine Verdier

  • Eric Boisteau

  • Manuel Téran

  • Johanne Bernard

  • Laurent Baujard


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Erstellt: 08.01.2015, zuletzt aktualisiert: 02.08.2022 20:01