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Ame & Yuki – Die Wolfskinder (Band 1)

Rezension von Christel Scheja

 

„Ame und Yuki – Die Wolfskinder“ ist der Manga zu dem gleichnamigen Anime von Mamuro Hosada, der bereits für "Summer Wars" und "Das Mädchen, dass durch die Zeit sprang" verantwortlich war und erzählt die zugrundeliegende Geschichte auf seine Art und Weise nach.

 

Die Studentin Hana lernt in einer ihrer Vorlesungen einen geheimnisvollen jungen Mann kennen, zu dem sie sich gleich hingezogen fühlt. Sie spricht ihn an und stellt fest, dass er genau so nett und lieb ist, wie er aussieht. Aus einer lockeren Freundschaft wird schnell Liebe und aus ihr entsteht eine Leidenschaft, die erste die kleine und muntere Yuki, dann aber auch den sensiblen Ame hervorbringt.

Hana weiß zu diesem Zeitpunkt längst, dass der junge Mann der letzte Angehörige einer Gestaltwandler-Familie ist, deren Ahnen sich einst mit Wolfsdämonen einließen, und wundert sich deshalb nicht, als die Kinder sich unerwartet zu verwandeln beginnen.

Doch dann erschüttert und verändert eine Tragödie das Leben der kleinen Familie. Denn Hanas Mann stirbt unerwartet durch einen Unfall. Von nun an muss sie sich alleine durchschlagen – die Kinder aufziehen und Geld verdienen, ohne dass jemandem auffällt, wie anders sie sind. Es geht so lange gut, wie die Kleinen noch nicht in die Schule müssen. Als der Druck der Behörden auf Hana wächst, fließt sie aufs Land. Schnell findet sie ein einsames Haus, in dem die Kinder ungestört aufwachsen und sich verwandeln können, wann immer sie wollen. Aber damit haben ihre Sorgen noch kein Ende, sondern fangen erst richtig an.

 

Der Manga nutzt die Gelegenheit, die Geschichte weitaus ausführlicher zu erzählen als es im Film möglich ist. Daher beschäftigt sich der erste Band auch bewusst mit der Liebesgeschichte der Eltern und den ersten Jahren von Ame und Yuki. Man nimmt Anteil an dem Leid und den Freuden der kleinen Familie, amüsiert sich über die wilden wölfischen Eigenheiten der Kleinen und fühlt mit der überforderten Mutter, die letztendlich alles tut, um ihre Kinder zu schützen, da sie um die Gefahren weiß, die ihre Kleinen erwarten können. Das wird sehr lebensnah und vor allem ohne Kitsch in Szene gesetzt.

Genau so liebevoll und feinfühlig wird die Geschichte in Bilder und Worte gekleidet. Es mag zwar nicht viel passieren, aber das Schicksal von Hana, Yuki und Ame bewegt trotzdem in seinen stillen Bildern, dem augenzwinkernden Humor. Als Leser – egal ob jung oder alt – möchte man so am Ende auf jeden Fall wissen, wie es denn nun weiter geht, denn in Frieden kann die kleine Familie nun wirklich nicht weiter leben, wie schon das Ende andeutet. Doch werden sie so leicht wie zuvor aus der Falle winden können.

Die fantastischen Elemente sind zwar eher gering, aber das macht in diesem Fall nicht viel aus, da die Geschichte an sich interessant gemacht ist.

 

Alles in allem erweist sich „Ame und Yuki – Die Wolfskinder“ als liebenswerte Geschichte, die junge Leser ebenso anspricht wie erfahrene und vor allem durch die gesunde Mischung aus lebensnaher Schilderung, feinfühligen Charaktermomenten und warmherzigem Humor überzeugen kann. Spannung ist jedenfalls immer da, auch wenn der Titel an sich eher ruhig bleibt.

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Eure Meinung:

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Buch:

Ame & Yuki – Die Wolfskinder (Band 1)

Autor: Mamoru Hosoda

Künstler: Yu

Charakterdesign: Yoshiyuki Sadamoto

Ookamikodomo no Ame to Yuki, Vol. 1, Japan, 2012

Aus dem Japanischen von Luise Steggewentz

Taschenbuch mit 1 Farbseite, 176 Seiten

Tokyopop, Hamburg, erschienen Oktober 2013

ISBN-10: 3842009054

ISBN-13: 978-3842009059

Erhältlich bei: Amazon

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Erstellt: 06.11.2013, zuletzt aktualisiert: 15.09.2018 12:40