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Amundsen

Filmkritik von Cronn

 

Seit mehreren Jahren schon beginnt sich die Filmbranche in Europa mehr und mehr zu emanzipieren. Die allzu enge Anlehnung an Hollywood-Standards wird zugunsten von Eigenproduktionen mit erkennbar eigenem Stil aufgegeben. Das ist insofern für den Cineasten begrüßenswert, da auf diese Weise im günstigen Fall neue Erzählweisen und Bildkompositionen in das Kino Einzug halten. Wenn dazu noch handwerkliches Können gezeigt wird, erhält man ein Filmerlebnis par excellence.

Dies ist der Fall beim norwegischen Film Amundsen, der die wichtigsten Stationen im Leben des Polarforschers nachzeichnet und auch nicht vor Schattenseiten zurückschreckt. Die DVD-Schmiede von Ascot-Elite bringt das Drama ins Heimkino. Aber zunächst ein paar Worte zur Handlung.

 

Verlagsinfo:

»Amundsen« erzählt die wahre Geschichte von dem norwegischen Entdecker Roald Amundsen (Pål Sverre Hagen). 1911 lieferte er als Anführer einer Expedition einen erbitterten Wettstreit gegen den britischen Forscher Robert Scott, mit dem Ziel als erster Mensch den Südpol zu erreichen. Und 1926 war er der erste Mensch der Welt, der sowohl den Nord- wie auch den Südpol erkundet hatte.

 

Der Klappentext ist etwas zu vage, daher soll noch einiges ergänzt werden. Der Film »Amundsen« beleuchtet nicht nur die Expeditionen des Forschers, sondern auch dessen Privatleben und die Auswirkungen seiner Obsession hierauf. Er endet mit der Rettungsaktion, zu der Amundsen aufgebrochen war, um einen anderen Polarforscher zu bergen.

 

Kritik:

Der Regisseur Espen Sandberg hat bereits Hollywood-Luft geschnuppert. Mit Salazars Rache hat er den fünften Fluch der Karibik-Streifen inszeniert, wobei er aber schon vorher in Norwegen einen Namen hatte. Zunächst als Werbefilmer bekannt, hat er sich mit Filmen wie Bandidas und Kon-Tiki auch in den USA einen Namen gemacht.

 

Man merkt aber dennoch dem Streifen »Amundsen« an, dass hier Wert auf Eigenständigkeit gelegt wurde, ohne handwerkliches Können zu vernachlässigen.

Das ist bereits mit der furiosen Flugzeugsequenz zu Beginn des Films erkennbar, welche anschließend Platz macht für eine Begegnung zwischen Amundsens Bruder und seiner Geliebten. Besonders die beiden Amundsen-Brüder überzeugen hierbei schauspielerisch, wenngleich Pål Sverre Hagen anfangs sehr hölzern wirkt, was aber der Figur des Raul Amundsen geschuldet ist. Sein Filmbruder Christian Rubeck kann hier sofort besser glänzen, auch im Zusammenspiel mit Katherine Waterston als Amundsens Geliebte.

 

Es entspinnt sich ein Biopic, das zwar immer wieder mit abenteuerlichen Sequenzen daherkommt, aber die Seelentiefen nicht vernachlässigt. So wird Amundsen nicht vollauf glorifiziert, auch seine dunklen Seiten kommen zum Vorschein.

All dies wird unterstützt durch eine sehr gelungene Kameraarbeit, beeindruckende Kostüme und stimmige Requisiten, sowie klug eingesetzten CGI-Aufnahmen.

 

Fazit:

»Amundsen« ist ein biographisches Drama, das rundum gelungen ist. Es funktioniert als Biopic-Drama ebenso wie als Abenteuer-Film. Einziger Wermutstropfen ist die schlechte Qualität der Blu-Ray in dunklen Szenen. Ansonsten ist der Streifen cineastisch vollauf gelungen.

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Eure Meinung:

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Blu Ray:

Amundsen

Regisseur: Espen Sandberg

Format: Breitbild

Untertitel: Deutsch

Region: Region B/2

Bildseitenformat: 2.39:1

Umfang: 1 BR

FSK: 12

Ascot Elite, 29. November 2019

Produktionsjahr: 2019

Spieldauer: 125 Minuten

 

ASIN: B07Y4LNMJM

 

Erhältlich bei: Amazon

DarstellerInnen:

  • Katherine Waterston
  • Adrian Lukis
  • Christian Rubeck
  • Pål Sverre Hagen

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Erstellt: 29.11.2019, zuletzt aktualisiert: 29.11.2019 10:36