Es gibt Zutaten die funktionieren immer. Denn viele Leser und Leserinnen versetzen sich gerne in Helden, die durch eine besondere Fähigkeit aus der Masse herausragen und deshalb einem geheimnisvollen Schicksal entgegen sehen. Das ist auch in An Heir comes to rise von Chloe C. Peñaranda der Fall
Faythe kennt nichts anderes als die kleine Welt, die Stadt in der sie lebt. Beherrscht werden die einfachen Sterblichen von den mächtigen Fae, die keinen Widerstand dulden. Vor allem die sogenannten »Nachtwandler« werden gefürchtet, denn sie können sich nachts in den Geist anderer einschleichen und Tod oder Wahnsinn bringen.
Deshalb versteht die junge Frau nicht wirklich, warum sie diese Gabe ebenfalls beherrscht und wie sie damit umgehen soll. Erst der geheimnisvolle Fae Nik. der auf sie aufmerksam wird, scheint helfen zu können. Aber kann sie ihm genau so trauen wie ihren langjährigen Freunden Jakon und Marlowe.
Auch wenn die Geschichte als Romantasy angepriesen wird, so steht doch die Liebesgeschichte erst einmal im Hintergrund, auch wenn es natürlich zwischen Faythe und Nik gehörig knistern darf.
Aber man merkt, dass man es hier eher mit Young Adult zu tun hat, denn die Handlung konzentriert sich tatsächlich mehr um die Ergründung der Geheimnisse, die für Faythe langsam zu einem Problem werden und ganz offensichtlich eine größere Bedeutung haben als man denkt.
Auch Freundschaft und Vertrauen sind wichtige Elemente, die die Geschichte voran treiben. Das Setting bleibt allerdings ziemlich blass, man erfährt nicht wirklich viel über die Gesellschaft der Fae und Menschen, oder die Welt an sich. Auch die Gefahren bleiben auf einem jugendfreien Niveau.
Die Figuren gehen ebenfalls nicht sonderlich in die Tiefe, erhalten aber genug Profil, um die Leser mitfühlen zu lassen. Ansonsten spult die Autorin in flottem Stil eine durchaus unterhaltsame, wenn auch nicht gerade überraschende Handlung ab, die erfahrene Leser sicherlich schnell durchschauen.
Damit es spannend bleibt, darf das ganze auch noch mit einem sauberen Cliffhanger enden, der neue Figuren einbringt und ein paar Weichen für weitere Geschehnisse stellt, weil damit deutlich wird, dass der magische Hintergrund weit mehr Bedeutung bekommen wird als bisher.