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Angriff der Klonkrieger. STAR WARS Episode II von R. A. Salvatore

Roman nach dem Drehbuch von George Lucas

 

Rezension von Ralf Steinberg

 

Zehn Jahre sind vergangen, seit der Tod Qui-Gon Jinns den Weg freiräumte, aus dem wunderlichen Sklavenjungen Anakin Skywalker einen Jedi zu machen.

Der sich immer noch in seinen Träumen nach seiner Mutter sehnt.

Doch die Galaxie schläft nicht und so geraten Anakin und sein Meister Obi-Wan Kenobi in gefährliche Abenteuer, die mit einem Attentat auf Padmé Amidala beginnen, die inzwischen Senatorin der Naboo auf Coruscant geworden ist....

 

R. A. Salvatore ist den Lesern vielleicht als geistiger Vater des Dunkelelfen Drizzt Do’Urden bekannt, jenem Geschöpf der Dunkelheit, die sich in den Dienst des Lichts stellt. Vielleicht mag es daran liegen, dass sich Lucas an ihn wandte, aus dem Drehbuch zu Episode II ein Buch zu machen.

Salvatore stellt sich den großen Problemen des Films. Zum einen bestehen die Höhepunkte des Films, etwa die riesige, bildgewaltige Schlacht, aus unzähligen Einstelllungen und Schnitten, die nichts zur Handlung beitragen. Zum anderen ist der entscheidende Ausbruch von Gewalt, der Anakin Skywalkers Weg auf die dunkle Seite der Macht initiiert, im Film wenig akzeptabel unterfüttert. Hier setzt Salvatore an. Von Anfang an baut er die Motivation Anakins deutlich aus. Shmi Skywalkers Leben mit Cliegg Lars, ihre Beziehung zu ihrem Ziehsohn Owen und dessen Freundin Beru, ihre Sehnsucht nach dem verlorenen Sohn, schilder Salvatore in vielen Kapiteln ausführlich und bereitet damit wesentlich mehr vor, als nur Anakins Racheorgie. Wir erfahren auch eine ganze Menge über das Leben der Feuchtfarmer auf Tatooine und somit auch implizit eine Reihe wichtiger Hintergrundinformationen über Luke Skywalker. Zwar zelebriert Salvatore hier ein Loblied auf das urtypische amerikanische Siedlerleben, in der der Mann hart arbeitet und die Frau damit glücklich ist, ihm zu dienen, aber als Bestandteil der Star Wars Saga wirkt es authentisch. Skywalkers Rache, das Abschlachten eines ganzen Stammes von Tusken-Raiders, mit Frauen und Kindern, erhält durch Salvatore wesentlich dunklere Züge, hier wird trotz aller Rechtfertigungsversuche durch das Foltern Shmis, eine Grundsätzlichkeit klargestellt. Anakin Skywalker hat hier ein Verbrechen mit einem wesentlich größeren gesühnt. Dabei wird ihm seine Tat durchaus bewusst, aber er flüchtet sich in einen anderen Vorwurf, nämlich nicht zeitig genug bei Shmi gewesen zu sein. Nur daran legt er die Ursache seiner Tat. Nicht in seinem Jähzorn, seiner Unreife. Wirkt Anakin Handeln im Film noch völlig idiotisch und an den Haaren herbeigezogen, gelingt es Salvatore im Buch, hier eine Kontinuität im Charakter zu schaffen, wird Skywalker erstaunlich glaubwürdig.

Damit verbunden ist eine weitere Handlungsebene, die im Film ausführlich betrachtet wird: Die Liebe zwischen Padmé und Anakin. Der Film lebt hier von wunderschöner Landschaft und einer bezaubernden Natalie Portman, denen Salvatore die Macht seiner Worte entgegensetzen muss.

Er löst das Problem, in dem er besonders Amidalas Konflikt zwischen Dienst an der Republik bzw. den Naboo und ihrem Leben wählen zu müssen, in den Vordergrund schiebt. Er stellt uns wesentlich mehr aus ihrem Privatleben vor, als der Film zu bieten hat.. Man merkt, wie tief Salvatore auch in den anderen Star Wars Büchern des erweiterten Star Wars Universums zu hause ist, erinnern die Szenen bei Padmé zu Hause doch stark an ähnliche Familienbegebenheiten der Familie Organa-Solo. Je mehr wir über Padmé erfahren, umso natürlicher erleben wir diese Liebe zwischen dem Heißsporn Anakin und der ernsten und verantwortungsvollen Frau, die plötzlich ein ganz anderes Leben kennenlernt.

Und ja, immer noch hält der Beobachter ihre Aufmerksamkeit für verschwendet, ist Padmé einfach zu gut für Anakin Skywalker. Aber das ist das tragische dieser Geschichte. Der Weg ist vorgezeichnet. Erst diese Liebe bringt die Rettung ins Rollen. Wir dürfen bei all dem nicht vergessen, dass Skywalker auch ohne Padmé auf die dunkle Seite gezogen worden wäre. Aber ohne die Kinder ihrer Liebe hätte sich Darth Vader nie aus dem Schatten befreien können.

Fragt Anakin im ersten Teil noch „Bist Du ein Engel?“ so kann man das ziemlich deutlich mit ja beantworten. Und wie auch in Stovers Episode III erhält Amidala im Buch eine wesentlich breitere und bedeutsamere Rolle als im Film. Der Lucas eigene Aktionismus hat keiner Figur mehr geschadet, als Senatorin Amidala.

Die Action-Teile belässt Salvatore so wie sie im Film sind. Er erzählt sie spannend, aber kontextbezogen in der passenden Länge. Wer sie in voller optischer Breite sehen will, kann sich ja den Film anschauen.

 

Blanvalet hat der 5 Euro Sonderausgabe keine weiteren Gimmicks hinzugefügt, das Cover ist gewohnt einfallslos, aber hier kann man jedem Fan nur empfehlen zuzuschlagen, das Buch ist es wert.

 

Alles in allem ist Episode II durch die Hand von R. A. Salvatore ein gutes Buch geworden. Es vertieft den Film ein viele dramaturgischen Löchern, bringt uns die Hauptcharaktere deutlich näher und stellt sich wacker in den Canon des erweiterten Star Wars Universums. Gut, das Salvatore diesem treu blieb, auch wenn er Chewbaccas Tod erzählt.

 

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Buch:

Titel: Angriff der Klonkrieger. STAR WARS Episode II

Reihe: STAR WARS

Autor: R. A. Salvatore

Original: Attack of the Clones (2002)

Übersetzerin: Regina Winter

Broschiert - 350 Seiten - Blanvalet

Erscheinungsdatum: April 2005

ISBN: 3442363144

Erhältlich bei: Amazon

Zur Serie:

STAR WARS

Weitere Infos:


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Erstellt: 03.10.2005, zuletzt aktualisiert: 28.10.2018 17:00