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Apfelliebe

Rezension von Christel Scheja

 

Die freie Fotoreporterin Anke von Heintze arbeitet nicht nur für ihre eigene Medien Agentur, sondern schreibt auch Bücher und ist eine leidenschaftliche Hobbyköchin. Zusammen mit der ehemals in der Werbebranche tätigen Edinburgerin Hester Wilde, die heute für ihre Familie und ihre Tiere da ist, hat sie nun ein Buch für eine besondere Leidenschaft gestaltet - „Apfelliebe“

 

Alles dreht sich in dem Kochbuch nur um die Verwendung des in Mitteleuroa wohl am häufigsten gegessenen und einheimischen Obstes. Mit ihrem Werk wollen sie beweisen, dass man viel mehr mit der Frucht machen kann, als sie einfach nur so zu essen, in Kompott zu verwandeln oder auf Kuchenböden zu legen.

Nach einer kleinen Apfelkunde, die die Besonderheiten jeder in Deutschland erhältlichen Sorte kurz vorstellt, geht es auch schon ans Eingemachte. Die Rezepte sind in Gruppen aufgeteilt, beginnend mit Suppen (Apfel-Krabben-Suppe mit selbstgebackenen Brötchen, Omas Fliederbeersuppe mit Grießklößchen), über Salate (Lauwarmer Schwarzwurzelsalat mit Hähnchenbrustfilet, Apfel -Kräuter-Salat mit Ziegenköse und Avocado)und Gerichte mit Fisch (Gegrillte Doraden mit Apfelfüllung und Fächerkartoffeln, Fischfilet mit Macadamiakruste und Apfel-Gurkengemüse) und Fleisch (Kassler auf Apfelgemüse, Ente mit Pfifferlingen, Buchweizenspätzle und Calvadosäpfeln) , oder ganz ohne beides(Herbstliches Ofengemüse,Spaghetti mit Maronensauce und Ziegenkäse) bis hin zu Desserts (Apfel-Rosmarin-Eis) und Getränken (Erfrischender Apfel Smoothie). Natürlich gibt es auch Tipps für Variationen der klassischen Verwendungsmöglichkeiten wie Kuchen und Kompott und Marmeladen.

 

Gegen die Aufteilung des Buches ist nichts einzuwenden. Jedes Rezept wird auf einer Doppelseite präsentiert. Auf der rechten Seite befindet sich immer ein Bild mit dem fertigen Gericht, links folgt die Zutatenliste mit einer kurzen Beschreibung der Zubereitung. Weiterführende Tipps zur Vorbereitung oder Variationen gibt es leider nicht.

Aufgrund der Dünne des Buches und der Vielzahl der Bereiche gibt es gerade jeweils drei Gerichte für Suppen, Getränke und Salate. Auch bei den anderen Bereichen – wenn man einmal von den klassischen Zubereitungsarten oder Fleisch- und Fischgerichten absieht, sieht es nicht viel besser aus. Aber immerhin erhält ein interessierter Hobbykoch erste Anregungen, was man alles mit den Früchten anstellen kann.

Was wirklich negativ ins Gewicht fällt ist, dass die Autorinnen leider nicht angeben, ob man für die Gerichte lieber einen festen und dafür etwas saureren Apfel verwendet oder die mehligen süßen. Gerade hier steht der Leser vor der Qual der Wahl, was er verwenden soll und muss sich ganz allein auf sein Gespür verlassen, da bei allen Rezepten nur das allgemeine „Apfel“ angegeben ist.

Weiterhin zeigt sich, dass nur wenige der Gerichte wirklich für den Alltag tauglich sind. Entweder braucht man viele verschiedene (wenn auch immerhin überwiegend einheimische oder gerade mal aus dem europäischen Ausland stammende) Zutaten oder man muss sehr viel Zeit für die Vorbereitung und das Kochen aufwenden. Tatsächlich sind alle Gerichte auf vier Personen ausgerichtet, so dass sich das Buch wohl in erster Linie an experimentierfreudigen Familien mit dem Hang zum gesunden Leben richtet.

 

Alles in allem mag „Apfelliebe“ einen netten Ansatz haben, die Ausführung ist allerdings zu unausgereift, um wirklich überzeugen zu können. Gerade die oben genannten Punkte machen es Gelegenheitsköchen oder Einsteigern schwer, wirklich etwas mit den Rezepten anfangen zu können.

 

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Eure Meinung:

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Buch:

Apfelliebe

Autoren: Anke von Heintze & Hester Wilde

Thorbecke Verlag, erschienen April 2014

gebunden, 104 Seiten

Fotos von Anke von Heintze und anderen

ISBN-10: 3799505490

ISBN-13: 978-3799505499

Erhältlich bei: Amazon


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Erstellt: 01.05.2014, zuletzt aktualisiert: 10.08.2018 17:19