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Apocalypse Marseille von Andreas Gruber

13 utopische Geschichten

 

Rezension von Cronn

 

Der 1968 in Wien geborene Autor Andreas Gruber zählt zu den Urgesteinen der deutschsprachigen Phantastik-Autoren. Seit seinem im Verlag Medusenblut erschienenen Band Der fünfte Erzengel gehört sein Name mit zu den Top-Autoren des literarischen Undergrounds. Aus diesem hat sich Gruber durch seine zahlreichen Roman-Veröffentlichungen bei großen Publikumsverlagen inzwischen herausgeschrieben, doch seine jüngste Veröffentlichung beim Luzifer-Verlag beweist eindrucksvoll, dass er seine Wurzeln keineswegs verleugnet. Und diese Wurzeln liegen in der phantastischen Kurzgeschichte.

 

Andreas Gruber hat in seinem Werk Apocalypse Marseille ein dickes Bündel an SF-Stories geschnürt. Im nachfolgenden soll knapp auf einige Highlights der an Höhepunkten vollen Sammlung eingegangen werden, wobei auch die ein oder andere Story nicht unerwähnt bleiben soll, die gegen die Glanzpunkte etwas abfällt.

 

Inhalt und Kritik:

Im Buch sind dreizehn Kurzgeschichten und Novellen enthalten, denen von Andreas Gruber stets ein locker-sympathisches Vorwort vorangestellt wurde.

Die Bandbreite der Geschichten ist hinsichtlich des Stils und der Themen immens. Sie reicht von der klassischen Space-Opera (Asteroid CMG 8), Entdecker-SF (Der Maya-Transmitter) über Zeitreise-Stories (Einundvierzig Grad nördlicher Breite) und Dystopien (Apocalypse Marseille) bis zum Steampunk (Die Weltmaschine).

 

Stilistisch beherrscht Gruber souverän alle Möglichkeiten. Er schreibt mal hart, direkt mit überwiegend parataktischen Sätzen wie in Sieben Ampullen, dann wieder nahezu elegisch mit langen bildhaften Beschreibungen a la Sabrina und immer wieder gelingt ihm ein End-Twist, welcher den Leser überrascht.

Auch ein erzähltechnisches Hinübergreifen in die Kriminalform ist durchaus mal bei Gruber möglich, was seine stilistisch-thematische Bandbreite unterstreicht (Raum Nr. 7).

 

Alle Geschichten sind mit großem handwerklichen Geschick ausgeführt und überzeugen mit Abwechslungsreichtum und gelungenen Plots. Einzige Ausnahme bildet hierbei Weiter oder Raus. Die Story rund um eine zynische Abendshow in der Zukunft bietet zwar eine gelungene Ausgangsbasis für eine bittergallige Abrechnung mit den Quoten-Shows unserer Tage, dennoch zerfasert sie wegen ihren ausufernden Beschreibungen und verliert damit an Stoßkraft. Hier wäre ein kürzerer Pinselstrich geeigneter gewesen. Dafür kann das bittere Ende wieder überzeugen.

 

Das ganz große Highlight ist Apocalypse Marseille. Hier zeigt Andreas Gruber, warum er zu den besten deutschsprachigen Autoren im Phantastik-Sektor gehört. Das große Bild von der Endzeit, das er hier entwirft, ist so cinematisch, dass der Begriff »Kopfkino« wahrhaftig passt. Mit dazu kommt hier eine Prise handwerklich gelungen geschilderter Action, die zu lesen Spaß macht. Eine gewisse Bitternis gehört zur Dystopie dazu, von daher durchweht ein Hauch davon auch diese Story und eine Prise rebellischen Außenseitertums ebenfalls.

 

Fazit:

Mit »Apocalypse Marseille« zeigt Andreas Gruber, warum die SF-Kurzgeschichte zu den besten Möglichkeiten des Genres zählt, wenn es darum geht, bildgewaltig und innovative Ideen auszuformulieren ohne dabei ins Uferlose sich zu verfransen.

Gruber schreibt handwerklich sauber, stets wohldosiert in Form und Inhalt und dabei immer angetrieben vom Hunger des Autoren, den Leser bestmöglich unterhalten zu wollen.

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Eure Meinung:

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Buch:

Apocalypse Marseille

13 utopische Geschichten

Autor: Andreas Gruber

Taschenbuch, 344 Seiten

Luzifer-Verlag, 6. Mai 2016

Cover: Michael Schubert

 

ISBN-10: 3958351352

ISBN-13: 978-3958351356

 

Erhältlich bei: Amazon

 

Kindle-ASIN: B01E3OK2JW

 

Erhältlich bei: Amazon

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Inhalt:

  • Mein Zugang zur Science-Fiction
  • Sieben Ampullen
  • Ramada Inn
  • Biohybriden
  • Einundvierzig Grad nördliche Breite
  • Weiter oder Raus
  • Wenn der Himmel gefriert
  • Parkers letzter Auftrag
  • Der Maya-Transmitter
  • Sabrina
  • Raum Nr. 7
  • Apocalypse Marseille
  • Asteroid CMG 8
  • Die Weltmaschine

Weitere Infos:


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Erstellt: 05.11.2016, zuletzt aktualisiert: 10.01.2019 15:22