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Arcana 12 – Magazin für klassische und moderne Phantastik

Rezension von Markus K. Korb

 

In den weiten Landschaften der phantastischen Literatur erweist sich der Neueinsteiger oftmals als einsam und verlassen, bisweilen sogar orientierungslos. Dies ist dem Umstand zuzuschreiben, dass die Anzahl der Veröffentlichungen bei weitem die Zahl der zur Verfügung stehenden Stunden Lebenszeit zum Lesen übersteigt. Da ist es sehr förderlich, wenn man als Neueinsteiger von einem erfahrenen Literaturprofi an der Hand genommen wird, auf dass er hier und da Hinweise auf interessante Bücher gebe.

Aber auch „alte Hasen“ im Bereich der unheimlichen Phantastik sind froh über jeden Tipp, den sie bekommen können. Denn nicht jeder kann allerorten informiert sein.

Dies und noch mehr leistet die Veröffentlichung „Arcana - Magazin für klassische und moderne Phantastik“ und das bereits seit mehreren Jahren.

Der Verleger Gerhard Lindenstruth und sein Mitherausgeber Robert N. Bloch haben sich für die Phantastik-Landschaft als hilfreiche Wegbegleiter erwiesen und legen mit der Ausgabe 12 vom Dezember 2009 ein weiteres Magazin vor, dessen Inhalt im Folgenden kurz umrissen werden soll, ehe es einer kritischen Würdigung unterzogen wird.

 

Inhalt:

„Arcana 12 – Magazin für klassische und moderne Phantastik“ greift in bewährter Weise auf zwei Bereiche zurück. Zum einen bringt das Magazin Storybeiträge, zum anderen liefert es Rezensionen und Hintergrundberichte.

Die Geschichte „Es werde Nacht“ stammt von den Autoren Malte S. Sembten, Jörg Kleudgen, Michael Siefener, Andreas Gruber und Uwe Vöhl. Diese sind ausgewiesene Könner auf dem Gebiet der phantastischen Kurzgeschichte und so nimmt es nicht wunders, dass auch „Es werde Nacht“ als dunkles Stück Prosa überzeugt. Die Erzählung entstand als „Round-Robin“-Geschichte, bei welcher die Story von Autor zu Autor weitergereicht wird und am Ende ein Gesamtwerk steht.

Dem folgt eine Geschichte des Newcomers Michél Wald mit dem Titel „Realität“. Hier montiert der Autor verschiedene Gesprächsaufzeichnungen und Gutachten zu einem Psychogramm von wahrhaft bösartigen Vorzeichen. Eine gelungene Einstands-Geschichte.

 

Edith Nesbit ist sicherlich vielen als Autorin ein Begriff. Als Kinderbuchautorin mit über vierzig Veröffentlichungen darf man sie getrost als produktiv beschreiben. Ihre dunkle Seite lebte sie ab und an in Form von phantastischen Kurzgeschichten aus. Im Magazin ist Im Dunklen enthalten, eine tatsächlich schauderhafte (positiv gemeint) Story.

 

Es folgt ein Hintergrundbericht zu der Geschichtensammlung „Die Alabasterhand“ von A.N.L. Munby, der sehr interessant zu lesen ist und auf die wahrhaft unglaubliche Editionsgeschichte des vorzüglich geschriebenen Buches hinweist.

Ein Interview mit Michael Siefener schließt sich an, das ehrliche Einblicke in sein Schaffen erlaubt.

 

Kritik:

Im deutschsprachigen Raum ist ein Magazin wie „Arcana“ dringend notwendig. Nachdem weit und breit kein anderes Blatt die Aufgabe übernimmt, ist es Gerhard Lindenstruth und Robert N. Bloch zu verdanken, dass sie „Arcana“ aufrecht erhalten.

Die Mischung aus Storybeiträgen und Hintergrundberichten überzeugt auf ganzer Linie. Gerne wünscht man sich noch mehr Seiten in „Arcana“, denn die Lektüre ist erfrischend und bietet auch Phantastik-Enthusiasten noch neue Einblicke.

So darf man sich nach „Arcana 12“ auch auf neues Material im Verlag Lindenstruth freuen, u.a. natürlich auf das nächste Magazin „Arcana“, doch bei weitem nicht nur das.

 

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Eure Meinung:

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Magazin:

ARCANA No.12

Heft, 76 Seiten

Lindenstruth, Dezember 2009

 

Erhältlich bei: Verlag Lindenstruth

Inhalt:

  • Es werde Nacht von Malte S. Sembten, Jörg Kleudgen, Michael Siefener, Andreas Gruber und Uwe Vöhl
  • Realität von Michél Wald
  • Im Dunklen von Edith Nesbit
  • A. N. L. Munbys »Alabasterhand« und seine deutschen Ursprünge von Robert N. Bloch
  • DAS ARCANA INTERVIEW: Im Gespräch mit Michael Siefener
  • REZENSIONEN von Malte S. Sembten und Robert N. Bloch
  • Aus dem Verlagsbureau

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Erstellt: 09.03.2010, zuletzt aktualisiert: 25.10.2019 19:26