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ARCANA No.7 (Magazin)

Rezension von Christel Scheja

 

Zweimal im Jahr gibt der Verlag Lindenstruth das Magazin ARCANA heraus, das sich mit ungewöhnlicher und wenig bekannter klassischer und moderner Phantastik beschäftigt, und dabei Perlen aus dem 19. und frühen 20. Jh. ausgräbt, von denen man heute gar nichts mehr weiß. Immer wieder kommen unbekannte Werke und Autoren zum Vorschein und Variationen von phantastischen Themen, die heutzutage nicht mehr benutzt oder gerne vergessen werden.

 

Den größten Teil dieser Ausgabe nimmt ein Artikel über den Werwolfmythos ein. Christian Stiegler räumt in seinem Essay „Gedanken zum Aussterben des deutschen Werwolfs“ mit einigen Klischees auf, die sich inzwischen so eingebürgert haben, dass sie als einzige Wahrheit des Werwolfmythos zu gelten scheinen. Zu einer solchen Kreatur wird man mitnichten durch den Biss eines anderes Monsters. Der Autor geht tief zurück in die frühe Neuzeit und beruft sich auf Schriften, Erzählungen und Romane, die anderes belegen. Das Anlegen eines Gürtels oder einer Haut, die aus besonderen und auf bestimmte Art und Weise bearbeiteten Materialien bestehen, machen einem zum Werwolf, starker Glaube und die willensstarke Hilfe eines anderen Menschen – oft einer Frau – können die Erlösung bringen. Stiegler nennt und beschreibt vor allem Geschichten aus dem deutschen Raum, die diese ungewöhnliche Geschichten erzählen und geht der Frage nach, warum Phantasten gerade hier damit aufhörten. Der Artikel ist sehr lesenwert und gibt viele Anregungen auch dem modernen Mythos wieder eine klassische Ausprägung zu geben.

Weiter sind in ARCANA zwei klassische Geschichten zu finden: „Der Geist von Blynt House“ ist eine Gespenstergeschichte der besonderen Art, die vor allem durch die ungewöhnliche Art der Auflösung überrascht und gefällt, da man diese Variante sehr selten liest. In „Perlmutter“ begegnet ein deutscher Ingenieur einem seltsamen Mädchen, dass ihm fortan nicht mehr aus den Gedanken geht und langsam in den Wahnsinn treibt.

Und Hans-Reinhard Kühnreich erzählt von den Freuden und Leiden eines Sammlers durch den „Wandel des Büchersammelns in den Zeiten des Internets“. Die „Erfahrungen eines Sammlers utopisch-phantastischer Literatur“ sind sehr kenntnisreich verfasst und unterhaltsam geschrieben, da immer wieder kleine Anekdoten den Inhalt auflockern. Nichtsdestoweniger kann man aus seinen Erlebnissen eines lernen.

 

Ein Gedicht und Rezensionen runden das Magazins ab, das sich von Inhalt und Gestaltung her wieder einmal sehen lassen kann. Denn auch wenn es nicht mit einem Vierfarbcover glänzen kann, so sind doch Geschichten und Artikel sehr gut ausgewählt und von einem hohen Niveau, das seinesgleichen sucht und einen interessanten Blick in Phantastik bietet, die so lange vergessen war.

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Arcana: Magazin für klassische und moderne Phantastik

Genre: Horror & DarkFantasy

Hrsg: Gerhard Lindenstruth

broschiert, A5-Heftformat 76 Seiten

Verlag Lindenstruth, Gießen erschienen Februar 2006

ISSN: 1610-7373

 

Erhältlich bei: Verlag Lindenstruth

weitere Infos:

Hintergrundinformationen, Rezensionen und mehr zum Magazin


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Erstellt: 17.12.2006, zuletzt aktualisiert: 21.04.2020 16:30