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Stille Nacht - Blutige Nacht

Ein paar Gedanken zu Weihnachten von Stefan Glaubitz

 

Es weihnachtet sehr und wie jedes Jahr stellt sich in vielen Familien die Frage: „Was soll man den lieben Sprösslingen dieses Jahr schenken?“

 

Für viele liegt es da nahe, in den nächsten Multimedia-Laden zu gehen und im Spieleregal zuzugreifen, um den einen oder anderen Wunsch der Kinder zu erfüllen. Leider mangelt es den Eltern oft genug am Wissen um die Spielszene und so landet doch oft das ein oder andere Spiel unter dem Weihnachtsbaum, das meiner Meinung nach nicht nur wegen den Altersbeschränkungen nicht dorthin gehört. Unter ihnen werden bestimmt auch oft so klangvolle Titel wie „Crysis“, „Call of Duty 4“, „Unreal Tournament III“ oder „Hellgate London“ sein. Alles für sich sehr gute Spiele, das konnte ich selbst ausprobieren, aber auch alles Spiele, die dem Shooter-Genre entspringen. Und hier liegt meiner Meinung nach genau das Problem.

 

Ich glaube, es ist kein Geheimnis mehr, dass Weihnachten inzwischen nicht mehr das Fest der Liebe, sondern das des Kommerzes geworden ist. Dass sich die Computerspieleindustrie da auch ein Stück vom Kuchen abschneiden will, finde ich da natürlich nur gerecht. Allerdings finde ich es recht verwerflich, dass gerade zur Weihnachtszeit der Markt mit Shootern geflutet wird, es gibt genug andere Spiele die man zu dieser Zeit veröffentlichen könnte. Nein, ich bin kein Verfechter der „Computerspiele sind Schuld an der Verrohung unserer Jugend“ Theorie. Das ist in meinen Augen nämlich völliger Quatsch. Ich selbst gehöre zu einer Generation, die ich gerne „Generation Doom“ nenne. Auf meinem ersten PC lief bereits Doom 1 und ich kann wirklich sagen, dass ich mit PC-Spielen und damit auch mit Shootern groß geworden bin. Allerdings hegte ich nie das Verlangen, in den Keller zu gehen und mit der Motorsäge meines Vaters durch die Straßen zu ziehen. Auch daran, meine Lehrer oder Mitschüler zu ermorden, habe ich nie gedacht. Aber warum wird dann heute den PC-Spielen zugesprochen, einen solchen negativen Effekt auf unsere Jugend zu haben? Ich glaube nicht, dass die PC-Spiele ganz unschuldig an dieser Wandlung der Jugendlichen sind. Allerdings sehe ich die Hauptschuld dort eher bei den Eltern und unserer heutigen Gesellschaft. Heutzutage ist es wichtiger, viel Geld zu verdienen und da ist ein Kind, das beschäftigt werden will, natürlich hinderlich. So kauft man Computerspiele und lässt die Kinder damit alleine, das ist bequemer. Leider sind viele Eltern einfach nicht darüber informiert, was da so auf den PCs gespielt wird und so wird zu Weihnachten einfach gekauft, ohne sich zu informieren.

 

Dabei könnte man doch zu Weihnachten mal etwas ganz anderes machen. Muss es denn immer etwas für den Computer sein? Wäre es denn gerade zu Weihnachten nicht vielleicht mal wieder schön, wenn man sich etwas mehr Zeit für seine Kinder und Jugendlichen nimmt und mit ihnen etwas zusammen macht, anstatt dass der Computer noch am Heiligen Abend angemacht wird und das Schlachten auf dem Monitor beginnt? Dabei liegt die Antwort doch gar nicht so weit weg. Wie wäre es denn mal wieder mit einem Brett- oder Kartenspiel? Natürlich kommen Kinder auch irgendwann einmal in das Alter, in dem Brettspiele „uncool“ sind, aber auch diese Phase geht vorbei.

 

Natürlich ist es auch nicht so einfach, in der Fülle von Brett- und Kartenspielen das Richtige zu finden und es ist nicht immer ganz einfach sich zu informieren. Aber dafür gibt es uns von Fantasyguide ja schließlich, und eine Menge Spiele sind von uns ja bereits getestet worden. Für diejenigen, die jetzt keine Lust haben, lange unser Archiv zu durchforsten, habe ich mir einmal erlaubt, einige Spiele, die ich auch für weihnachtstauglich halte, aufzulisten:

Flinke Feger

Pro Ludo hat es geschafft, mit diesem Spiel ein tolles Familienspiel auf den Markt zu bringen. Bereits die ersten Eindrücke sind mehr als nur vielversprechend. Bei diesem Spiel treten mehrere Hexen zu einem Luftrennen auf ihren Besen an. Dazu müssen im Stil von Memory Zauberformeln mit Hilfe von Würfeln gebildet werden, um schneller zum Ziel zu kommen. Dabei ist nicht nur das, von Pro Ludo schon gewohnte, sehr hochwertige Design der Spielkomponenten lohnenswert, sondern auch der Preis, der mit ca. 23 € für dieses Spiel wirklich angemessen ist.

Tribun

Es bewegt sich etwas im alten Rom und dank dem Heidelberger Spieleverlag dürfen auch wir in Deutschland daran teilhaben. Allerdings bewegen sich hier nicht die unzähligen Legionäre, sondern die Stände von Rom sind in Bewegung. Es gewinnt dabei der Spieler, der es schafft, möglichst viele Stände hinter sich zu vereinen und die Siegbedingungen zu erfüllen. Dabei variieren diese Bedingungen immer anhand der Szenarien, sodass immer wieder Spannung geboten ist. 38 € muss man für dieses tolle Spiel auf den Ladentisch legen.

Notre Dame

Bei diesem Spiel geht es darum, sein Stadtviertel möglichst gut auszubauen und die meisten Prestigepunkte zu sammeln. Dabei muss aber immer die Gesundheit der Bevölkerung im Auge gehalten werden, denn je mehr Ratten sich das eigene Viertel als neue Heimat aussuchen, umso schwerer wird es, sich Prestigepunkte zu sichern. Alea hat mit Notre Dame ein tolles Spiel auf den Markt gebracht und der Preis von ca. 23 € ist mehr als nur angemessen.

Die Säulen von Venedig

Mitte des Jahres brachte Gold Sieber Spiele dieses schöne Spiel auf den Markt, bei dem es darum geht, die Stadt Venedig aufzubauen. Dabei ist man schon von seinen Mitspielern abhängig, denn bevor man die Stadtteile bauen kann, müssen Pfähle ins Wasser gebaut werden, auf denen die Stadtteile dann später stehen werden. Schließlich wollen die Bewohner keine nassen Füße bekommen. Ca. 25 € muss man für dieses tolle Spiel ausgeben.

 

Dies sind nur vier Spiele, aber es gibt natürlich noch viele mehr, die man gut zu Weihnachten schenken kann. Natürlich gibt es auch im Brettspielbereich eine Menge Spiele, bei denen es um Krieg geht, nur spritzt einem dabei nicht das Blut der Gegner um die Ohren. Außerdem ist ein solches Spiel doch immer wieder ein Anreiz, mit der Familie oder mit Freunden etwas zusammen zu unternehmen, was das Miteinander auch wieder fördert. So wird meiner Meinung nach nicht nur die Weihnacht eine unblutige Nacht.

 

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Erstellt: 06.12.2007, zuletzt aktualisiert: 05.02.2015 05:47