Nächte des Grauens (1966)
 
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Nächte des Grauens (1966)

Kurzkritik von Oliver Kotowski

 

Nächte des Grauens (The Plague of Zombies, GB 1966, 91 min)

Der Medizinprofessor Sir James Forbes (André Morell) bekommt einen Brief seines ehemaligen Schülers Dr. Peter Tompson (Brook Williams). Der praktiziert mittlerweile in einem abgelegenen Dorf in Cornwall und hat es mit einer mysteriösen Seuche zu tun. Da Sir James Tochter Sylvia (Diane Clare) eine ehemalige Schulkameradin von Peters Frau Alice (Jacqueline Pearce) ist, überzeugt sie ihren Vater, hinzufahren. Im Dorf ereignen sich seltsame Dinge. Die Situation ist wegen der Seuchentoten angespannt und eine Reiterschar drangsaliert die Dörfler und droht sogar den Forbes. Auch Alice verhält sich eigenartig – sie scheint sehr geistesabwesend zu sein. Nach dem Abendessen unterhalten sich Sir James und Peter. Peter kann sich keinen Reim auf die Seuche machen, zumal man ihm nicht erlaubt, an den Leichen eine Autopsie vorzunehmen. Dieses wird vom Gutsherren Clive Hamilton (John Carson) verhindert. Kurz entschlossen machen sich die beiden Ärzte auf zum Friedhof, um die Autopsie an einem frisch Beerdigten heimlich nachzuholen. Während auf die Ärzte eine Überraschung wartet, sieht Sylvia, wie Alice sich davonstiehlt, und folgt ihr. Im Wald verliert sie ihre Spur, weil die Reiter vom Tag herangeprescht kommen und sie zu finsteren Zwecken mit sich nehmen.

John Gilling hat einen soliden Grusel-Thriller gedreht. Für heutige Verhältnisse ist der Film zu betulich und zu harmlos, doch er kann noch immer mit einigen Stärken aufwarten. Da ist zunächst einmal das Setting: Ein altmodisches Dorf in Cornwall, eine alte Zinnmine, ein finsteres Anwesen. Auch wenn die Kulissen schon für den Film Das schwarze Reptil (1966) verwendet wurden, bieten sie einige unheimliche Bilder. Dann gibt es einige Momente, in denen die Figuren angenehm clever handeln – sie kommen genauso schnell zu den selben Ergebnissen wie die Zuschauer. Besonders interessant ist der bärbeißige Sir James, anscheinend ein klassischer Patriarch, der allerdings schon mal abwäscht (und dabei Teller fallen lässt). Die Figuren sind insgesamt sympathisch plausibel gezeichnet. Weiterhin gibt es noch einige sehr gelungene Szenen mit den Zombies – besonders beeindruckt jene, in der eine Handvoll von ihnen aus ihren Gräbern steigt, um Peter zu bedrängen. Schließlich ist noch ein sozialkritisches Element zu nennen, das üblicherweise Romero als Erfinder zugeschrieben wird: Die Zombies werden vom aristokratischen Zombiemeister geschaffen, um in seiner Zinnmiene zu schuften. Die finanziellen Interessen des ausbeuterischen Zombiemeisters werden zwar immer noch verhalten, doch deutlich vernehmbar kritisiert. Nichtsdestoweniger ist der Film heute eher als Meilenstein des Genres, denn als Gruselfilm zu sehen.

 

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Oje, das hat nicht geklappt, Elfenwerk! 202406202140201cf4ed88
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Film:

Nächte des Grauens

Original: The Plague of Zombies

Produktion: UK 1966

Regisseur: John Gilling

Spieldauer: 91 min

 

Darstellerauswahl:

André Morell

Diane Clare

Brook Williams

Jacqueline Pearce

John Carson

Alexander Davion

 


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Erstellt: 23.10.2010, zuletzt aktualisiert: 21.02.2015 09:46, 11127