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»Wenn in der Hölle kein Platz mehr ist, wandeln die Toten auf der Erde!«

Oder: Eine kleine Geschichte des Zombiefilms

 

von Oliver Kotowski

 

Seit über siebzig Jahren machen Zombies im Medium Film mehr oder minder große Furore und mittlerweile habe sie sich auch in der Literatur durchgebissen – Seth Grahame-Smiths Stolz und Vorurteil und Zombies sei hier genannt. Zeit, sich einmal die Entwicklung anzuschauen.

Dazu muss natürlich zunächst geklärt werden, was ein Zombiefilm ist.

 

Was ist denn eigentlich ein Zombie? Es gibt, grob gesagt, drei Zombietypen:

Der haitianische Zombie ist ein Mensch, der von einem Voodoo-Hexer durch ein Zombie-Pulver vergiftet wurde. Das Opfer starb, wurde beerdigt, erwachte wieder zum Leben und wurde wieder ausgegraben, um als Untoter (zumeist mit verminderter Hirntätigkeit) dem Voodoo-Hexer zu dienen. Es sei hier einmal dahingestellt, was an dieser Vorstellung dran ist.

Der philosophische Zombie ist Teil eines Gedankenexperiments: Es ist ein Wesen, dass sich exakt so verhält wie ein normaler Mensch, aber über keinerlei Bewusstsein verfügt. Solche Experimente dienen dazu, gewisse moralische Implikationen zu verdeutlichen. Grob gesagt.

Dann gibt es noch den Zombie der Horrorgeschichten. Der ist natürlich nicht exakt zu bestimmen bzw. nur für einen gewissen Moment exakt zu bestimmen. Dennoch ist bei den meisten Filmen klar, ob da gerade ein Zombie umherwankt oder nicht, denn es gibt eine Kombination von Kerneigenschaften, die man leicht als Zombie identifiziert. Halten wir also diesen Kernzombie fest: Das ist ein Mensch, der gestorben ist und aus vielleicht bekanntem, vielleicht unbekanntem Grund als Untoter wiedererstand. Er verbindet die Eigenschaften von Toten und Lebenden – er verwest und bewegt sich. Er ist mehr oder minder geistlos, ein ziemlicher Grobmotoriker und von einer rasenden, ungezielten Mordlust erfüllt. Je weiter er davon abweicht, desto schwerer fällt es, die Figur als Zombie zu identifizieren, wo genau die Grenze liegt, ist sehr schwer zu bestimmen. Ich will das Dasein als physischer Untoter als notwendige Bedingung setzen und noch mindestens eine weitere Kerneigenschaft erwarten – sonst würde man den Zombie nicht von einem Vampir, einer (untoten) Mumie oder einen Revenant (à la The Crow von 1994) unterscheiden können.

 

Nun zur Frage, was ein Zombiefilm ist – ist jeder Film mit Zombie ein Zombiefilm? Oder nur solche mit Zombieapokalypse? Ich will Ersteres darunter verstehen, allerdings mit einer Einschränkung: Es reicht nicht, dass Zombies darin vorkommen, sie müssen in bedeutsamer Weise darin vorkommen. Das heißt, Harry Potter und der Halbblutprinz (2005) ist kein Zombiefilm: In der Höhle, in der die Protagonisten einen Horcrux vermuten, müssen sie sich gegen Inferi (so heißen bei J. K. Rowling die Zombies) erwehren, doch es hätte nichts an der Geschichte geändert, wenn diese durch Wassermenschen ersetzt worden wären.

 

An dieser Stelle noch ein Wort zur Bebilderung des Artikels: Da der FantasyGuide eine Familienseite ist und einige der behandelten Filme indiziert oder sogar beschlagnahmt sind, haben wir uns dazu entschlossen, zur Gänze auf Bilder zu verzichten – nicht, dass der Falsche darüber stolpert.

 

Die frühen Zombiefilme

Nun aber los, fangen wir an mit … − nein, fangen wir vorher an.

In dem Film Das Kabinett des Doktor Caligari (1919) gibt es einen verrückten Wissenschaftler (Dr. Caligari), der einen somnambulen Mörder kontrolliert – der blasse Schlafwandler schlurft dann mit ausgestreckten Armen und leeren Gesichtsausdruck herum. Damit werden die wichtigsten Momente der frühen Zombiefilme vorweggenommen: Ein böser 'Hexenmeister' kontrolliert geistlose Sklaven, die seine Schandtaten ausführen – es geht um eine schöne Frau. Auch das Erscheinungsbild ist sehr ähnlich. Nur ist der Sklave eben kein Untoter.

Der erste Auftritt eines richtigen Zombies erfolgte dann 1932 in White Zombie. Der Grundplot ist ganz ähnlich: Ein Zombiemeister – hier noch ein uralter diabolischer Osteuropäer – will die (schöne) Frau des Protagonisten. Das Ganze ist natürlich noch ein bisschen verkompliziert. Die Zombies verhalten sich nicht nur ähnlich wie der Somnambule aus Das Kabinett des Doktor Caligari, sie sehen auch ganz ähnlich aus: bleich und hohlwangig mit blutunterlaufenen Augen. Allerdings erhalten sie durch die Entfernung der Seele einen unsterblichen Leib. Sie agieren als unermüdliche Marionetten, die die Befehle ihres Meisters peinlich genau ausführen. Die wichtigsten Zombies ('Leibgarde') sind Weiße; auf den Feldern und in der Mühle arbeiten schwarze Zombies.

Eine klar andere Haltung nimmt Ich folgte einem Zombie von 1943 ein, denn der Film nimmt den Voodoo-Kult ernst. Es gibt eine Welt des Übernatürlichen und Voodoo ist eine Interpretation davon. Die Zombies sind lebende Tote – der Leib lebt nach wie vor, das Herz schlägt, der Magen verdaut, doch Seele und Geist sind abgestorben. Via magische Symbole kann der Voodoo-Priester dem Zombie einfache Befehle übermitteln. Zombiemeister ist eine schwarze Nebenfigur. Zombies gibt es nur zwei: die weiße Jessica und den schwarze Carre-Four. Während Jessica nur da ist (und alle an den schwelenden Konflikt zwischen den Brüdern erinnert), führt Carre-Four die Befehle des Meisters aus. Der Meister scheint aber auf ein konfliktfreies Zusammenleben der Gemeinde aus zu sein – er tritt in erster Linie als Heiler auf. Wie gefährlich ein Zombie werden kann, bleibt daher unklar. Nachhaltig dürften die egoistischen Haltungen der Protagonisten sein: Die beiden Brüder, die Mutter, Jessica, selbst Betsy, alle haben eigennützige Motive – Betsy riskiert so viel, weil sie Holland liebt; ansonsten wäre sie nie zu den Voodoo-Kultisten gegangen.

Der einzige Zombiefilm, der sich klar auf diesen Film beruft, ist der fünfundvierzig Jahre später entstandene Die Schlange im Regenbogen. Zwar nimmt der Film nicht so eindeutig eine magische Welt an – der Protagonist glaubt zunächst, dass das Zombie-Pulver ein extrem wirksames Anästhetikum sei, das Menschen für einige Zeit klinisch tot sein lasse und bei unsachgemäßer Handhabung große Teile ihrer kognitiven Fähigkeiten verlieren lasse. Später ist er sich nicht mehr so sicher, denn mittels eines speziellen Rituals kann dem Zombie die Seele geraubt werden und dann muss er dem Zombiemeister zu Diensten sein. Es wird impliziert, dass der Zombie wieder ein normales Leben führen kann, wenn er seine Seele zurückerhält. Der Film setzt auf eine Mischung aus Staunen, das aus der recht realistischen Zeichnung von Haiti, dem Voodoo-Glauben und der Geheimpolizei Tonton Macoute, die Schadenszauber des Voodoos einsetzten, resultiert, einigen Action- und Horror-Szenen und der Queste nach dem Zombie-Pulver.

Die zahlreichen Zombiefilme der 30er, 40er, 50er und frühen 60er folgten mehr oder minder eng dem von White Zombie etabliertem Schema. Nächte des Grauens (1966) stellt gewissermaßen einen Abschluss jener Ära dar. Er ist ein wichtiges Gelenkstück zwischen den älteren Filmen und den kommenden Romero-Filmen. Die Zombies werden wiederum durch Voodoo-Hexerei geschaffen, doch das Ritual tritt hier weit in den Hintergrund und ist ohnehin eine bizarre Mischung aus trommelnden Schwarzen und weiß vermummten Kultisten, die lateinische Zaubersprüche intonieren. Dennoch spielt die sympathetische Verbindung zwischen Kontroll-Puppen und Zombie eine wichtige Rolle. Die Zombies scheinen ohne eigenen Willen zu sein und bloß die Befehle ihres Meisters auszuführen (der übrigens die schöne Tochter des Protagonisten will). Doch das täuscht. Sie müssen in der Zinnmiene arbeiten und ohne Aufsicht, die mit Peitschenknallen ihren Befehlen Nachdruck verleiht, bleiben sie völlig apathisch. Im Showdown werden die Kontroll-Puppen beschädigt, sodass die Zombies frei sind. Sie nutzen diese Freiheit sofort, um auf ihre ehemaligen Herren loszugehen. Anders als in den früheren Filmen sieht man den Zombies deutlich die einsetzende Verwesung an. Die sich aus der Grabeserde hervorwühlenden Hände der Friedhofstraumsequenz dürften eines der wirksamsten Bilder des Zombiefilms sein. Und noch ein Kuriosum am Rande: Der Film ist meines Wissens nach der erste historische Zombiefilm, da die Geschichte Mitte des 19. Jh. spielt.

 

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Romeros Zombiefilme

1968 wurde dann ein kleiner Independent-Film uraufgeführt, der den Zombiefilm wirkungsmächtig veränderte: Night of the Living Dead – Die Nacht der lebenden Toten. Zunächst scheint der Film krass mit den Vorgängern zu brechen – die Zombies sind gnadenlose Angreifer, die das Fleisch der Lebenden fressen wollen. Sie sind völlig unkontrollierbar. Sie werden nicht geschaffen, sondern entstehen von selbst – jeder Tote wird nach ca. 5 Minuten zu einem Zombie (möglicherweise wird dieses von der Strahlung eines außerirdischen Meteors verursacht). Dafür kann man sie recht leicht vernichten: Sie fürchten sich vor Feuer, sind langsam, nicht besonders stark und die Zerstörung des Gehirns schaltet sie endgültig aus. Diese Ausprägung des Zombie-Motivs sollte lange Jahre den Zombiefilm dominieren. Wichtigste Inspirationsquelle für diese Zombies war übrigens Richard Mathesons Vampir-Geschichte Ich bin Legende. Doch der Film nimmt auch wesentliche Momente der Vorgängerfilme auf. So sind die Zombies implizit immer noch wie in Nächte des Grauens die Unterdrückten, nur dass sie sich jetzt gegen die Herren auflehnen. Auch optisch lehnt sich Romero deutlich an diesem Film an. Wichtig sind außerdem die aus dem Egoismus der Protagonisten resultierenden gruppeninternen Differenzen – würde die Gruppe zusammenhalten und vernünftig Pläne schmieden, würde sie vermutlich nicht scheitern. Kurz: Dieser Film etablierte die Vorstellung vom Kernzombie(film): Eine Handvoll zufällig zusammengewürfelter Protagonisten, die z. T. gegeneinander arbeiten, verbarrikadieren sich, um den hungrigen Horden der Zombieapokalypse zu widerstehen. Bei diesem Zombiemotiv bleibt Romero im Großen und Ganzen und auch vom Plot weicht er nur begrenzt ab.

Night of the Living Dead war noch kein großer Erfolg beschieden. Dieser stellte sich erst zehn Jahre später mit Dawn of the Dead (dt. Zombie) ein. Der Film knüpft nahtlos an seinen Vorgänger an; die Zombies werden etwas weiter entwickelt, sie erhalten nun einen rudimentären Charakter, etwa wenn Zombiekinder mit Puppen spielen. Der Ursprung der Zombieplage bleibt im Dunkeln, es wird aber Voodoo erwähnt; dazu passt, dass sie nicht natürlichen Ursprungs sein können, da sie nicht verhungern. Üblicherweise werden die Zombies als Allegorie auf die Kapitalismusopfer aufgefasst, die nichts mehr machen als zu konsumieren. Auch sonst führt der Film die wesentlichen Momente fort – wieder ist es eine zusammengewürfelte Gruppe von Menschen, die sich vor einer Zombiewelle verbarrikadieren. Im Grundtenor ist er allerdings positiver: Die Gruppe arbeitet besser zusammen, am Ende gelingt zwei Protagonisten die Flucht, auch wenn diese nur ins Ungewisse führt. Die Verproviantierung im Einkaufszentrum dürfte zu den wirkungsstärksten Szenen des Filmes zählen. Die für damalige Verhältnisse krasse explizite Gewalt löste eine Welle von Zombiefilmen aus, besonders aus italienischen Studios folgte ein Streifen auf den anderen. Dieser Film verknüpfte den Splatter nachhaltig mit dem Zombie-Motiv.

Day of the Dead (dt. Zombie 2) führt sieben Jahre später die Tendenzen der früheren Filme weiter aus: Die Zombies sind wie die Zombies in Romeros Dawn of the Dead, auch wenn sie realistischer und weniger grotesk aussehen. Weiterhin wird die relative Unverwundbarkeit weiter auf die Spitze getrieben und mit Bub gibt es den ersten individualisierten Zombie; es werden gewisse Erinnerungen reaktiviert und er versucht sogar zu sprechen. Damit versucht der verantwortliche Dr. Logan, ein Zombiemeister zu werden, doch er verwendet Neurophysiologie und Soziologie statt Schwarzer Magie. Über den Ursprung der Zombies wird nichts gesagt. Der Film setzt mehr auf die gruppeninternen Spannungen als auf die Bedrohung durch die Zombies; wenn die Gruppe zusammengearbeitet hätte, hätte sie möglicherweise erfolgreich sein können. Mit diesem Film gilt seine Zombie-Trilogie als abgeschlossen.

Nach Day of the Dead lässt Romero das Thema zwanzig Jahre ruhen. Die Erfolge von Resident Evil, Shaun of the Dead und dem Snyder-Remake von Dawn of the Dead lassen ihn dann wieder tätig werden: 2005 flimmerte Land of the Dead über die Leinwände. Zwar verkündete Romero, dass dieser Film keine Fortsetzung von Day of the Dead sei, doch er steht völlig in der Tradition der Trilogie. Die Zombies sehen ähnlich gruselig aus, treten genauso auf. Was sie zum Leben erweckt, bleibt unklar. Es gibt auch einiges Neues: Die Zombies werden von Feuerwerksraketen so fasziniert, dass sie alles um sich herum vergessen und nur noch in den Himmel starren. Sie gehen verstärkt (rudimentär) den Tätigkeiten nach, die ihr Leben bestimmten. Und dank dem Zombie Big Daddy lernen sie. So können sie mit Werkzeugeinsatz die Schwachstellen im Verteidigungssystem der Überlebenden überwinden. Und sie empfinden Mitleid mit ihren leidenden Mitzombies. Die Menschen haben sich viel stärker verändert. Sie haben sich viel mehr mit der menschenverachtenden Situation abgefunden. Fiel es ihnen anfangs schwer, die Zombies einfach zu erschießen, sind viele von ihnen mittlerweile so sehr abgestumpft, dass sie ihre Mitmenschen für ein Vergnügen opfern: Die Prostituierte Slack wird waffenlos in einen Käfig mit zwei Zombies gesperrt – es wird darauf gewettet, welcher Zombie sie erwischen wird. Damit sind die Menschen auch wieder zu Zombiemeistern geworden: Mit schlichter Gewalt werden die Zombies in die Position gebracht, in der sie sein sollen, sei es als Gladiator, gruselige Kulisse oder untote Zielscheibe. Wofür die Zombies stehen, ist ziemlich unklar, sicher ist nur, dass sie zu den Unterprivilegierten außerhalb der gated community gehören – aber wer gehört schon nicht dazu? Schließlich: Die Streitigkeiten unter den Überlebenden werden auf die Spitze getrieben – es gibt zahllose Fraktionen, Verrat und Seitenwechsel werden kaum mehr übel genommen, dafür gibt es auch kaum mehr klare, langfristige Ziele.

Schon zwei Jahre später folgte der nächste Zombiefilm: Diary of the Dead. Die Zombies des Films stehen völlig in Romeros eigener Tradition: Es sind schlurfende Tote, entsprechend des jungen Datums der Zombiekatastrophe kaum verwest, zum Teil aber reichlich verstümmelt mit aus dem Leib plumpsenden Gedärmen usw. Auch die kognitiven Fähigkeiten sind etwa auf den Stand von Day of the Dead. Trotz der klaren Frage, ob Menschen es wert seien, gerettet zu werden, sind die Überlebenden untereinander viel Kooperativer als in den früheren Filmen – die Gruppe wird zweimal selbstlos unterstützt und einmal zurückhaltend ausgeraubt. Auch untereinander gibt es grenzwertiges Verhalten, doch sie sind weit davon entfernt, einander absichtsvoll echten Schaden zuzufügen. Dazu passt, dass es keine Zombiemeister gibt. Der Tenor der früheren Filme und dieses Filmes legt nahe, dass die Zombies ein Chiffre für die 'Opfer' manipulierter Massenmedien sind, doch inhaltlich bietet der Film selbst wenig Anhaltspunkte für diese Deutung – die Zombies scheinen bloß aufsässige Schadleichen zu sein. Eine Entwicklung findet allenfalls im Formalen statt – Romero nähert sich einer 'authentischen' Darstellung an, bleibt jedoch zwischen regulären Filmen und fake docus stehen.

Und wieder zwei Jahre später folgt der bisher letzte Streich: Survival of the Dead. Die Zombies schließen an denen aus Land of the Dead und Diary of the Dead an, werden aber auch ein wenig weiter entwickelt – viele wirken überraschend unaggressiv, quasi domestiziert, und außerdem fressen sie zum ersten Mal etwas anderes als Menschen – auf Plum Island war die Lösung zum Greifen nahe. Der Zombiemeister ist schön ambivalent gezeichnet: Er ist ein Gutsherr, der einerseits aus einer Mischung von christlicher Nächstenliebe und Klandenken die Zombies nicht vernichten will, andererseits aber auch nur ihre Ausbeutung im Sinn hat. Er versucht sie klassisch abzurichten, was am Ende sogar gelingt. Die Überlebenden sind sich wie immer uneins und bereit für ihre Ziele über Leichen zu gehen. Zombies sind dieses Mal anscheinend ganz unspezifisch Loser. Inspiriert wurde der Film übrigens vom William Wylers Western Weites Land (1958) – die Inspirationsquelle ist immer noch besser.

 

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Italo-Horror

Romeros Dawn of the Dead löste einen Tsunami von Zombiefilmen aus, die zu einem großen Teil aus Italien kamen. Der Duktus dieser Exploitation-Streifen war etwas anders: Die Italiener setzten viel mehr auf Ekel-Szenen und waren einen ganzen Zacken sadistischer im Umgang mit ihren Figuren. Jenseits dieser Werte haben viele der Filme nur wenig zu bieten. Eine gefeierte Ausnahme sind einige Filme von Lucio Fulci. Er war es auch, der 1979 die Italo-Welle mit seinem Film Woodoo – Die Schreckensinsel der Zombies – auch bekannt als Zombi 2 – anführte. Die Zombies erinnern weitgehend an Romeros: Sie sind langsam und hirnlos. In der Erscheinung setzt Fulci aber weniger auf den Mitleidsfaktor (wie Romero), sondern mehr auf Horror – die Zombies sind oftmals erheblich verwester als Romeros. Tatsächlich lässt sich der Film als Bindeglied zwischen der älteren Tradition à la White Zombie und I walked with a Zombie und der neueren Romero-Trilogie begreifen. Da sind die Schauplätze: einerseits New York, mitten im Herzen der westlichen Zivilisation, andererseits eine abgelegene Insel in der Karibik. Deutlicher wird es beim Ursprung: Der westliche Arzt glaubt an eine natürliche Erklärung und begreift das Phänomen als Krankheit – sein Handlanger und die anderen schwarzen Insulaner glauben an Voodoo. Vielleicht ist sogar der Schamane schuld? Am Ende weiß man nichts. Es ist wohl einfach so angefangen. Gibt es einen Zombiemeister? Stehen die Zombies für irgendetwas? Fulcis Film ist sehr deutungsoffen – vielleicht, vielleicht auch nicht. Hinsichtlich der Protagonisten unterscheidet sich Fulcis Film aber deutlich von Romeros Filmen: Bei Fulci wird reibungslos zusammengearbeitet.

Schon im folgenden Jahr zeigte er einen weiteren Klassiker des Zombiefilms: Ein Zombie hing am Glockenseil. Die Zombies sind hier überaus eigenwillig. Das beginnt schon mit dem Aussehen: Sie sind auf eigenartige Weise entstellt, so als hätten sie nach ihrem Tod eitrige Geschwüre bekommen. Sie bewegen sich nicht sonderlich schnell, wirken aber auch nicht langsam-ungeschickt wie die Romero-Zombies, sondern nur so, als wenn sie es nicht besonders eilig hätten. Dafür können sie teleportieren; schaut man kurz weg, können sie unvermittelt an anderer Stelle auftauchen. Wenn ein Opfer für längere Zeit die Augen schließt, dann entmaterialisieren sie sich. Sie töten zumeist, indem sie mit einer Hand ihrem Opfer das Gehirn aus dem Schädel quetschen. Dafür fressen sie nichts. Vernichten kann man sie anscheinend, in dem man ihnen einen Gegenstand in den Unterleib rammt. Pater Thomas, der Urzombie, kann außerdem mit Blicken töten; seine Opfer erleiden dann einen Herzinfarkt oder weinen zunächst blutige Tränen und erbrechen dann ihre Gedärme. Auch in anderer Hinsicht ist der Film eine Ausnahme: So ist der Urzombie anscheinend der Zombiemeister; außerdem sind die Zombies keine Strafe für menschliche Hybris; sie scheinen auch keinerlei Symbol für irgendwelche Gesellschaftsteile zu sein.

Und wieder ein Jahr später gibt es den nächsten Klassiker: Über dem Jenseits. Die Zombies erinnern optisch deutlich an Romeros Zombies – offenkundige Leichname schlurfen auf die Protagonisten zu. Anders als Romeros Zombies wollen sie diese nicht fressen, sondern einfach nur töten. Überhaupt greift der Film weniger auf die Tradition der Zombiefilme, als vielmehr auf Hounted House und H. P. Lovecraft-Geschichten zurück: Ein Hexer kehrt mit allerlei okkulten Phänomen aus dem Jenseits zurück. Erst nachdem der Hexer Fuß fasste, erweckt er seine Zombie-Horden. So wenig wie Kannibalismus eine Rolle spielt, spielt der Kapitalismus eine Rolle; Zombies sind einfach die mit Schwarzer Magie belebten Mordmaschinen des Hexers. Darüber hinaus gilt Über dem Jenseits als bester Fulci-Film, in dem er eine packende Dramaturgie mit ästhetischen Bildern vereinigen kann.

Einerseits gelten die Fulci-Filme als die besten Italo-Zombiefilme, andererseits waren sie stilbildend für diese Welle. Eine Ausnahme stellt Zeder – Denn Tote kehren wieder dar. Der Film ist ein früher Mystery-Thriller, bei dem die Zombies das Produkt des Rätsels "K-Zone" sind; entsprechend spielen die Zombies nur eine kleine Rolle und werden nur sehr begrenzt ausgeführt: Es treten nur drei Zombies auf, von denen einer nicht zu sehen ist. Die beiden anderen sehen wie frisch Verstorbene aus, also unverwest, und ohne schwere Verletzungen oder dergleichen. Dass sie allerdings sofort als Zombies zu erkennen sind, ist weniger der Maske, als vielmehr der Mimik zu verdanken – subtil bringen beide Schauspieler eine dämonische Mordlust zum Ausdruck. Inwiefern der Tod den Charakter des Zombies über die gewaltige Mordlust hinaus verändert, ist unklar, aber es scheint, als würden sie sich an ihre Beziehungen zu individuellen Lebenden erinnern. Ihre Fähigkeiten sind ebenfalls nur vage gezeichnet. Sie können anscheinend dramatisch aus dem Boden brechen, sind übernatürlich stark und zäh – es gelingt niemanden, einen Zombie im Kampf zu besiegen. Ihre Geschwindigkeit scheint normal zu sein, auch wenn sie es nie eilig haben. Andererseits sind sie an die K-Zone gebunden und scheinen nur begrenzt lang aktiv zu sein; wird ihr Körper in der inaktiven Phase ausgegraben und aus der K-Zone entfernt, dann ist der Zombie vernichtet. Ein Aspekt, der an Vampire und den Zwang in der Heimaterde zu schlafen erinnert. Überhaupt lassen sich diese Toten kaum als Zombies begreifen, wenn man sie mit Romeros Zombies vergleicht; sie ähneln vielmehr denen aus Ein Zombie hing am Glockenseil. Zombiemeister im weiteren Sinne gibt es auch wieder. Dieses Mal ist es anscheinend eine geheime französische Regierungsorganisation, die die K-Zonen erforscht, um den Tod zu besiegen. Die Protagonisten sind zwar keine zusammengewürfelte Gruppe, sonder ein junges Ehepaar, doch es gibt zwischen ihnen gewisse Spannungen – er will zwanghaft ermitteln, sie setzt sich passiv dagegen ein. Als die Frau am Ende stirbt, wird der Mann zum Zombiemeister, indem er sie in der K-Zone vergräbt. Hiermit bezieht sich der Film auf frühere Zombiefilme wie White Zombie oder Ich folgte einem Zombie, in denen der Meister eine geliebte Frau nur halten kann, weil er sie zombifiziert, und nimmt die späteren Filme wie Re-Animator oder Deadgirl vorweg, in denen der geliebte Zombie sich gegen den Möchtegernmeister wendet.

In den 80ern schwappte die Welle dann auch aus; ein Werk, das sich bewusst in diese Tradition stellt, ohne wirklich dazuzugehören, ist der 1994 aufgeführte Film DellaMorte DellAmore. Dies offenbart sich in der Struktur, die Kausalität gerne mal ignoriert: In Fulcis Über dem Jenseits gelangt man aus dem Fahrstuhl des Hospitals in den Keller des Hotels und endet in einem Bild, das am Anfang gezeigt wurde; bei Soavi gelangt man im wahrsten Sinne des Wortes ans Ende der Welt und endet in einer Schneekugel, die am Anfang gezeigt wurde. Die Zombies sind recht eigenwillig: Sie sind mehr oder minder stark verwest, können sprechen und wirken überhaupt recht menschlich, haben allerdings Neigung zu beißen und herumzutrödeln. Ein Biss führt nicht per se zum Tod. Es ist anscheinend der Friedhof, der sie wiederkehren lässt – ein Bezug auf Zeder. Wie üblich ist es allerdings die Zerstörung des Gehirns, die den Zombie endgültig vernichtet. Die Zombies sind hier wiederum eine eigenwillige Allegorie: Sie stehen für das Gedenken der Lebenden an die Toten.

 

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Die Goldenen Jahre der Toten: Zombie-Horror

Romero inspirierte nicht nur Italiener, auch der angloamerikanische Raum wurde nach Dawn of the Dead tätig. Ein Vorläufer des Trends sei hier vorangestellt: Das Leichenhaus der lebenden Toten. Der 1974 uraufgeführte Film steht in mancherlei Hinsicht in der Tradition von Romeros Night of the Living Dead. Da sind zunächst die schlurfenden, kannibalistischen Zombies. Wie bei Romero haben sie Angst vor Feuer und verbrennen auch schnell. Sonst sind sie ziemlich schwer auszuschalten; die Zerstörung des Kopfes wird nie gezeigt. Der Kannibalismus ist ebenfalls anders motiviert: Sie brauchen das Fleisch, um Leichen zu Zombies zu machen. Der Konsum des Fleisches der Lebenden scheint die Zombies im doppelten Sinn anzutreiben. Neben dem eigenartigen Blutritual werden die Zombies von den Strahlen eines neuen Schädlingsvernichtungsapparates des Landwirtschaftsministeriums geschaffen. Auch hier knüpft der Film an Romeros Strahlentheorie an. Zombiemeister gibt es ebenfalls keine. Über den Zombies hinaus greift der Film Motive Romeros auf. So werden die Autoritäten recht negativ gezeichnet – die Polizei ist reaktionär, die Wissenschaftler vom Ministerium verlogen, risikobereit und vor allem ausbeuterisch. Die positiven Figuren sind gebrochen gezeichnet, sie scheitern und erleiden Traumata, ganz wie Ben und Barbara. Es gibt aber auch einen wichtigen Unterschied im Duktus des Films: Während Ben & Co. sich vor allem in ihre Festung zurückziehen, der Fokus der Bilder auf den Figuren liegt, sind George & Co. häufig auf der Flucht, der Fokus der Bilder bietet einige Panoramaaufnahmen.

Nicht alle Zombiefilme lassen sich klar in eine Tradition einordnen: Re-Animator ist so ein ewiger Zwiebelfisch. Die Zombies erinnern sehr an jene aus Nächte des Grauens. Es sind wiedererweckte Leichen, die sich voller Zorn auf alles Lebende stürzen; können sie kontrolliert werden, dann werden sie zu willigen Handlangern. Wie in Nächte des Grauens oder White Zombie gibt es einen Zombiemeister, der nach der schönen Frau giert und seine 'Mitarbeiter' ausbeutet – Dr. Hall will sich Megan, die Freundin des Protagonisten mittels Magie hörig machen und Wests Forschungen als seine eigenen ausgeben; West soll zum Assistenten degradiert werden. Optisch erinnern die Zombies eher an Fulcis Zombies: Es sind frische, zuweilen aber arg zerfledderte Tote, die sich allerdings schnell bewegen können. Fleisch-Hunger haben sie keinen, sie wollen nur töten. Insgesamt steht der Film kaum in der Tradition der Zombiefilme; er kann sich in mancherlei Belang an die Kurzgeschichte Herbert West – der Wiedererwecker von H. P. Lovecraft orientieren, auf der der Film basiert. Wests Wiedererweckungsserum kann allerdings als Anspielung auf das Zombie-Pulver verstanden werden. So wenig, wie der Film sich auf Vorgänger bezieht, so wenig direkte Nachahmer hat er gefunden; es gibt allerdings zwei Fortsetzungen und sein auf die Spitze getriebener Splatter-Humor ist Wegbereiter für Filme wie Braindead.

Tatsächlich haben nur wenige Traditionalisten jener Jahre eine Nachwirkung; Return of the Living Dead III gehört allerdings zu ihnen. Die Zombies basieren locker auf Romeros Zombies, sehen jedoch wesentlich leichenhafter aus, bisweilen sind sie teilweise skelettiert. Sie sind zudem zwar nicht so rasend schnell wie die Infizierten aus 28 Days Later, aber deutlich schneller als Romeros Zombies. Auch sind sie erheblich stabiler: In Day of the Dead konnte man sehen, dass Romeros Zombies erst mit der Zerstörung des Gehirns vernichtet sind, selbst ein abgetrennter Kopf 'lebt' noch weiter; hier vernichtet nicht einmal ein Kopfschuss den Zombie, nur die völlige Zerstörung des Körpers vernichtet ihn – hierin gleichen sie den Zombies aus Braindead. Der Film nimmt gewisse Entwicklungen vorweg: So wird Julie nicht sofort zu einem hirngierigen Monster, auch wenn sie bisweilen Aussetzer hat, die sie mit masochistischen Handlungen zu unterdrücken sucht, sondern liebt bis an ihr (zweites) Ende ihren Freund Curt. Kein Wunder, dass es den ersten Sex zwischen einem Zombie und einem Lebenden gibt. Die Zombies scheinen weniger eine Anspielung auf eine bestimmte Gesellschaftsgruppe, sondern vielmehr auf die Gefahren der Radioaktivität zu sein: Die Zombies lassen sich nicht unschädlich machen, man kann sie nur in Fässer isolieren; selbst die Asche verbrannter Zombies wird bei Kontakt Lebende wie Tote in Zombies verwandeln. Auch gibt es möchtegern Zombiemeister; wie in Day of the Dead handelt es sich um eine Mischung aus Militärs und Wissenschaftler. Natürlich scheitern sie an ihrer Hybris.

 

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Die Goldenen Jahre der Toten: Zombie-Humor

Die Zombiekomödie ist relativ alt – die älteste dürfte der Film Zombies on Broadway von 1945 sein. Lange Zeit waren diese Filme allerdings eher albern und harmlos – man erinnert sich ihrer kaum mehr. Schon Dawn of the Dead mit seinen traurig-komischen Zombies und dem teilweise übersteigertem Splatter wies in Richtung Splatter-Komödie, doch den Durchbruch brachte Tanz der Teufel aus dem Jahr 1981. Obwohl der Film zumeist als Klassiker des Zombiefilms gewertet wird, tauchen darin keine Zombies, sondern nur Dämonen bzw. von Dämonen besessene Menschen auf. Sie sehen allerdings dem typischen Fulci-Zombie durchaus ähnlich und treiben manchmal eine Leiche weiter an. Bei ihren Angriffen kommt es auch zu brutalen Verstümmelungen der Opfer, sodass es auch in dieser Hinsicht eine Ähnlichkeit zum Zombiefilm gibt. Andererseits behalten sie ihre Erinnerungen, auch wenn sie komplett böse sind, und sie bewegen sich zudem sehr schnell und kraftvoll – also ganz anders als die Zombies zu jener Zeit. In puncto Splatter-Humor ist der Film stilbildend gewesen und damit zählt er zweifelsohne zu den Wurzeln von Re-Animator, Braindead, Undead und dergleichen mehr. Auch der Einsatz der Motorsäge gegen Zombies hat hier seinen Ursprung, auch wenn Ash letztlich doch davon absieht.

Die erste waschechte Zombiekomödie, die sich bis auf den heutigen Tag einer gewissen Beliebtheit erfreut, dürfte dann Verdammt, die Zombies kommen – Return of the Living Dead von 1985 sein. Der Film stellt sich ganz explizit in die Tradition von Night of the Living Dead – Frank behauptet, dass der Film Night die wahren Ereignisse verzerrt darstelle, denn die Army habe die Zombies nur eingefangen; einen Irrläufer der Zombiebehälter hat man im Keller. Andererseits bricht der Film auch ganz klar mit der Tradition: Zunächst entstehen die Zombies aufgrund des Gases 2-4-5 Trioxin; dann sind sie nicht durch eine Zerstörung des Gehirns zu vernichten, sondern nur durch vollständiges Verbrennen (die Asche bleibt weiterhin infektiös); die Zombies sind nicht besonders langsam oder ungeschickt und sie sind durchaus intelligent – sie locken die Lebenden in Fallen, nutzen bewusst Hebelwirkung und können sprechen. Letztlich war der Film in einer Hinsicht besonders wirksam: Statt Menschen zu fressen, verlangt es sie nur nach Gehirnen – dieser Hunger, verbunden mit dem Ruf "Gehirne!" hat das Zombiemotiv nachhaltig geprägt. Sie fressen die Gehirne übrigens, weil der Zustand des Totseins große Schmerzen bereitet, die nur durch den Verzehr von Gehirnen gelindert werden kann. Das Gas wurde von Dow Chemical für die Army als Kampfstoff entwickelt; die Army erweist sich damit wieder einmal als unfähiger Zombiemeister. Schließlich ist noch festzuhalten, dass hier zum ersten – und vielleicht einzigen – Mal ein Zombie ganz bewusst Selbstmord begeht. Das ziemlich düstere Geschehen wird durch die makabren Dialoge der exzentrischen Figuren und einem gewissen Splatter-Slapstick entschärft.

Sieben Jahre später folgte die vielleicht modellhafteste aller Splatter-Komödien: Braindead vom Herr der Ringe-Regisseur Peter Jackson. Der Film folgt im Wesentlichen dem Re-Animator, grenzt aber eine an die Parodie – es gibt Splatter-Szenen im extremen Ausmaß, doch echter Ekel oder gar Grauen stellt sich nicht ein. Wie üblich bei zur Parodie neigenden Komödien, wird der Stoff nur begrenzt weiterentwickelt. So ist es auch bei den Zombies: Es ist der Biss eines Affen, der Menschen zu Zombies macht. Es scheint, als sei eine Krankheit die Ursache, doch da die Zombies nahezu unzerstörbar sind – nicht einmal die Zerstörung des Hirns vernichtet sie – muss etwas Übernatürliches im Spiel sein. Neu dürften allerdings die kopulierenden Zombies und das aus dem Akt erwachsene Zombie-Baby sein. Auch die am Ende zur riesigen Übermutter mutierende Zombiemutter dürfte eine Premiere sein. Zum Parodistischen gehört, dass die Zombies (und ihre Opfer und Zombies in spe) bis ins Groteske verstümmelt werden – Day of the Dead bot nur einen leisen Vorgeschmack auf das, was Braindead bietet.

Nach Braindead rollte die Welle dann auch langsam aus: Es folgte noch 1993 Mein Freund, der Zombie, die übrigens im selben Jahr erschien und als Thema die unmögliche Liebe zwischen Lebenden und Zombie verarbeitete. Dennoch steht die Komödie weitgehend neben den Traditionen. Ein paar Elemente greift der Film durchaus auf: Die aus dem Grab brechende Hand verweist auf Nächte des Grauens, die Schminke auf Romeros Zombie-Filme. Es gibt wiederum den amoralischen Wissenschaftler, der sich zwar nicht zum Zombiemeister aufschwingen will, aber versucht aus Zombiefleisch eine Anti-aging-Creme herzustellen. Auch die Zombie-jagenden Rednecks erinnern sehr an Romeros Zombiejäger. Doch anders als die meisten Zombies ist Johnny weder langsam noch debil oder seelenlos; er ist wie als Lebender, nur dass er verwest. Wenn er nicht das Fleisch der Lebenden frisst. Es fällt ihm schwer, seine Gier danach zu unterdrücken. Doch dies ist sehr wichtig, denn Zombies entstehen, wenn Menschen vor ihrer Zeit sterben – dann bekommen sie eine Bewährungszeit als Zombie. Neu dürfte auch der Prozess der Verwesung sein – in den früheren Filmen war der Zustand der Zombies stets derselbe, Johnny verfällt zusehends.

 

Weiter geht's im zweiten Teil.

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Erstellt: 22.10.2010, zuletzt aktualisiert: 15.02.2019 09:11