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Tanz der Teufel (1981)

Kurzkritik von Oliver Kotowski

 

Eine kleine Gruppe von fünf jungen Leuten macht gemeinsam Urlaub in einer abgelegenen Hütte in einem Wald in Tennessee. Die Hütte ist heruntergekommen und macht einen etwas unheimlichen Eindruck. Dafür ist die Umgebung schön und es verspricht, gemütlich zu werden. Als man am Abend zusammensitzt, springt die Kellerluke plötzlich auf. Scotty (Richard DeManincor) und Ash (Bruce Campbell), die beiden Männer der Gruppe, steigen hinunter, um nachzusehen, was die Luke öffnete. Statt des Rätsels Lösung finden sie eine Schrotflinte, ein bizarres Buch voller abstoßender Zeichnungen und ein Tonbandgerät. Auf dem Tonband teilt ein Professor mit, dass es sich bei dem Buch um das sumerische Buch der Toten handele, mit dem man uralte Dämonen beschwören könne. Nach einem Streit, ob man das Tonband zu Ende hören solle, gehen die Pärchen Scotty und Cheryl (Ellen Sandweiss) sowie Ash und Linda (Betsy Baker) auf ihre Zimmer. Shelly (Theresa Tilly), die ohne Partner ist, hört draußen jemanden rufen und geht nachschauen. Im Wald wird sie von dämonisch besessenen Bäumen angegriffen. Zurück im Haus drängt sie darauf, dass Ash sie in die Stadt fährt, doch es stellt sich heraus, dass der Weg versperrt ist. Bald werden die jungen Leute von Dämonen besessen und gehen aufeinander los.

Sam Raimi hat eine ungewöhnliche Mischung abgeliefert. Zum einen ist es klar ein B-Movie, der sich seiner selbst bewusst ist und mit diesem Umstand auch spielt – manche Szenen sind ganz gezielt mit einem ironischen Anstrich versehen. Dennoch gelingt es Raimi, den Zuschauer im Ungewissen zu belassen – wird die Szene herkömmlich aufgelöst oder bricht sie mit den Sehgewohnheiten? Der Film beginnt mit ganz gewöhnlichen Grusel- und Suspense-Momenten, die allerdings recht effektvoll in Szene gesetzt sind. Dann verschiebt sich das Gewicht immer stärker hin zu Action- und Gewalt-Szenen und schließlich weiter zu exzessiver Gewalt und Ekel. Die Story selbst wird dabei nicht immer ernst genommen: Einige Szenen sind völlig überzogen und klar an Slapstick-Filme wie jene der The Three Stooges angelehnt. Bei einigen Kämpfen zwischen dem ungeschickten und zögerlichen Ash und den Besessenen ist der Zuschauer am Schwanken, ob er sich ekeln oder amüsieren soll. Überhaupt: Ob elsternhaftes Zusammenklauen oder liebevolle Hommage, der Film strotzt vor 'Intertextualität': Romeros Night of the Living Dead, William Friedkins Exorzist (1973) oder Wes Cravens The Hills have Eyes (1977), auf sie wird sich bezogen. Die legendäre Szene mit der Vergewaltigung durch einen Baum wiederum hat meines Wissens keinen Vorläufer. Ein weiteres Symptom der untergeordneten Story: In manchen Szenen sind die Figuren oder Handlungsabläufe klar vom starken Effekt motiviert. Die Figuren sind nur knapp skizziert, doch genau das reicht aus; tatsächlich wirken sie bisweilen glaubwürdiger, als die sonst häufig auftreten Typen, die mit klaren und kräftigen Linien gezeichnet werden. Formal nahm Raimi den Film dagegen immer ernst: Die special effects und Masken waren für damalige Verhältnisse großartig, die "shaky cam" und viele ungewöhnliche Kameraperspektiven wahrhaft innovativ; besonders die Kameraarbeit trägt einiges zum schaurigen Gelingen bei.

 

 

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Film:

Tanz der Teufel

Original: The Evil Dead

Produktion: USA 1981

Regisseur: Sam Raimi

Spieldauer: 85 min

 

Darstellerauswahl:

Bruce Campbell

Ellen Sandweiss

Richard DeManincor

Betsy Baker

Theresa Tilly

Philip A. Gillis

Weitere Infos:


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Erstellt: 23.10.2010, zuletzt aktualisiert: 17.01.2015 20:01