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Astropolis von Nicolai von Michalewsky

Reihe: Mark Brandis, Bd. 19

Rezension von Christel Scheja

 

Um den zwanzigsten Band von „Mark Brandis“ herum beschreitet Nicolai von Michaelwsky erstmals mehr Pfade, die für die Science Fiction so typisch sind. Aber dennoch bleibt er sich seinem Ideal treu, auch einen Blick auf das menschliche Wesen zu werfen, dass sich in hundert Jahren nicht sehr verändern kann.

 

Mark Brandis ist im Grunde seines Herzens ein friedvoller Entdecker und Forscher, der gar nichts anderes möchte, als die Wunder des Alls zu betrachten und daraus Gutes für die Menschen zu schöpfen. Doch zu seiner Arbeit gehören auch Missionen wie die, die er nun übernimmt. Er hat sich dazu bereit erklärt, die neu errichtete Station „Astropolis“ auf eine Umlaufbahn auf die Sonne zu schleppen. An diesem Ort, der eher einem kleinen künstlichen Planeten gleicht, wollen Menschen vieler Nationen erstmals versuchen, die Fehler der Menschheit nicht zu wiederholen, sondern stattdessen gleich eine ideale Gesellschaft voller Frieden und Freundschaft zu errichten.

Am Anfang scheint alles gut zu gehen. Sogar ein Besatzungsmitglied ist davon angetan und durch die Liebe zu einer Frau entschlossen, Beruf und Karriere an den Nagel zu hängen.

Doch dann stellt sich heraus, dass sich in dieses Paradies ebenfalls wieder eine Schlange eingeschlichen hat, der den Menschen die Unschuld nehmen will.

Der Wissenschaftler Gilbert Graham, auf der Erde wegen seiner gefährlichen Ansichten und skrupellosen Taten gesucht, hat ein Unsterblichkeitsserum zur Testreife weiter entwickelt. Er ist durchaus bereits, es an die Menschen weiterzugeben – jedoch zu einem hohen Preis.

Schon bald ist Mark Brandis wieder in einen Kampf verwickelt, der ihm den Kopf kosten könnte.

 

Man merkt sehr deutlich, dass „Astropolis“ zu den schwächeren Werken der Reihe gehört. Nicht nur, dass das Buch sehr lange braucht, um in Fahrt zu kommen, auch die Motivation und der Charakter des Wissenschaftlers bleiben sehr oberflächlich und blass. Mark ist war weiterhin der unerschütterliche Gutmensch, der sich hinter Sarkasmus versteckt, aber auch er reagiert diesmal mehr als dass er handelt.

Die Geschichte plätschert in der ersten Hälfte des Bandes mehr oder weniger dahin – Routine und Alltag werden durch ein paar menschliche Szenen aufgelockert, einige Figuren werden eingeführt, die später noch eine Rolle spielen.

Doch die Vorfälle, die das Verhängnis andeuten bleiben eher vage und schrecken nicht so wirklich auf. Auch die Auflösung ist eher simpel und wirkt mehr oder weniger gewollt, so dass man am Ende trotz des guten Ausgangs nicht wirklich zufrieden ist.

Zudem erinnert nicht nur das Szenario an „Pilgrim 2000“, auch der Gegenspieler wirkt wie eine Kopie. Gilbert Graham ist von Anfang an unsympathisch und trotz seiner intelligenten Reden dem Wahnsinn nahe. Wirklich Angst macht er nicht.

Die Spannung leidet zudem an vorhersehbaren Wendungen – und auch die neue Crew von Mark Brandis hat nicht mehr die bemerkenswerten Persönlichkeiten wie früher.

 

Alles in allem versucht „Astropolis“ zwar an frühere Erfolge anzuknüpfen, leidet aber an der Wiederholung bestimmter Themen und schwachen Figuren, die den Roman eher langweilig und vorhersehbar erscheinen lassen und daher zu einem sehr schwachen Band der Reihe machen.

 

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Astropolis

Reihe: Mark Brandis Band 19

Autor: Nicolai von Michalewsky

broschiert, 171 Seiten

Wurdack-Verlag, erschienen Mai 2011

Titelbild von Markus Vogt

ISBN-10: 3938065672

ISBN-13: 978-3938065679

Erhältlich bei: Amazon

 

Weitere Infos:


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Erstellt: 26.12.2011, zuletzt aktualisiert: 10.01.2019 15:22