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Atem der Nacht von Robin McKinley

Rezension von Christel Scheja

 

Robin McKinley hat zwar nicht so viele Romane veröffentlicht wie manche ihrer Kollegen, hat dafür aber sehr außergewöhnliche Bücher geschrieben, die nicht mit dem Mainstream einhergingen, weder in der Fantasy noch in der Phantastik. Die gebürtige Amerikanerin lebt heute mit ihrem Mann und Autorenkollegen Peter Dickinson in einem viktorianischen Anwesen in England.

„Atem der Nacht“ ist nicht im Zuge der Vampirwelle entstanden, sondern schon einige Jahre alt. Im Original erschien das Buch bereits 2003, wurde aber 2008 noch einmal aufgelegt. Das Buch gewann den „Mythopoetic Award für Adult Literature“.

 

Rae, die von ihrer Umgebung auch „Sunshine genannt wird, lebt in einer Welt, in der die Existenz von magischen Wesen wie Feen und Vampiren durchaus bekannt ist, auch wenn man sie nicht sonderlich mag und genau überwacht. Das junge Mädchen ist recht zufrieden mit ihrer Arbeit im elterlichen Kaffeehaus.

Sie steht jeden Morgen um vier Uhr auf, um Zimtschnecken und andere Leckereien zu backen und pflegt auch unter ihren Kollegen gute Freundschaften, zu denen auch eine Kellnerin gehört, die es durch ihr Feenblut schafft, den Kaffee lange warm zu halten.

Vampire sind ihr bisher nur durchs Hörensagen bekannt, und eigentlich möchte sie auch niemanden von ihnen kennen lernen, da diese als grausam und skrupellos gelten.

Doch dann kommt es eines Tages anders als sie denkt. Wider besseres Wissen fährt sie eines Morgens nach der Arbeit hinaus zu einem einsamen See, um ein wenig zu entspannen. Ehe sie sich versieht, wird sie jedoch entführt und findet sich nach ihrem Erwachen an der Wand angekettet im Keller eines einsamen Hauses wieder.

Sie ist nicht allein, sondern teilt den kargen Raum mit jemandem, um den sie lieber einen großen Bogen machen würde – einem Vampir.

Rae rechnet damit, die kommende Nacht nicht zu überleben. Doch es kommt anders als sie denkt. Beeindruckt von ihrem Mut und ihrer Entschlossenheit bietet ihr der Vampire Constantine einen Pakt an und bittet sie ihm bei der Flucht zu helfen und später mit ihm gegen seinen ärgsten Rivalen zu kämpfen. Doch was kann eine Bäckerin schon gegen Wesen der Nacht ausrichten? Mehr jedenfalls, als sie denkt.

 

„Atem der Nacht“ gehört nicht zu den durchschnittlichen Vampir-Romanen, in dem die junge Heldin nur aus einem Grund von den Wesen der Nacht umkreist wird. Tatsächlich geht es in dem Buch so gut wie gar nicht um Liebe, statt dessen entwirft die Autorin eine eigene und in sich geschlossene Welt, in der Magie und mythische Wesen Teil der Moderne sind und die Menschen mit ihnen zu lernen gelebt hat. Viel Zeit wird darauf verwendet, Rae in ihre, Unfeld vorzustellen, da dieses später hin und wieder eine Rolle spielt. Es ist nur fraglich, ob die ausführliche Beschreibung der Herstellung von Zimtschnecken und anderen Leckereien aus Teig wirklich jeden Leser fesseln kann.

Einen wirklichen Höhepunkt gibt es leider nicht. Das Buch plätschert eher vor sich hin und arbeitet sich gemächlich in der Geschichte voran. Dramatisch und actionreich wird es gar nicht, die Konflikte lösen sich eher nebenher auf.

Alles in allem muss man schon sehr viel Geduld haben, um wirklich mit dem Buch glücklich zu werden, denn es erschließt sich einem nicht sofort, vor allem, wenn man mit einer anderen Erwartungshaltung daran gegangen ist.

 

Alles in allem wendet sich „Atem der Nacht“ vor allem an die Leser, die eine sauber ausgearbeitete Welt mögen und auch von dem alltäglichen Zusammenspiel von Figuren fasziniert sein können. Wer Romantik oder gar Action erwartet, sollte das Buch lieber im Regal stehen lassen.

Eure Meinung:


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Buch:

Atem der Nacht

Autorin: Robin McKinley

broschiert - 510 Seiten

Bastei Lübbe, erschienen November 2009

Übersetzung aus dem Englischen von Angela Koonen

Titelbild von Tony Mauro

ISBN-10: 3404163486

ISBN-13: 978-3404163489

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 24.01.2010, zuletzt aktualisiert: 14.09.2018 13:51