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Aufmarsch der Holzsoldaten

Reihe: Fables Bd. 5

Rezension von Christian Endres

 

Nachdem es im letzten Fables-Sammelband Geschichten aus 1001 schneeweißen Nächten zu bestaunen gab, geht es in »Aufmarsch der Holzsoldaten« wieder mit der regulären US-Serie um die aktuellen Ereignisse in Fabletown weiter. Fabletown, das ist jene gut getarne New Yorker Enklave der menschlichen Exilanten aus dem Reich der Mythen und Märchen, die der Krieg gegen den Großen Feind aus ihrer zauberhaften Heimat vertrieben hat.

 

Wir erinnern uns: Am Ende von »Die letzte Festung« flüchtete Red Riding Hood (alias Rotkäppchen) in unsere Welt und dort wie selbstverständlich nach Fabletown - und zwar aus der vom Feind besetzten Heimat! Eine Sensation für die Fables in New York City. Gleichzeitig hatte Jack Horner (Sie erinnern sich? Der Riese und die Bohnenranke?) eine handfeste Auseinandersetzung mit weiteren Fables, die erst vor kurzem in unserer Welt angekommen sind - Holzsoldaten. Im vorliegenden Band nun wollen die hölzernen Soldaten des Feindes Fabletown direkt mit moderner Waffengewalt überrennen. Denn der große Feind in der besetzten Heimat streckt seine gierigen Klauen endgültig auch nach den Märchen-Flüchtlingen aus. Kampflos wird er diese allerdings nicht bekommen. Immerhin organisiert die hochschwangere Snow White den Widerstand in der neuen Heimat, in dessen Folge sich die Fables aus der Stadt und von der Farm zusammen tun, um die Bullfinch Street gegen die hölzernen Truppen im Agent-Smith-Look zu verteidigen.

 

Wer dabei nun alles stirbt und wer den ersten kriegerischen Akt zu welchem Preis und mit welcher taktischen List überlebt, gilt es bitteschön selbst herauszufinden. Nur so viel sei verraten: Bigby hat wieder seinen nicht weniger großen Aufritt, und überhaupt ist dieser fünfte reguläre Sammelband wieder eine Wucht, ja eine Ausgeburt an Spannung und comichandwerklichem Geschick. Vielleicht ist er nicht der beste der bisher erschienenen Bände der Ausnahme-Serie (denn das ist immer noch »Märchenhafte Liebschaften«) - aber er führt die spannenden Ereignisse gekonnt fort und vor allem auch zu einem ersten episch anmutenden Höhepunkt, eine Rückbesinnung auf den zweiten Band inklusive.

 

Bill Willingham schreibt abermals eine unglaublich kluge Story, die in sich stark verzahnt ist und ohne Mühe mit einer Vielzahl altbekannter Charaktere und Anspielungen auf bekannte Märchen jongliert (und diese dabei angenehm modernisiert). Und dass Mark Buckinghams Artwork wie die Riesenfaust aufs Drachenauge zu dieser bemerkenswert guten Fantasy-Serie passt, muss man hoffentlich nicht mehr eigens erwähnen. Egal ob menschliche und nichtmenschliche Wunderwesen oder einfach nur die jeweilige Seitengestaltung - Buckinghams Artwork ist ein Genuss. (Der smarte Brite wird dieses Jahr übrigens den Comic-Salon in Erlangen mit seiner Anwesenheit beehren.)

 

Wer zwanghaft nach einem Kritikpunkt sucht, pickt sich eben den etwas behäbigen Anfang oder das nicht gar so schöne Cover des Trades heraus. Doch egal ob man das nun tut oder nicht - oder ob man Fables primär über sein üppiges Dekor aus Eisner-Awards definiert oder einfach nur über das, was in den Heften bzw. deutschen Paperback-Sammelbänden abgedruckt ist - diese Serie ist fantastisch, und das in jederlei Hinsicht.

 

»Aufmarsch der Holzsoldaten« ist sicherlich kein einsteigerfreundlicher Band - Fables-Neulinge fangen deshalb am besten mit den ersten der stets schön aufgemachten und von Gerlinde Althoff gewohnt gut übersetzten Panini-Klappenbroschuren an. Für alle, die Bill Willinghams Fables bereits kennen, ist dieser neueste Aufmarsch der Märchenwesen hingegen wieder das reinste Fest.

 

 

Eure Meinung:


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Comic:

Aufmarsch der Holzsoldaten

Reihe: Fables Bd. 5

Autor: Bill Willingham

Zeichnungen: Mark Buckingham,

Tony Akins

Paperback m. Klappenbroschur

144 Seiten

Panini, März 2008

ISBN: 3866076010

Erhältlich bei Amazon

weitere Infos:


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Erstellt: 27.04.2008, zuletzt aktualisiert: 17.11.2019 13:35