Die Flucht aus Graz läuft für die beiden Magier-Familien und ihre Begleiter eher zähflüssig ab. Doch stellt sich heraus, dass Gereon und Saria nicht die einzigen Jungmagier zu sein scheinen, die in die Ereignisse um die Magier-Geschlechter verwickelt sind. Auch der gleichaltrige Alexander stellt an sich die Macht der Farben fest, hat aber vorerst niemanden, der ihn darüber aufklären und ihn unterrichten könnte.
Robert Kienburger setzt die in den bisherigen Bänden (Das Erbe und Aufbruch) seiner Jugend-Urban-Fantasy-Reihe erzählten magischen Entwicklungen in diesem Band nahtlos fort. Die Anzahl der handlungsrelevanten Charaktere, die schon bisher relativ groß war, steigt noch einmal deutlich an. Das führt allerdings auch dazu, dass die Anzahl der Teilhandlungen rund um unterschiedliche Charaktere und in unterschiedlichen Zeitebenen ebenfalls zunimmt – und damit stellenweise etwas unübersichtlich wird. Oft muss man beim Lesen zunächst vermuten, wie die zeitliche Einordnung des gerade Gelesenen zur Haupthandlung sein könnte. Trotzdem setzt sich dieses Puzzle langsam zusammen.
So erfährt der Leser in diesem Band auch die Wahrheit über Gereons Herkunft und seine wahren Eltern. Zudem rücken die Vampire stärker in den Fokus. Ihnen dürfte in kommenden Bänden noch eine größere Rolle zukommen. ›Der Wütende‹ stellt sich immer deutlicher als der wahre Antagonist dieser Handlungswelt heraus. Über Langeweile kann man sich beim Lesen definitiv nicht beklagen.
Wie bereits erwähnt erzählt der Autor die Geschichte auch hier wieder aus wechselnden Perspektiven einer ganzen Reihe von Charakteren in verschiedenen Zeitebenen, was dem Buch eine im Genre außergewöhnliche Komplexität verleiht.