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Avatar: Die Legende von Korra, Buch 1 – Luft, Vol. 1

Rezension von Christel Scheja

 

„Avatar: Der Herr der Elemente“ war eigentlich zunächst als Kinderserie konzipiert, begeisterte mit der Zeit aber auch eine Menge älterer Zuschauer, da die Macher eine fortlaufende Geschichte mit interessanten Entwicklungen erzählten und dabei mit so manchem Überraschungen aufwarteten. Allerdings war der Spaß schon nach 61 Folgen vorbei.

In jedem Volk, jeder Generation ist es einigen Menschen gegeben, eines der Elemente zu beherrschen und damit zu arbeiten. Nur der Avatar, der die spirituelle Verbindung zu der Geisterwelt, aus der diese Gaben stammen, herstellen kann, ist in der Lage Luft, Feuer, Erde und Wasser zu bändigen. Als der junge Aang geboren wurden, schickte sich jedoch die Feuernation an, die Macht zu ergreifen und löschte die Luftbändiger beinahe aus. Nur der junge Avatar konnte fliehen und sich über hundert Jahre verstecken. Nach seiner Rückkehr, war es allerdings an ihm, dem Treiben der Feuernation, die bereits Teile der Welt erobert hatte, Einhalt zu gebieten. Sein ganzes Leben und auch das seiner Freunde war von nun an davon gezeichnet, die Balance wieder herzustellen und die Wunden zu heilen, die hundert Jahre Unterdrückung und Krieg mit sich gebracht hatten.

 

„Avatar: Die Legende von Korra“ setzt etwas mehr als siebzig Jahre nach diesen Ereignissen ein. Aang ist verstorben und die Bürde des Avatars ist auf ein Mädchen aus dem Südlichen Wasserstamm übergegangen. Anders als ihr Vorgänger, sieht diese allerdings nicht die Last und die Bürden, sondern genießt die Vorzüge. Schon als Jugendliche beherrscht sie drei der vier Elemente. Nun steht nur noch eines an – die Luft. Den Umgang damit kann ihr nur einer beibringen, und dass ist ausgerechnet Aangs Sohn Tenzin.

Doch der lebt in Republica, der Hauptstadt der Nation, die aus den Trümmern der Feuernation-Kolonien im Erdkönigreich hervorgegangen ist. Dort beäugen sich die Bändiger der Elemente nicht mehr misstrauisch, sondern arbeiten zusammen.

Korra kann sich nicht damit abfinden, dass Tenzin sie auf später vertröstet, weil er seine Heimat nicht verlassen kann, da der Rat von Republica mit Problemen zu kämpfen hat. Sie folgt ihm in die moderne Metropole und muss feststellen, wie anders die Stadt ist – und wie aufregend neu.

Nach einigen Hin und Her kann Korra tatsächlich bleiben. Wie es ihre Natur ist, beginnt sie auch gegen den Willen Tenzins, die Stadt zu erforschen. Sie lernt die Brüder Mako und Bolin kennen, schließt sich ihnen in den Profi-Bändiger-Wettkämpfen an, doch das bleibt noch lange nicht alles.

Denn sie muss erfahren, dass der Frieden in Republica von einer geheimnisvollen Gruppe gestört wird. Die Equalisten unter der Führung von Amon, haben es sich zum Ziel gesetzt alle Bändiger zu vernichten, unterdrücken diese ihrer Meinung nach doch die einfachen Menschen. Und nun sehen sie die Zeit gekommen, die Masken fallen zu lassen und die Stadt mit Terror zu überziehen.

 

„Avatar: Die Legende von Korra“ versucht zwar kindgerecht zu bleiben, ist aber dennoch an ein älteres Publikum gerichtet als die erste Serie. Das merkt man schon daran, dass Korra bereits ein ausgewachsener Teenager ist – rebellisch und eigenwillig durch und durch, selbstbewusst gegenüber Erwachsenen und Amtspersonen. Auf der anderen Seite aber fehlt ihr noch das Verantwortungsgefühl, sie macht sich vieles zu einfach und ist natürlich auch gegen die Irrungen und Wirrungen der ersten Liebe nicht gefeit.

Insgesamt ist der Ton der Serie schon am Anfang düsterer und ernster als in der ersten Serie. Es gibt zwar auch komische Momente und Szenen – aber diese sind eher als kleine Aufhellungen eingebettet. Wer das Bändigen der Elemente geschätzt hat, wird es in den Kämpfen der Profibändiger-Liga genießen können. Ansonsten dreht sich in den ersten sechs Episoden der zwölf Folgen umfassenden ersten Staffel alles um die chaotische Ankunft und Eingewöhnung Korras in Republica, garniert mit kleinen aber feinen Anspielungen auf die alte Serie und gelegentlichen Andeutungen, was die erwachsenen Figuren miteinander verbindet. Korra hat die Gelegenheit neue Freundschaften mit Gleichaltrigen zu schließen und wird erstmals mit einem Gegner konfrontiert, der selbst ihr zu schaffen macht. Die Figuren sind liebevoll ausgearbeitet. Dadurch, dass einige mit den alten Figuren verwandt sind, gibt es immer wieder Anspielungen auf deren weiteres Leben und Schicksal, mit Katara taucht sogar mehrfach eine der Heldinnen der alten Serie auf.

Die Equalisten sind von Anfang an die Bedrohung in der Geschichte – zunächst nur eine geheimnisvolle neue Partei, die jedoch mit den entsprechenden Reden immer mehr Anhänger für sich gewinnt, dann aber nach und nach immer mehr die Masken fallen lässt. Die Spannung baut sich über die erste Hälfte der Staffel jedenfalls konstant auf und bietet auch genügend Hinweise, Andeutungen und Entwicklungen, die ältere Zuschauer fesseln können.

Gerade durch den Cliffhanger am Ende wird man dem Rest der Staffel entgegenfiebern und es bleibt nur zu hoffen, dass die zweite DVD bald erscheint und nicht all zu lange auf sich warten lässt.

Auch das Setting weiß zu gefallen. Die Mischung aus Steampunk, Fantasy und dem Stil der frühen dreißiger Jahre ist ungewohnt und frisch, das fernöstliche Ambiente würzt die Darstellung der Stadt noch ein wenig mehr. Alles in allem dürften so auch Genrefans ihren Spaß an der Serie haben, bietet sie doch neben einer spannenden Geschichte auch sehr viele – ansprechend präsentierte Schauwerte.

 

 

Fazit:

 

„Avatar: Die Legende von Korra“ setzt nicht nur eine ausgezeichnete Zeichentrickserie im gleichen Niveau fort, sondern bietet auch noch spannende Familienunterhaltung für Jung und Alt, die ein Faible für Abenteuer und Fantasy haben oder gut durchdachte Geschichten mit einen interessanten Handlungsverlauf und vielen Hinweisen mögen.

Die Geschichte überzeugt durch Aufbau und Spannung, das Setting und Ambiente geben ihren Teil dazu um eine fesselnde Steampunk-Atmosphäre zu schaffen, die auch anspruchsvollere Zuschauer in den Bann schlagen kann.

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Eure Meinung:

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DVD:

Avatar: Die Legende von Korra, Buch 1 – Luft, Vol. 1

Regisseur(e): Joaquim Dos Santos, Ki Hyun Ryu

Format: HiFi Sound, PAL, RC 2

Sprache: Deutsch, Englisch, Französisch, Niederländisch, Spanisch (Dolby Digital 2.0 Stereo)

Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1

FSK: Freigegeben ab 12 Jahren

Studio: Paramount Home Entertainment

Erscheinungstermin: 5. September 2013

Produktionsjahr: 2012

Spieldauer: 138 Minuten

ASIN: B00DW0H89Q

Erhältlich bei: Amazon

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Erstellt: 12.09.2013, zuletzt aktualisiert: 02.08.2020 16:26