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Axis von Robert Charles Wilson

Reihe: Spin-Zyklus Teil 2

 

Rezension von Ralf Steinberg

 

Rezension:

Mit Axis stellt uns Robert Charles Wilson seinen Nachfolger zu Spin vor. Laut Homepage als Mittelstück einer Trilogie (the Spin Cycle) angelegt (Teil 3 soll Vortex heißen), muss sich der Roman mit den hohen Erwartungen seiner Leser herumschlagen. Wer eine gleichartige Fortsetzung erwartet, könnte jedoch enttäuscht werden.

Wilson erzählt die Geschichte von Lise Adams, die ihren Vater sucht, der einst spurlos verschwand. Die Spur führt auf die Welt hinter dem Torbogen, der in „Spin“ auftauchte.

Zusammen mit dem Piloten Turk Findley dringt sie dabei in die Kreise der Vierten ein, jene Menschen, die durch marsianische Medikamente in ein viertes Lebensalter eingetreten sind und dadurch nicht nur länger leben, sondern auch vom Wesen her verändert sind. So treffen wir auch Diane wieder, obwohl seit ihrem Exodus Jahrzehnte vergangen sind.

Und es geht um ein geheimes Experiment der Vierten, die mit Hilfe eines genmanipulierten Kindes Kontakt zu den Hypothetischen aufnehmen wollen, jenen geheimnisvollen Wesen, die nicht nur für den Spin und die Torbögen verantwortlich sind, sondern plötzlich auf Äquatoria Asche regnen lassen. Diese Asche besteht aus Flocken in Form von Maschinenteilen und anderen Konstruktionen. Zudem beginnen in der Wüste plötzlich Dinge zu wachsen, die auf dem Planeten nicht heimisch sind.

Über eine sehr lange Zeit besteht das Buch aus der Suche von Lise Adams. Ihre Flucht vor einer brutalen Geheimeinheit eines „Ministeriums für genomische Sicherheit“, in deren Machenschaften auch ihr Ex-Mann verwickelt ist, die aufkeimende Liebe zum Underdog Findley – alles sehr amerikanische Essenzen. Die Szenen um die Marsianerin Sulean und dem Jungen Isaac und der Ascheregen sind die phantastischen Elemente, aus denen Wilson einen SF-Roman schaffen will.

Erst zum Ende hin verbinden sich beide Elemente überaus virtuos zu einer Weiterführung der Geschichte um die Hypothetischen. Erst dann begreift man, warum Wilson so viel davor erzählen musste.

Gerade die Mühe, die er sich mit der Beschreibung des Wesens der Vierten macht, zeigt, dass Wilson wesentlich tiefer in die gesellschaftliche Prozesse hinter den Spin-Änderungen werfen möchte, dass es ihm gar nicht so sehr um neue Ideen geht, sondern um die Unterfütterung seiner in „Spin“ aufgebauten Welt.

Das Aufgehen in eine außerirdische Transzendenz erinnert an Picknick am Wegesrand oder Spektrum. Wilsons Gedankenrichtung ist dabei durchaus verschieden. Der Erinnerungsaustausch ist schon ein grandioses Konzept und man darf gespannt sein, was daraus im abschließenden Band noch alles wird.

Aber es bleibt auch nach dem Ende der Eindruck erhalten, „Axis“ gehört nicht zu den großen Romanen des Autors. Zu spät löst sich die Handlung aus der Trivialität.

 

Fazit:

„Axis“ ist eine eher mäßige Fortsetzung von „Spin“, wenn auch auf erzählerisch hohem Niveau. Erst zum Ende hin entwickelt Wilson sein Weltkonzept um die Hypothetischen und die Welt nach dem Spin weiter.

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Buch:

Axis

Autor: Robert Charles Wilson

Reihe: Spin-Zyklus Teil 2

Broschiert: 555 Seiten

Original: Axis, 2007

Übersetzer Karsten Singelmann

Heyne, Mai 2008

Paperback, 397 Seiten

 

ISBN-10: 3453523350

ISBN-13: 978-3453523357

 

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 19.06.2008, zuletzt aktualisiert: 10.01.2019 15:22