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Barks Comics & Stories Bd.8

Rezension von Christoph Weidler

 

Band 8 der Reihe „Barks Comics & Stories“ beinhaltet fünfzehn Barks-Stories aus den Jahren 1952 und 1953, welche dann 1954 in Deutschland erstveröffentlicht wurden. Eröffnet wird dieses Band mit einem Vorwort von Wolfgang J. Fuchs, der zum Anfang einen kleinen geschichtlichen Überblick über die Jahre 52 und 53 gibt und dann ein wenig über die einzelnen Stories aus diesem Band und Barks erzählt.

 

In gekonnter Manier überzeugen Barks Geschichten, in denen er wieder einmal seinen Figuren viele kleine Querschläge in Richtung reales Leben austeilen lässt, sei es die damals in Mode gekommene Hypnosesitzungen, die Quizsendungen im Fernsehen, welche mit ihren angeblich doch so simplen Fragen so manchen Zuschauer noch bis in die heutigen Tage die Vorstellung des schnellen Reichtums geben oder der allgemeine Wunsch der Menschen nach Anerkennung, Reichtum und unbeschwerten Leben. Barks versteht es gekonnt diese doch so menschlichen Eigenheiten in die Charaktere seine Ducks zu implantieren und spielt gezielt und äußerst gut mit der Mischung aus Phantasie, Realität und Träumen.

 

Besonders Donald steht in diesem Band absolut im Vordergrund und Barks zeigt ihn gekonnt als den Enterich, wie wir ihn im Laufe vieler Jahre immer intensiver kennen und lieben lernten – voller guter Vorsätze, der Überperfektionist wenn er sich bei einer Sache festgebissen hat, der Zuverlässige, der Draufgänger, aber auch der liebevolle Onkel, leichtgläubige und leicht beeinflussbare Enterich, Chaot und Sturkopf – eben die Ente von Nebenan.

 

Ich möchte anhand der Stories einmal ein wenig auf die genannten Wesenszüge von Donald eingehen:

 

Der Leichtgläubige:

Um sich einen Einblick in Donalds Leichtgläubigkeit und leichte Beeinflussbarkeit machen zu können, sollte man sich die Geschichten „Der Hypnotisierspiegel“, und „Werden sie Knobelist“ anschauen.

Am besten hiervon gefällt mir die Geschichte „Der Hypnotisierspiegel“ in der konfisziert Donald von seinen drei Neffen eine Hypnotisierpistole. Natürlich ist dieses nur ein Spielzeug ohne jeglicher Wirkung, doch Donald meint die Gefährlichkeit dieser „Waffe“ zu erkennen, warnt seine Neffen wie leicht doch jemand mit diesem Gegenstand gegen seinem Willen hypnotisiert werden kann, um sogleich aber einen finsteren Plan zu schmieden mit Hilfe der Hypnotisierpistole Dagobert Duck um ein klein wenig, bitterlich benötigtes, Geld zu erleichtern. Selbstverständlich ist Dagobert kein so leicht beeinflussbares Gemüt als dass diese Pistole irgendwelche Wirkung bei ihm hervorrufen könnte, doch anders bei Donald was Dagobert natürlich ohne Hemmungen ausnutzt.

 

Der Überperfektionist:

In den Geschichten „Rührei“, „Der Wahlkampf“ und „Der Regenmacher“ erlebt man Donald als Überperfektionist. „Rührei“ ist hierbei mein persönlicher Favorit, da sie von der aufeinander aufbauende unausweichlichen Katastrophe lebt, welche Donald nur mit geringen Zutun aber viel guten Willen ins Chaos stürzt. In „Rührei“ erzählt Donald die Geschichte wie er zusammen mit Tick, Trick und Track in einem kleinen Dorf eine Hühnerzucht aufgemacht hatte um mit dem Verkauf von Eiern ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Ein Perfektionist wie Donald bei solchen Gegebenheiten nun mal ist, möchte er alles mehr als nur sehr gut machen und übertreibt wieder einmal schamlos, was natürlich zu der unausweichlichen Katastrophe führt und am Ende das Dorf Freudenbad in Rührei umbenannt wurde.

 

Der Zuverlässige:

In „Der Eilbrief“ hat Donald einen Job als Postbote erhalten und sein erster Auftrag treibt ihn sogleich mit Eilbriefen, welche umgehend zugestellt werden müssen, in den fürchterlichsten Schneesturm seit Jahren. Als Donald dann noch feststellen muss, dass einer der Eilbriefe von niemanden anderen als seinem Widersacher Gustav Gans ist, welcher auf diesem Wege einen Geburtstagsgruß an Daisy schicken möchte, steht er im Zwiespalt zwischen Pflichterfüllung und tiefer Abneigung gegenüber Gustav.

 

Voller guter Vorsätze:

In den Geschichten „Gute-Nachbarschafts-Hilfe“ und „Die Ritter von Quackenstein“ findet man Donald in der Tat voller guter Vorsätze, welche aber wie gehabt nicht immer ganz so gelingen wie er sich das gedacht hat. Besonders „Gute-Nachbarschafts-Hilfe“ zeigt dieses sehr gut, da macht Donald bei einem Nachbarschaftsprojekt mit, bei dem ärmere Mitbürger von den an der Aktion beteiligten, ein Erntedankessen spendiert bekommen sollen. Doch niemand anderes als Gustav entpuppt sich als sogenannte „bedürftige Person“ und fordert nun von Donald sein Erntedankessen, welcher mit allen Mitteln versucht seinen Verpflichtungen zu entkommen.

 

Der Draufgänger:

Bei „Die Macht des Geldes“ entpuppt sich Donald als wahrer Draufgänger, dabei fängt die Geschichte recht harmlos an: Donald versucht Onkel Dagobert davon zu überzeugen, dass es Dinge gibt bei denen man mit Geld nicht weiterkommt. Nach ersten fehlgeschlagenen Versuchen seine Aussage zu untermauern schlägt Donald vor den Berg „Satanszacke“ zu besteigen, hier setzt er auf Jugend, Kraft und Ausdauer - Attribute welche sich mit Geld nicht kaufen lassen – doch Dagobert, der Geld mit Köpfchen kombiniert ist als Gegner nicht zu unterschätzen. Am Schluss lässt Barks die Geschichte sich als Traum von Donald auflösen, ein gekonntes Spiel um so der Geschichte wieder den Weg zurück zu Donald bekannter Realität zu bringen.

 

Der Chaot und Sturkopf:

In „Die Weihnachtsgans“, „Die Quizsendung“, „Die Wunder-Würmer“, „Der Bienenkrieg“ und „Zwei Streithähne“ überzeugt Donalds chaotischen und sturköpfigen Charakterzüge. Als Dagobert in „Zwei Streithähne“ versucht Donald sein Haus abzukaufen, da er auf dem Gelände eine neue Fabrik plant wiedersetzt sich Donald allen Einschüchterungsversuchen seitens seines Onkels da ihm der Kaufpreis einfach zu niedrig ist. Die Sache eskaliert und dennoch geht Donald erst als Gewinner aus dem Streit heraus, aber als Dagobert dann am Schluss die Hupenfabrik rund um Donalds Haus bauen lässt, bleibt unserem kleinen Sturkopf nichts anderes übrig als doch zu verkaufen – dabei lag die Summe die Donald mehr haben wollte bei 2 Talern. Man kann hier natürlich spekulieren ob Sturheit nicht doch ein klein wenig in der Familie liegt.

 

Und Onkel Dagobert:

Die Geschichte „Das richtige Erbe“ setzt Onkel Dagobert in den Mittelpunkt, welcher sich mal wieder sorgen darum macht wer seiner Verwandten würdig ist sein Erbe zu werden. Mit einem Trick jubelt er Gustav, Donald und Tick, Trick und Track eine Summe Geld unter und beobachtet wer von ihnen am sinnigsten damit etwas anfängt. Wie es ausgeht kann man sich denken, auf der einen Seite der Lebemann Gustav, dann Donald der nie besonders gut mit Geld umgehen konnte und auf der anderen Seite die pfiffigen Brüder Tick, Trick und Track.

 

 

Man erlebt Donald hier in den vielen Facetten seines Lebens, unermüdlich sucht er seinen Weg durchs Leben, erzieht seine drei Neffen und schlägt sich mit vielerlei Berufen durchs Leben. Gerade diese Vielfältigkeit, Einzigartigkeit und doch dabei diese gewisse Ähnlichkeit mit einem selber machen Donald mehr als nur zu dem Enterich aus Entenhausen. Barks hat sich mit ihm in der Tat unsterblich gemacht, was aber auch daran liegt das Barks es wie kein anderer schafft Donald Leben einzuhauchen. Barks Erzähltalent, seine Spiele zwischen seiner Fantasywelt Entenhausen und der Realität, den Leser teilweise regelrecht in den Stories mit einzubinden und viele andere Nuancen machen Barks zu einen großartigen Erzähler und dieses Band gibt hierzu einen perfekten Einblick.

 

Eure Meinung:


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Comic:

Barks Comics & Stories Bd.8

Autor: Carl Barks

Gebundene Ausgabe: 160 Seiten

Verlag: Ehapa Comic Collection - Egmont Manga & Anime (Dezember 2002)

Sprache: Deutsch

ISBN-10: 3770421825

ISBN-13: 978-3770421824

Erhältlich bei Amazon

 

Geschichten in diesem Band:

 

  • Das Hypnotisierspiel
  • Rührei
  • Gute-Nachbarschafts-Hilfe
  • Die Weihnachtsgans
  • Werden Sie Knoblist
  • Der Eilbrief
  • Wahlkampf
  • Die Quizsendung
  • Die Wunderwürmer
  • Die Ritter von Quackenstein
  • Der richtige Erbe
  • Der Regenmacher
  • Die Macht des Geldes
  • Der Bienenkrieg
  • Zwei Streithähne

 

 


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Erstellt: 28.03.2008, zuletzt aktualisiert: 12.12.2015 08:20