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Barry Trotter und die überflüssige Fortsetzung von Michael Gerber

Rezension von Ramona Schroller

 

Klappentext:

Barry Trotter feiert seinen achtunddreißigsten Geburtstag, aber er hat größere Probleme: Sein elfjähriger Sohn Nigel soll nach Hogwash gehen, verspürt aber keinerlei Ehrgeiz, ein großer, mächtiger Zauberer zu werden. Was Hermeline und Barry, seine Eltern, nicht ahnen: Nigel besitzt nicht die geringsten magischen Fähigkeiten, er haßt Zauberei, hält Hexer durch die Bank für Spinner und wünscht sich nichts mehr, als ein ganz normaler Schüler zu sein und weiter auf eine ganz normale Schule zu gehen. Alternativ würde er gern von Außerirdischen entführt werden. Aber die nehmen ihn nicht mit. Also liefern ihn Hermeline und Barry persönlich zur Einschulung ab. Und wie zu erwarten war, ruft die bloße Anwesenheit von Barry die Mächte der Finsternis auf den Plan. Der neue Direktor Drafi Malfies stürzt bei der Begrüßung der Neuankömmlinge vor den Augen der Schüler in den Tod. Aber wer steckt dahinter, wo Lord Valumart doch seit geraumer Zeit der beste Freund von Barry ist? Barry und Hermeline werden zu Interimsdirektoren der Zauberschule ernannt und stürzen sich auf ihre alten Tage noch einmal in ein Abenteuer wie zu ihren besten Zeiten ...

 

Inhalt:

Barry Trotter ist denn doch endlich erwachsen geworden und feiert heuer seinen 38. Geburtstag - und nebenbei noch die Aufnahme seines ältesten Sohnes Nigel in die Hogwash-Schule für Zauberer. Um dem ganzen die Krone aufzusetzen kommt noch das Jahrestreffen der Ehemaligen dazu. Barry, der zwar in seiner Hogwash-Zeit keinen Abschluß bekommen hat, ist trotzdem eingeladen und freut sich schon mächtig.

 

Doch kaum sind sie wieder in dem alten Gemäuer gelandet, kommt es bereits zu dem ersten Todesfall (um den Barry nun wirklich nicht traurig ist): Der neue Direktor, Drafi Malfies - Barrys alter Erzfeind - , stürzt bei der Begrüßung zu Tode. Barry steht sofort unter Verdacht, doch er hatte mit diesem Tod nun wirklich gar nichts zu tun!

 

Dann tritt man an ihn heran und bittet ihn, vorübergehend selbst Direktor Hogwashs zu werden, mit Hermeline als zusätzliches Kontrollorgan, damit er icht allzuviel Unfrieden stiften kann. Barry, der vollkommen in seinen Erinnerungen aufgeht, nimmt sofort an, hat ihm sein bisheriger Job beim Zauberallerleiministerium alles andere als behagt.

 

Kaum nimmt Barry seine Geschäfte auf, geraten er, Hermeline und Nigel von einem Schlamasel in den nächsten. Zudem wird ein Problem in der Trotter-Familie immer größer: Nigel hat aber auch nicht die Spur eines magischen Talentes und macht auch keinen Hehl daraus, daß er alles, was mit Zauberei zu tun hat, haßt.

 

Und dann fängt Barry an, sich auf eigenartige Weise zu verjüngen ...

 

Rezension:

Michael Gerber ist hierzulande kein Unbekannter mehr. Mit seiner ersten HP-Parodie mischte er die Gemüter auf, die Meinungen waren zweigeteilt, wenn das Buch an sich auch ein großer Erfolg war. Nun also folgt der zweite Teil.

 

Gerber hat inzwischen gelernt. Seine doch teilweise sehr flapsigen und rüden Späße sind in diesem Buch eine Spur feinsinniger geworden, tatsächlich nur eine Spur, aber immerhin. Das mag vielleicht auch daran liegen, daß er große Teile seines Romans durch Nigels Sicht erzählt, und der Junge ist beiweitem noch nicht so weit wie seine Eltern. Eher im Gegenteil. Nigel ist ein ganz normaler Junge, ein Elfjähriger, der sich wünscht, seine Familie sei normal, vor allem er selbst sei normal, und unter seiner kleinen Schwester zu leiden hat, die nichts erheiternder findet, als ihn zu piesaken.

 

Nigel ist es dann auch, der, neben Hermeline, erwachsener wirkt als sein Vater Barry. Der will einfach die alten Zeiten wieder auferstehen lassen, will wieder Kind sein, koste es, was es wolle. Nun ja, so richtig erwachsen ist selbst ein 38-jähriger Barry Trotter denn doch nicht. Trotzdem aber läßt er es in diesem Buch etwas langsamer angehen. Warum? Weil Barry das Geheimnis lüftet, woher die Gegenstände kommen, die Zauberer und Hexen so herbeizitieren.

 

Wenig überraschend nach den Offenbarungen des ersten Teiles ist die Tatsache, daß der "Erzböse" Valumart nun wirklich gar nichts mit den schrecklichen Vorkommnissen auf Hogwash zu tun hat. Da gibt es andere ... ich sage nur Seite 120.

 

Gerbers Witz ist ungebrochen. Mit Sicherheit manövriert er seine Helden durch das Chaos, das sie größtenteils selbst anrichten. Seine Figuren sind, für eine Parodie, erfreulich mehrdimensional, keiner wirklich hundertprozentig böse, keiner wirklich gut. Zauberer sind eben Chaoten, das zeigt Gerber hier mehr als nur einmal. Und daß sie über Leichen gehen, dürfte den Lesern noch aus dem ersten Teil bekannt sein.

 

Alles in allem ein erstaunlich harmloses Buch nach der ersten, doch eher deftigen Parodie. Gerbers Feder ist immer noch spitz, jedoch nicht mehr ganz so eindeutig zweideutig wie in seinem ersten BT-Band. Erfrischend und zu empfehlen.

 

Eure Meinung:

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Anzeige: 1 - 2 von 2.

hihi,bin \"gast\",aber ih
Mittwoch, 10. November 2010 21:12 Uhr
es is echt lustig, aber man sollte schon harry potter kennen !!!!!

trozdem, geiles buch !

Joanna
Montag, 20. Februar 2006 19:53 Uhr
Ich finde es sehr gelungen und ist mal was anderes, als immer dieses Ernste. Auch wenn es nur eine Parodie ist, ist sie mit sehr viel Fantasie, Humor und Arbeit versehen. Mein Kompliment...

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Buch:

Barry Trotter und die überflüssige Fortsetzung

Autor: Michael Gerber

Broschiert - 300 Seiten - Goldmann

Erscheinungsdatum: November 2005

ISBN: 3442460174

Erhältlich bei Amazon

weitere Infos:


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Erstellt: 13.02.2006, zuletzt aktualisiert: 10.09.2019 19:06