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Das Amulett von Samarkand von Jonathan Stroud

Reihe: Bartimäus Band 1

Rezension von Carina Schöning

 

Die Bartimäus-Trilogie von Jonathan Stroud ist ein großer kommerzieller Erfolg für den Verlag geworden. Mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Corine-Preis für das beste Jugendbuch 2006 und dem Kinderbuchpreis 2007 der Jury der jungen Leser, konnte der Autor sowohl junge als auch ältere Leser mit seinen Geschichten rund um den zynischen Dämonen Bartimäus begeistern. Nun gibt es den ersten Roman der Trilogie „Bartimäus – Das Amulett von Samarkand“ als preisgünstige Taschenbuchausgabe.

 

Der junge Nathanael geht mit fünf Jahren in die Lehre bei dem Zauberer Arthur Underwood und will die magischen Künste bei ihm lernen. Arthur ist nicht gerade begeistert von seinem Schüler, aber in einer Zeit in der man ständig im Konkurrenzkampf mit Tschechien und Italien steht, muss man ganz einfach Nachwuchs für das Parlament und den Krieg ausbilden. So bekommt der Minister für innere Angelegenheiten den schüchternen und blassen Nathanael zugewiesen.

Dieser entpuppt sich zwar als ein wahres Naturtalent, ist aber wie es für Lehrlinge eher unüblich ist ausgesprochen ehrgeizig und ungeduldig. Schnell kommt er dahinter, dass sein Meister nur vorgibt ein mächtiger Zauberer und Minister zu sein. Stattdessen gehört er eher zum Mittelmaß und lässt sich von Anderen auch mal herumkommandieren oder auch demütigen. So bleibt Nathanael nichts weiter übrig als sich die höheren Stufen der Magie und Beschwörung selbst beizubringen. Genügend Bücher gibt es im Hause Underwood und niemand bemerkt seine kleine Maskerade als naiver und dummer Schüler.

 

Nach und Nach kann Nathanael problemlos kleinere Dämonen wie Kobolde und Foliots beschwören und auch das Bannen und die Herstellung eines so genannten Zauberspiegels klappen auf Anhieb. Nun will er sich im zarten Alter von zwölf Jahren an die Beschwörung des „mächtigen Dschinns Bartimäus von Uruk“ versuchen. Er soll ein geheimnisvolles Artefakt, das Amulett von Samarkand von dem Zauberer Lovelace stehlen. Dieser hatte ihn einst auf einer Versammlung bei seinem Meister Underwood gedemütigt und ihn vor seiner Lieblingslehrerin den Hintern versohlt. Seitdem schwört Nathanael auf Rache und der Dämonen soll nur aus Spass das Amulett verstecken und Lovelace ein bisschen ärgern.

Aber wieder einmal kommt alles anders als gedacht: Bartimäus entpuppt sich als ein zynisches und trotziges Etwas, das ungefragt alles und jeden kommentiert und nur widerwillig die Aufgaben erfüllt, die Nathanael ihm stellt. Zusätzlich hat Lovelace das magische Amulett von Samarkand selber gestohlen und will es zurück haben. Nun ist nicht nur Nathanael in Gefahr sondern auch sein unwissender Meister Underwood und der Einzige, der ihm zur Seite steht und vielleicht helfen kann, ist ein selbstsüchtiger und hinterlistiger Dschinn…

 

„Das Amulett von Samarkand“ ist ein „All-Age“ Fantasy Roman, der sowohl Kinder ab zwölf Jahren als auch Erwachsene gleichermaßen begeistern kann. Das liegt vor allem an den beiden Hauptfiguren Nathanael und Bartimäus. Kinder und junge Leser können sich leicht mit dem unbeholfenen und neugierigen Zauberlehrling identifizieren, während ältere Leser vor allem über die ironischen und sarkastischen Kommentare des ewig plappernden Dschinns schmunzeln können. In kurzen Fußnoten richtet er sich gewissermaßen direkt an die Leser und gibt locker, flockig Erklärungen und Beleidigungen zu bestimmen Dingen und Personen ab. Hinzu kommt, dass die Handlung mal aus der Ich-Perspektive von Bartimäus und mal aus der 3. Person erzählt wird. Das macht den ganzen Roman zusätzlich anschaulicher und abwechslungsreicher.

Die Handlung an sich wird spannend und ohne Hänger erzählt. Tempo und Action-Anteil sind gut gewählt und passen dazu. Die Sprache ist dabei absichtlich, vor allem bei den „Bartimäus-Kapiteln“, etwas jugendlicher und Umgangssprachlicher gehalten, wirkt aber nie aufgesetzt oder unecht.

 

Insgesamt ist „Bartimäus – Das Amulett von Samarkand“ ein spannender Fantasy Roman, der zu Recht seine Auszeichnungen bekommen hat und mit frischen Ideen, sympathischen Figuren und viel Humor überzeugen kann. Wer die Romane von Terry Pratchett, Christopher Moore oder Robert Asprin mag und sich schon immer gefragt hat, wie es ist wenn man einen kleinen Dämonen im Haus hat, kann bedenkenlos zugreifen.

 

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Eure Meinung:

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Buch:

Das Amulett von Samarkand

Reihe: Bartimäus Band 1

Original: The Bartimaeus Trilogy Vol. 1 - The Amulet of Samarkand, 2003

Autor: Jonathan Stroud

ÜbersetzerInnen: Katharina Orgaß und Gerald Jung

 

ISBN-10: 344236762X

ISBN-13: 978-3442367627

 

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 29.10.2007, zuletzt aktualisiert: 03.01.2020 12:37