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Bartimäus von Jonathan Stroud

Reihe: Bartimäus Band 1

Rezension von Christel Scheja

 

"Bartimäus - Das Amulett von Sarmarkand" erschien bereits 2004 als gebundenes Buch bei cjb und erwies sich als erstaunlich erfolgreich. Grund genug für Random House, das Buch nun noch einmal als preisgünstigeres Paperback heraus zu geben.

 

Die Zauberer leben unter uns, ja sie beherrschen sogar das öffentliche Leben. Selbst der Premierminster und sein Gremium verlassen sich mehr auf ihre magischen Künste als auf ihr diplomatisches Geschick. Doch die einfachen Leute merken nicht viel davon, denn man verbirgt sich bewusst hinter einer betont bürgerlichen Fassade.

Der Nachwuchs rekrutiert sich aus geeigneten Kindern, die von älteren Zauberern in Obhut genommen und zu Hause ausgebildet werden. Auch der junge Nathanael kommt so in das Haus des respektablen, wenn auch nicht so begabten Arthur Underwood.

 

Der Junge lernt schneller als üblich. Sein Meister bremst ihn immer wieder aus und maßregelt ihn erreicht aber mit jeder Demütigung nur, dass Nathanael immer zorniger wird und beschließt, sich bitter an ihm zu rächen.

Damit Underwood richtigen Ärger bekommt, beschwört der Junge einen Dschinn und befiehlt ihm, das Amulett von Samarkand, aus dem Besitz des mächtigen Zauberers Simon Lovelace zu stehlen und im Arbeitszimmer seines Meisters unterzubringen.

Der herbeizitierte Bartimäus ist gar nicht erbaut über diesen Wunsch eines einfachen Zauberschülers, aber gezwungen, den Auftrag des Jungen auszuführen. Dabei stellt er ziemlich schnell fest, dass sie mitten in eine seit langem vorbereitete Intrige geraten sind, denn Lovelace hat mit dem Amulett Großes vor und es deshalb besonders geschützt.

Das bindet er Nathanael auf die Nase, doch es ist bereits zu spät. Der mächtige Zauberer wittert eine Spur und setzt alles daran, den Dieb und seine Hintermänner zu finden - nicht nur, um das Amulett wieder zu bekommen, sondern auch um diese mundtot zu machen, ehe sie seine Machenschaften ausplaudern und seinen Plan können.

 

Zauberschüler, die bei Meistern in die Lehre gehen, gab es in der europäischen Literatur schon lange vor Harry Potter. Der Erfolg der Romane von J. K. Rowling begünstigte allerdings die Chance für junge Autoren, Romane mit diesem Thema in Verlagen unterzubringen.

So vermutlich auch Jonathan Stroud, der nun nicht den Fehler begeht, all zu sehr zu kopieren, sondern sich auf ältere Traditionen zu berufen - wie man sie auch schon Ottfried Preußlers "Krabat" kennt. Der einzige Unterschied ist, dass die Zauberer nicht außerhalb der Gesellschaft stehen, sondern ein wichtiger Teil derselben sind.

Der Autor springt gleich zu Anfang in die aktuelle Abenteuerhandlung und weckt so das Interesse des Lesers. Erst später nimmt er sich Zeit, um Nathanael, Bartimäus und die anderen Figuren des Buches einzuführen, dann ist man aber schon mit ihren Motiven vertraut. Während die aus der Sicht des jungen Zauberschülers geschilderten Szenen eher nüchtern und ernst wirken, wechselt er in den Erzählungen Bartimäus' den Stil.

Heiter und sarkastisch berichtet der Dschinn seine Sicht der Dinge und nimmt dabei kein Blatt vor den Mund. Dabei erinnert er ziemlich an Robert Asprins Dämon Aahz, der sich ebenfalls lange Jahre und viele Romane mit einem jungen Zauberlehrling herumgschlagen musste.

Auch wenn zu Anfang die Fußnoten den Lesefluss sehr behindern, weil man immer wieder zwischen ihnen und dem eigentlichen Text hin und her springt, bekommt man einen guten Einblick in die magische Welt des Jonathan Stroud und fiebert immer mehr mit, ob es dem Jungen und dem Dschinn gelingt, das Unheil aufzuhalten.

 

"Das Amulett von Samarkand" bietet inhaltlich zwar nicht viel Neues, dem Autor gelingt es aber, dieses ansprechend und spannend darzustellen und den Leser bei der Stange zu halten. Das Buch garantiert unterhaltsame Lesestunden für alle, die neben Harry Potter auch noch ein Faible für die Romane von Terry Pratchett oder Robert Asprin haben.

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Titel: Das Amulett von Samarkand

Reihe: Bartimäus Band 1

Autor: Jonathan Stroud

broschiert, 540 Seiten

Blanvalet, erschienen April 2006

ISBN: 3-442-36402-7

Titelbild von David Wyatt

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 10.04.2006, zuletzt aktualisiert: 03.01.2020 12:37