1989 schuf Regisseur Tim Burton mit Unterstützung der Drehbuchautoren Sam Hamm und Warren Skaaren die cineastische Grundlage für einen düstereren Batman. Trotz des Erfolgs entschied man sich bei Warner Bros. aber nach ein paar Jahren, aus dem Dark Knight wieder einen bunteren Verbrechenskämpfer zu machen. Doch die dunklere Version des Mitternachtsdetektivs lebt – mit der Comic-Reihe Batman ’89 und dem Band Echos, der eine komplette und abgeschlossene Story enthält.
Ein Gotham ohne Batman erscheint kaum denkbar. Doch tatsächlich ist der Beschützer der Millionenstadt nun schon seit zwei Jahren verschwunden. Kein Wunder, dass das Verbrechen gedeiht. Doch nicht nur die Straßen von Gotham sind gefährlich. Im berüchtigten Arkham Asylum haben zwei Ärzte ganz eigene Pläne, deren Namen Fans bekannt vorkommen dürften: Dr. Harleen Quinzel und Dr. Jonathan Crane. Bald gehen Wahnsinn und Angst um. Wann taucht Batman wieder auf?
Der Autor von »Echos« ist eben der Sam Hamm, der maßgeblich für das Drehbuch von Tim Burtons Batman verantwortlich war. Zudem kann er mit Batman: Blind Justice auch Erfahrungen in der Comic-Welt des Dark Knight vorweisen. Hier kreiert er eine – vor allem im ersten Teil – ungewöhnliche Batman-Story, die geschickt mit dem bekannten Personal spielt und es stimmig modifiziert. Dabei gibt es immer wieder überraschende Wendungen der Story und auch für Spannung ist gesorgt. Allerdings müssen Batman-Fans im Comic ziemlich lange ohne den Dunklen Ritter auskommen. Wegen der Fülle an Figuren und Plot-Ideen fehlt nach dem starken und verheißungsvollen Auftakt zudem oft die Zeit, sich den etablierten Charakteren ausreichend zu widmen. Dementsprechend hätte sich Hamm vor allem auf weniger Schurken fokussieren sollen.
Die Zeichnungen stammen vor allem von Joe Quinones, der bereits bei Batman ’89 die Zeichenfeder geschwungen hat, und hier zudem Unterstützung von Stacey Lee erhält. Überzeugen kann vor allem das Figurendesign, das weitgehend an die Charaktere aus Tim Burtons Film erinnert. So ist Michael Keaton in der Rolle von Bruce Wayne deutlich erkennbar. Zu gefallen wissen aber auch die fantasievollen Outfits von Harley Quinn und Co. Für besondere Sequenzen lösen die Zeichner geschickt die klassische statisch-rechteckige Panelform auf und erzeugen so zusätzliche Dynamik. Leider kommt das neogotische Gotham aus Tim Burtons Filmen in diesem Band zu kurz. So bleibt die dunkle Stimmung etwas auf der Strecke. Zudem hält die Handlung nicht immer, was die – oft wunderschön düster von Joe Quinones komponierten – Titelbilder für die Einzelausgaben versprechen.