„Batman – Auf der Spur des Bösen Bd. 1“ bietet gleich zwei Geschichten, die zur Anfangszeit des Dunklen Ritters spielen. In „Wir sind die Verwundeten“ geht es um eine mysteriöse Serie von Morden in Gotham. Auf den ersten Blick gibt es keinen Zusammenhang zwischen den Verbrechen, doch der Mitternachtsdetektiv stößt schließlich auf einen lokalen Skandal. Dann bildet eine Geiselnahme in einem Hochhaus den Auftakt der Story „Die Stimme des Turms“. Batman dringt in das Gebäude ein und kämpft sich vom Erdgeschoss bis nach oben. Dabei wird er mit einem geheimnisvollen Gegner konfrontiert.
Beide Geschichten stammen von Dan Watters (KNIGHT TERRORS), der bereits einige Werke für das Gothamverse beigesteuert hat. Sie stellen sehr ansprechend einen frühen Batman in den Fokus, der noch nicht über eine Schar von Helfern verfügt und sich hier als Mitternachtsdetektiv beweisen kann. Zudem punkten die Storys mit interessanten Antagonisten. Etwas holprig wirkt allerdings das Storytelling bei „Die Stimme des Turms“, da der Autor Batman die Auflösung etwas langatmig referieren lässt. Hier wäre eine etwas elegantere Lösung wünschenswert gewesen. Dafür punktet die Story am Ende mit einer Dosis phantastischer Unschlüssigkeit und hat schließlich viel weniger mit dem Action-Klassiker „The Raid“ zu tun, als das Setting vermuten lässt. Beide Geschichten lassen sich übrigens praktisch ohne Vorwissen genießen, weil sie nur lose an die Bat-Mythologie anknüpfen.
Bebildern darf die Storys Hayden Sherman, der ebenfalls Erfahrungen mit dem Dark Knight hat (BATMAN – DETECTIVE COMICS). Auffällig ist die Vielfalt bezüglich der Panelformen, was aber typisch für Haydens Stil ist. Das wirkt spielerisch, unterstützt visuell die erzählerische Dynamik und rückt oft auch geschickt Details in den Fokus. Besonders gut gelungen ist dem Künstler die Gestaltung des Antagonisten in der ersten Story. Aber auch den eigentlichen Protagonisten setzt Sherman immer wieder stark – manchmal auch seitenfüllend – in Szene. Zwar ist die Übersetzung von Ralph Krumm gelungen. Der Titel hätte sich aber stärker am Original („Dark Patterns“) orientieren dürfen.