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Batman: Damned Band 1

Rezension von Ingo Gatzer

 

Rezension:

„Batman: Damned Band 1“ ist in mehrfacher Hinsicht ein besonderes Comic. Es gehört nicht nur zur neu gestarteten Reihe namens Black Label, die für eigenständige, außerhalb des Kanons stehende Werke, mit einem düsteren Setting stehen soll. Zudem erscheint das Comic im Albumformat als edles Hardcover. Dem ersten Teil, erdacht von Brian Azzarello und gezeichnet von Lee Bermejo, sollen noch zwei weitere Bände folgen.

 

Um der Aufdeckung seiner Identität zu entgehen, flieht Batman schwer verletzt aus einem Krankenwagen. Zum Glück ist John Constantine zur Stelle und rettet de, Dunklen Ritter das Leben, als dieser orientierungslos durch Gotham City taumelt. Doch der Okkultist hält sich natürlich nicht zufällig in Batmans Stadt auf. Hier wüten vielmehr geheimnisvolle dunkle Mächte. Dann scheint auch noch der größte Widersacher des Mitternachtsdetektivs tot zu sein. Spielen düstere Ereignisse aus Bruce Waynes Kindheit bei diesem Rätsel eine Rolle?

 

Brian Azzarello bewies in der Vergangenheit immer wieder ein Faible für erwachsene und komplexe Geschichten und hat etwa zusammen mit Frank Miller an „Batman: The Dark Knight III“ gearbeitet und auch den „Hellblazer“ inszeniert Das nimmt der US-Amerikaner nicht nur zum Anlass, John „Hellblazer“ Constantine als Figur in das Batman-Universum einzubauen. Azzarello lässt ihn hier auch als Erzähler fungieren – was der Leser allerdings erst nach einigen Seiten erfährt, nachdem die Geschichte bereits Fahrt aufgenommen hat. Das sorgt für eine subjektive, aber gleichzeitig auch sehr reizvolle Färbung der Geschichte, die dafür sorgt, dass alles Geschilderte fraglich bleibt, denn wie Constantine selbst zugibt: „Ich bin der unzuverlässigste von allen Erzählern.“ Unterbrochen ist die Handlung immer wieder von Rückblicken in Bruce Waynes Kindheit, die sich durch eine düsterem bedrohliche und übernatürliche Stimmung auszeichnen. Eine kohärente Handlung zeichnet sich hingegen noch nicht ab. Vielmehr setzt Azzarello dem Leser einige spannende, reizvolle und atmosphärisch dichte, aber eben auch verwirrende Mosaikstücke vor, die (noch) keinen Sinn ergeben.

 

Lee Bermejo hat bereits zahlreiche Comics von Brian Azzarello zeichnerisch begleitet und sich vor allem für „Batman: Joker“ und „Lex Luthor: Mann aus Stahl“ einige Meriten verdient. Hier liefert er einige herausragende Panels ab, die eines aufwendig gestalteten Albums wirklich würdig sind. Seinen Zeichnungen im Allgemeinen und den Figuren im Speziellen verleiht er dabei eine beeindruckende Plastizität, geht immer wieder schön ins Detail und setzt mit übergroßen Panels gekonnt visuelle Ausrufezeichen – etwa beim letzten Bild des Bandes. Wer wirklich etwas kritisieren möchte, könnte anmerken, dass einige der von ihm gestalteten Hintergründe in einem zu blassem Weiß verbleiben. Diesen minimalen Makel macht aber die hervorragende zeichnerische Gesamtperformance mehr als wett.

 

Fazit:

»Batman: Damned Band 1« ist visuell ein absoluter Leckerbissen. Ob es inhaltlich auf dem gleichen hohen Niveau ist, lässt sich nach dem ersten Teil noch nicht abschließend bewerten. Der Auftakt ist auf jeden Fall auch dank der interessanten Erzählerfigur sehr verheißungsvoll und macht Lust auf die in in wenigen Wochen erscheinende Fortsetzung. Man darf – oder: MUSS – gespannt sein.

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Eure Meinung:

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Comic

Batman: Damned Band 1

Autor: Brian Azzarello

Zeichner: Lee Bermejo

Panini, März 2019

Album, 60 Seiten

 

ISBN-10: 3741611530

ISBN-13: 978-3741611537

 

Erhältlich bei: Amazon


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Erstellt: 19.04.2019, zuletzt aktualisiert: 20.04.2019 08:43