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Batman: Das Reptil Band 1

Rezension von Ingo Gatzer

Rezension:
Bei einem Treffen von Gothams Superschurken und ihren Anhängern gibt es mehrere Tote und zahlreiche Verletzte. Anscheinend sind die Verbrecher ohne ersichtlichen Grund aufeinander losgegangen. Zudem kursieren Gerüchte um ein geheimnisvolles Wesen, das in Gothams Unterwelt auf der Jagd ist. Batman stößt auf merkwürdige Spuren und gerät sogar selbst unter Verdacht. Die Situation eskaliert, als einer der Superschurken Geiseln nimmt.

 

Garth Ennis ist kein typischer Batman-Autor. Vor allem wegen seiner Arbeiten an The Boyz und Preacher hat er sich jedoch als einer der Top-Stars der Comic-Szene einen Namen gemacht. Bei Batman: Das Reptil Band 1 hat er alle Freiheiten, weil es sich hier um ein Werk aus der Reihe DC Black Label handelt. Diese nutzt er – nicht nur für ein packendes und düsteres Setting, sondern auch bei der Gestaltung seiner Hauptfigur. Ennis legt seinen Batman nämlich besonders kompromisslos und ruppig an. Dabei entfernt sich der Eisner-Preisträger aber dennoch nicht zu weit von den klassischen Wurzeln von Batman. Dieser macht sich zwar die Hände schmutzig, um Verbrecher zur Rechenschaft zu ziehen. Dennoch hält er sich an das klassische „Batman tötet nicht“-Credo. Fans, die einen eher düsteren Dark Knight schätzen, kommen also hier voll auf ihre Kosten. Gleichzeitig zeigt Ennis seinen Helden aber auch als klassischer Mitternachtsdetektiv, der akribisch Spuren sammelt, diesen nachgeht, harte Befragungen durchführt und einen Informanten einschleust. Während Batman also deutlich im Fokus steht – die ersten Seiten des Comics wirken fast wie eine Charakterstudie – bleibt sein geheimnisvoller Gegenspieler (noch) im Schatten. Man darf gespannt sein, was sich Garth Ennis da ausgedacht hat. Dafür bleibt der Joker allerdings leider ziemlich blass. Sogar die besseren Gags muss der Clownprinz des Verbrechens hier seinem Gegenspieler überlassen, was etwas schade ist.

 

Als Illustrator steht Garth Ennis Liam Sharpe (Batman und Wonderman: Der Ritter und die Prinzessin) – und damit wohl einer der wandelbarsten Comic-Künstler überhaupt – zur Seite. Hier beeindruckt dieser mit sehr atmosphärischen Zeichnungen, die teilweise sogar den Charakter von Gemälden haben. Dabei geht es ihm oft weniger darum, Inhalte realistisch darzustellen, sondern eine düstere Stimmung zu kreieren. Um das zu erreichen sind seine Panels mal in Dunkelheit, dann in ein schattenhaftes Grau oder in ein aggressives Blutrot getaucht. Sein Gotham ist nie hell und freundlich – dafür lauert im Hintergrund die neogotische Skyline der Batman-Metropole. Das alles harmoniert perfekt zur Geschichte und dem ebenfalls recht düster anmutenden Erzählstil von Garth Ennis. Die Superschurken wirken ebenfalls monströser als gewöhnlich. Besonders gegen Ende sind allerdings einige Panels schon expressionistisch geraten, was womöglich nicht alle Fans gleichermaßen reizvoll empfinden werden. Nicht ganz optimal ist teilweise die Gestaltung einzelner bekannter Figuren. Besonders den Joker haben einige von Sharpes Kollegen schon überzeugender gestaltet.

 

Fazit:
Dem Duo Ennis und Sharpe  gelingt mit »Batman: Das Reptil Band 1« ein mitreißender Sprung in ein finsteres Gotham, das das Lesepublikum vor allem durch eine düstere Atmosphäre in den Bann zieht und so kleinere Schwächen buchstäblich in den Schatten lauernder Geheimnisse und Monstrositäten stellt.

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Eure Meinung:

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Comic:

Batman: Das Reptil Band 1
Original: Batman: Reptilian 1-3
Autor: Garth Ennis
Zeichner: Liam Sharp
Panini, März 2022
Hardcover, 84 Seiten
Übersetzung: Andreas Kasprzak

ISBN-10: 3741627585
ISBN-13: 978-3741627583

Erhältlich bei: Amazon

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Erstellt: 09.05.2022, zuletzt aktualisiert: 21.05.2022 16:43