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Batman Eternal 1 – Verschwörung in Gotham

Rezension von Ingo Gatzer


 

Im Jahr 2014 beauftragte DC die Star-Autoren Scott Synder und James Tynion IV, eine neue Reihe zu kreieren, in deren Zentrum Batman stehen sollte. Das Ergebnis heißt „Batman Eternal“ und umfasst insgesamt 52 Folgen. Die ersten zehn Teile, die in den USA wöchentlich ab Juni 2014 erschienen, hat Panini nun in dem Sammelband „Batman Eternal 1 – Verschwörung in Gotham“ zusammengefasst.

 

Eigentlich scheint alles wie immer in Gotham. Polizeichef Gordon jagt mit seinen Leuten skrupellosen Verbrechern – in diesem Fall Professor Pyg und seiner Bande – hinterher. Während Batman den Anführer stellt, verfolgt Gordon einen weiteren Flüchtigen in die U-Bahn-Station. Doch daraus entwickelt sich eine Katastrophe, die zahlreichen Menschen das Leben kostet. Ist der Polizeichef dafür verantwortlich oder ist er nur das Opfer einer Verschwörung, die die Machtverhältnisse in Gotham verändern soll?

 

Mit der Wahl der an „Batman Eternal“ beteiligten Autoren hat DC ein gutes Gespür bewiesen. Immerhin gelang Scott Synder – nachdem er mit „Amercian Vampire“ für erstes Aufsehen gesorgt hatte - vor allem mit der klassischen Batman-Reihe „Detective Comics“ und dem späteren Neustart der Welt des Dunklen Ritters der große Durchbruch. Auch Snyders ehemaliger Schüler James Tynion IV, ist mit dem Batmanuniversum – dank mehrerer Back-up-Geschichten für „Batman“ und dem Ableger „Talon“ - gut vertraut. Ähnliches gilt für die Co-Autoren Ray Fawkes („Batgirl“), John Layman („Detective Comics“) sowie Tim Seely („Grayson“). Die Autoren sorgen gleich zu Beginn des Comics für ein Ausrufezeichen, weil der Auftakt gleich ein – düsteres und zerstörerisches – Ausblick auf das Ende bietet. Erst dann lassen sie sich die Story langsam entwickeln. Bezeichnend ist, das nicht Batman allein im Zentrum steht, sondern immer wieder andere vermeintliche Nebenfiguren wie James Gordon, dessen Tochter oder Red Robin in den Fokus rücken. Dadurch bleibt das Comic abwechslungsreich und bietet mehrere Perspektiven. Auch die Mischung aus actionreichen Szenen und eher ruhigen Sequenzen - bei denen die Entwicklung der Verschwörung und der Versuch diese aufzudecken im Vordergrund stehen – stimmt. Wie nicht anders zu erwarten, ist das Ende des Sammelbands ziemlich offen, macht aber Lust auf die nächsten Teile. Ein kleines Manko ist, dass nach den ersten zehn Episoden einige Aspekte der Handlung noch keinen richtigen Sinn ergeben und manche Elemente etwas konstruiert wirken. Aber das kann sich ja noch ändern, wenn am Ende alle Puzzleteile vorliegen. Die Komplexität und Zahl der Handlungsstränge könnte zu junge Leser – für die die Serie allerdings auch nicht gedacht ist – möglicherweise etwas überfordern.

 

Auch bei der Auswahl der Zeichner hat DC auf Qualität gesetzt. Jason Fabok wirkte bereits als Künstler für die Serie „Batman – The Dark Knight“ mit und Dustin Nguyen konnte nach seiner Arbeit an der Kult-Serie „The Authority“ bereits als Zeichner für mehrere Reihen um den Dunklen Ritter - etwa „Batman: Die Straßen von Gothman“ oder „Batman/Superman“ - überzeugen. Vervollständigt wird das Ensemble durch Andy Clarke („Detective Comics“), Trevor McCarthy („Batman: Die Pforten von Gothman“), Emanuel Simeoni („Talon“), Guillem March („Batman Confidential“) und Riccardo Burchielli („DMZ“). Sie alle verleihen „Batman Eternal“ einen sehr stimmigen, düsteren Look. Einen tollen Kontrast zu den allgegenwärtigen Schatten und der vorherrschenden Dunkelheit bietet der Auftakt, bei dem rot-gelbe Flammenwände bis in den Himmel reichen und Gotham regelrecht einhüllen. Auch die Charaktere sind gut getroffen, auch wenn der neue Lieutnant Jason Bard etwas zu sehr wie ein junger James Gordon wirkt. Positiv hervorgehoben werden müssen unbedingt noch die Titelbilder der einzelnen Ausgaben. So verbindet Andy Kubert etwa gekonnt Komik mit Spannung, wenn er den Pinguin von einem explodierenden Gebäude wegtauchen lässt, wobei nichts als seine Zigarettenspitze über der Wasseroberfläche bleibt. Guillem March zeigt Batman hingegen gekonnt von so vielen Gegnern auf mehreren Ebenen in einer Wolkenkratzerschlucht umringt, dass der Leser auf den ersten Blick gar nicht mehr weiß, wo oben und wo unten ist.

 

 

Fazit:

„Batman Eternal 1 – Verschwörung in Gotham“ besticht durch eine Kombination einer facetten- und figurenreichen Story - die sich zu diesem frühen Zeitpunkt der Reihe erst langsam entwickelt - mit hervorragenden und sehr stimmungsvollen Zeichnungen.

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Eure Meinung:

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Comic

Batman Eternal 1 – Verschwörung in Gotham

Autoren: Scott Snyder, James Tynion IV, u. a.

Zeichner: Jason Fabok, David Nguyen u.a.

Erscheinungsdatum: März 2016

Panini - 228 Seiten - Softcover

ISBN-10: 3957987415

ISBN-13: 978-3957987419

 

Erhältlich bei: Amazon


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Erstellt: 26.03.2016, zuletzt aktualisiert: 12.07.2019 19:51