Schurken, die sich für ein vermeintlich erlittenes Unrecht rächen wollen, gibt es im DC-Universum viele. Doch dem mysteriösen Antagonisten Insomnia stehen in Batman: Knight Terrors für seine Vergeltung außergewöhnliche Möglichkeiten zur Verfügung. So stürzt er die Helden um Batman in einen sehr realen Albtraum. Nicht nur der Dunkle Ritter ist da überfordert. Zum Glück gibt es Hilfe: Doch die kommt von recht ungewöhnlicher Seite und gehört streng genommen weder zur Fraktion der Lebenden noch zu den Helden: Auftritt für Deadman.
Autor Joshua Williamson (Batman – One Bad Day: Clayface) kreiert mit »Batman: Knight Terrors« bzw. Insomnia eine ungewöhnliche Bedrohung. Diese hebt sich wohltuend vom Superschurken-Einheitsbrei ab. Anders, als der Titel vermuten lässt, handelt es sich jedoch eigentlich nicht um einen klassischen Batman-Comic. Stattdessen erleben wir die meiste Zeit Deadman als Dark Knight. Genau dieser interessante »Dead Knight« macht aber auch einen Großteil des Reizes der Lektüre aus. Denn der verblichene Artist ist mit der Rolle natürlich anfangs ziemlich überfordert und muss am Ende eine schwere Entscheidung treffen. Indem Deadman alias Boston Brand sich zu Beginn der einzelnen Kapitel immer wieder an die Leserinnen und Leser wendet, wächst die Figur dem Publikum richtig ans Herz. So entsteht ein reizvoller Kontrast zur eher düsteren Horror-Tonalität des Comics. Zudem bietet Williamson Fans ein gelungenes Wiedersehen mit einem klassischen Superhelden und verbindet das Event »Knight Terrors« am Ende überraschend, aber dennoch stimmig mit einem weiteren. Da ist es zu verschmerzen, dass der Plot an einigen Stellen etwas verworren – eben wie so mancher Traum – wirkt.
Für die Zeichnungen sind vor allem Giuseppe Camuncoli (Spider-Man: Der Tod von Peter Parker) und Howard Potter verantwortlich. Die Künstler stellen vor allem die Albtraumwelten sehr ansprechend dar und variieren dafür auch ihren Zeichenstil. Sehenswert sind vor allem zwei direkt aufeinanderfolgende Panels, bei denen Batman, Superman, Wonder Woman & Co erst als klassische Superhelden und dann als verunstaltete Monster erscheinen. Schwächen gibt es allerdings bei der Gestaltung der Heldenfiguren. Während die visuelle Darstellung von Batman noch weitgehend in Ordnung geht, sieht die Mimik von Superman und noch mehr bei Wonder Woman an einigen Stellen etwas merkwürdig aus.