In Memento Mori geht ein neuer Killer in Gotham um. Oder handelt es sich vielleicht ganz im Gegenteil um einen alten? Denn die Tatorte erinnern frappierend an frühere Verbrechen. Batman steht vor einem Rätsel, das auch mit seiner Vergangenheit verknüpft zu sein scheint. Zu allem Überfluss hat sein Sohn Damian Probleme, sich in seiner Rolle zurechtzufinden, und begibt sich durch seine Ungeduld in Gefahr. Wird er zudem auch noch manipuliert?
Kann die Serie Batman und Robin das hohe Niveau des Vorgängerbandes halten? Schließlich übernimmt nun ein neues Kreativteam die Arbeit von Joshua Williamson und Co. Immerhin ist der neue Autor kein Unbekannter. Philip Kennedy Johnson hat bereits mit seinen Geschichten für Superman lobende Kritiken eingeheimst und war zudem schon für den Comic-Oscar Eisner Award nominiert. Hier knüpft er fast nahtlos an die in den früheren Bänden präsentierte Ausgangsposition an. Dabei rückt Johnson jedoch die Beziehung zwischen Bruce und Damian noch stärker in den Vordergrund und betont die Spannungen. Das ist jedoch psychologisch überzeugend und so geschickt gelöst – unter anderem durch die Einbeziehung von Bruce Waynes Vergangenheit sowie eines früheren Batman-Sidekicks – dass das Ergebnis absolut stimmig wirkt. Gleichzeitig ist der rätselhafte Fall packend inszeniert und mit wohldosierter Action sowie einer Prise Mystik gewürzt. Zudem schließt der Band mit einem veritablen Cliffhanger. Gelingt Johnson bei seiner Übernahme der Serie also der perfekte Start? Nicht ganz. So wirkt etwa die Auseinandersetzung zwischen dem Pinguin und Tiger Shark bisher nur wie ein unnötiges Zwischenspiel, das von der interessanteren Haupthandlung eher unnötig ablenkt. Möglicherweise ändert sich das aber im nächsten Band.
Die Reihe »Batman und Robin« erhält aber nicht nur einen neuen Autor, sondern auch neue Zeichner. Den Anfang macht Javi Fernández. Der Spanier gestaltet gleich zu Beginn eine Verfolgungsjagd mitreißend dynamisch und baut viele seiner Panels gekonnt auf.
Der Stil von Carmine Di Giadomenico unterscheidet sich zwar deutlich. Da der Italiener aber Ereignisse aus der Vergangenheit von Bruce Wayne zeichnet, ist der Unterschied längst nicht so problematisch. Insgesamt wirkt die Arbeit von Fernández jedoch stimmungsvoller.
In Kapitel drei setzt schließlich Miguel Mendoca (Albträume in Gotham) die Story visuell um und führt sich mit einem atmosphärischen Blick auf das Arkham Asylum gleich richtig gut ein. Der Portugiese verleiht seinen Figuren zudem eine ausdrucksstarke Mimik, die an einigen Stellen sogar mehr als die Arbeit von Fernández überzeugt.