Es müssen nicht gleich immer Trilogien oder noch längere Zyklen sein, um auf dem Buchmarkt zu debütieren. M. Stevenson bietet daher mit Behooved einen liebenswert verspielten Roman, der die Romantasy auf besondere Weise feiert und immerhin mit einigen Konventionen bricht.
Bianca willigt mehr oder weniger freiwillig ein, den Thronfolger des benachbarten Reiches zu heiraten, um einen Krieg für ihr Herzogtum zu verhindern, auch wenn sie eigentlich andere Pläne für ihr Leben hat. Es macht alles auch nicht leichter, dass Prinz Aric sie ablehnt.
In der Hochzeitsnacht werden beide auch noch von einem Attentäter angegriffen. Doch das ist lange nicht alles, denn anstelle von Adric steht auf einmal ein weißes Pferd im Zimmer. Nun bleibt beiden nur noch die Flucht nach vorne, weil Intriganten die Gelegenheit ausnutzen.
Und so beginnt ein unterhaltsames Abenteuer, in dem die beiden so unterschiedlichen jungen Leute nicht nur lernen, sich zusammen zu raufen, sondern auch die Natur des Fluches zu ergründen und sich den Thron zurück zu erobern.
Bianca stellt nicht nur fest, dass sie ganz offensichtlich als Bauernopfer dienen sollte, weil man sie als Mörderin des Prinzen jagt, sondern auch dass mehr in ihr steckt, als sie bisher glaubte. Nicht zuletzt haben Aric und sie auch die Gelegenheit einander besser kennen zu lernen.
Interessant dabei ist, dass die Heldin unter einer geheimnisvollen Krankheit im Unterleib leidet, die sie immer wieder umwirft. Aber dennoch lässt sie sich nicht unterkriegen und tut was sie kann, um den Fluch zu lösen.
Viel neues bietet die Geschichte natürlich nicht, gerade Romantasy-Fans werden das ein oder andere Element sicherlich wiedererkennen, inklusive der beiden Hauptfiguren, die sich zunächst nicht riechen können, dann aber doch zueinander finden und sogar intim werden.
Aber immerhin kommt das Abenteuer nicht zu kurz und das ganze ist recht charmant geschrieben, bringt immer wieder zum Schmunzeln und bietet sogar einige nette Überraschungen, die die Spannung auf einem guten Niveau halten. Und auch die Figuren kommen recht sympathisch daher, haben ein paar liebenswerte Macken, die sie unverkennbar machen.