Ben 10 (Nintendo DS)
 
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Ben 10 (Nintendo DS)

Rezension von Björn Backes

 

Inhalt:

 

Ben Tennyson ist eigentlich ein Durchschnittsjunge, im Alter von 10 Jahren aber dennoch ein geheimer Superheld. Seine Kräfte bezieht er aus dem Omnitrix, einem außerirdischen Artefakt an seinem handgelenk, welches ihm ermöglicht, auf Knopfdruck in die Rolle fünf verschiedener extraterrestrischer Gestalten zu schlüpfen. Diese Kräfte sind aber auch zwingend erforderlich, um die Welt ständig vor dem fiesen Schurken Vilgax zu beschützen, der auch im gleichnamigen Videogame „Protector Of Earth“ einen fiesen Plan ausgeheckt hat. Also reist Ben 10 an verschiedenen Schauplätzen der Vereinigten Staaten entlang, macht sogar einen Abstecher in die Area 51 und versucht, seinen Erzfeind zur Strecke zu bringen und vor allem die verlorenen Teile seiner Omnitrix wieder aufzustöbern. Level für Level kämpft er sich durch die bekannte Comic-Welt, die er ansonsten beim Cartoon Network auf dem Bildschirm streift – und muss sich dabei ständig haarsträubenden Konflikten stellen.

 

Das Spiel:

 

„Ben 10 – Protector Of Earth“ basiert auf keiner wirklich transparenten Story. Die Designer setzen voraus, dass man sowohl die Charaktere des Spiels kennt, als auch mit der Umgebung und den Fähigkeiten der Omnitrix vertraut ist. Dementsprechend stürzt man im Videospiel auch umgehend ins Geschehen, welches sich als typische zweidimensionale Jump & Run-Welt offenbart. Zunächst steuert man nur den eigentlichen Hauptcharakter und stellt sich mit seinen ausgeprägten Kampfsportanlagen den recht leicht zu besiegenden Gegnern. Im Laufe des Spiels werden dann immer mehr Charaktere frei gespielt, denen allesamt unterschiedliche Zusatzfähigkeiten eigen sind. Während man mit dem Kraken beispielsweise an Vorsprüngen empor klettern kann, besitzt Inferno die Macht des Feuers und schleudert Feuerbälle auf seine Gegner – oder löscht selbiges, sobald es sich als Hindernis offenbart. Größere Sprünge und temporeiche Action garantiert hingegen XLR8, eine echsenartige Alien-Mutation, die ebenfalls recht früh im Spiel erscheint. Der Wechsel zwischen den einzelnen Figuren geschieht über den Touchscreen. Jedoch verwandelt man sich nach einer gewissen Zeit automatisch wieder in Ben 10 zurück, da die Power der Omnitrix nicht unbegrenzt ist. Sobald sich die zugehörige Leiste jedoch wieder aufgeladen hat, steht einem erneuten Wechsel – dem Schlüsselelement des Spiels – nichts mehr im Wege

 

Während des Spiels schaltet man somit ständig zwischen den einzelnen Charakteren hin und her, nutzt ihre individuellen Fähigkeiten, um Hindernisse zu überbrücken und bestimme Gegner zu besiegen und prügelt und springt sich in bester Beat ’em up-Manier durch die recht sympathisch animierten Level-Aufbauten. Hier macht sich jedoch relativ schnell der Wiederholungsfaktor des Spiels bemerkbar. Die Gegner variieren kaum, die Jump-Einlagen gleichen einander stellenweise sehr stark und auch der Schwierigkeitsgrad wird im Laufe des Spiels kaum angehoben. Hinzu kommt, dass die Angriffe ein wenig lieblos vonstatten gehen. Im Grunde genommen muss man nämlich nur wild auf die x- und y-Tasten drücken, um bestimmte Combos auszuführen und den Feind zu vernichten. Und gerade wegen des unflexiblen Schwierigkeitsgrads ist dies auf Dauer ziemlich unbefriedigend und eintönig.

 

Aus diesem Grund scheint „Ben 10 – Protector Of Earth“ auch beinahe ausschließlich für das TV-Publikum des Titelhelden konzipiert zu sein. In Sachen Anspruch und Herausforderung gehört der Titel nämlich sicher nicht zu den spannendsten Genre-Releases.

 

 

Technik/Handling:

 

Was die technische Seite des Spiels betrifft, gibt es grundsätzlich keine wirklich kritischen Anmerkungen. Der Spielfluss ist anständig und auch die Strukturierung der Level überschaubar. Nicht ganz so günstig ist indes die etwas lieblos gestaltete Wiedergabe der Story; hier hätte man gerne etwas weiter ausholen können, um auch Nicht-Fans die Handlung adäquat schmackhaft zu machen. Und natürlich hätte man den Schwierigkeitsgrad ein bisschen anheben können, da man fast davon ausgehen kann, dass selbst Jump & Run-Laien das Spiel verhältnismäßig schnell durchgespielt haben werden. Auch wenn der Umfang für ein Spiel dieses Genres dennoch sehr ordentlich ist.

 

In Sachen Handling ist die Adaption der Serie aber sehr schön gelungen. Die Action-Moves gehen auf Anhieb gut von der Hand, aber auch die zahlreichen Combos und die individuellen Fähigkeiten der Außerirdischen hat man zügig erlernt. In manchen Kampfsituationen können lediglich die Wechsel unter den Charakteren etwas hektisch werden, da man hierzu parallel die Tasten und den Touchscreen bedienen muss, um nicht plötzlich ins Hintertreffen zu geraten. Wirkliche Beeinträchtigungen resultieren hieraus jedoch nicht, so dass man die Steuerung durchaus als sehr angenehm bezeichnen kann.

 

 

Grafik/Sound:

 

Optisch sticht „Ben 10 – Protector Of Earth“ nicht wirklich aus der wachsenden Schar der Action-Jump & Runs auf dem DS heraus. Die Levels sind ganz nett animiert, die Figuren ziemlich originalgetreu nachempfunden und der Gesamtablauf flüssig und ruckelfrei. Zwar bietet das Spiel damit nichts Auffälliges, bedient aber dennoch gute Genre-Standards. Gleiches lässt sich auch hinsichtlich des Klangbilds konstatieren. Die Hintergrundsounds sind nicht spektakulär, die Effekte bei den Kämpfen auch keine Referenz, aber insgesamt ist der Audio-Teil des Games absolut in Ordnung.

 

 

Spielspaß:

 

Auch in Sachen Spielspaß setzt sich Bens Suche nach den fehlenden Teilen der Omnitrix nicht entscheidend vom Durchschnitt ab. Die ersten Levels, und hierbei vor allem der Einsatz der unterschiedlichen Kreaturen, sind noch recht spannend. Gerade das Herumexperimentieren mit den Spezialfähigkeiten der Charaktere macht Spaß und hält den Bediener leichtfertig bei der Stange. Mit wachsender Spieldauer stellt man allerdings fest, dass es dem Spiel deutlich an Abwechslung mangelt. Immer wieder sieht man sich den gleichen Kontrahenten gegenüber, und je weiter man seine eigenen Figuren verstärkt hat (dies geschieht mittels Punktetransfer im Shop-Menü), desto simpler stellt man seine Feinde kalt. Dass der Schwierigkeitsgrad in seiner Entwicklung dabei ziemlich steif ist, versteht sich von selbst und ist auf Dauer leider auch ein klarer Spaßhemmer.

 

Dem entgegen stehen einige witzige Charaktere, ein sympathischer Spielaufbau und erneut die innovative Steuerung, die zwar in ihrer Kombination die mangelnde Flexibilität des Spielniveaus nicht kaschieren können, aber zumindest den Verlust des langfristigen Spielspaßes ein wenig kompensieren können. Allerdings zeigt sich an dieser Stelle ganz klar, dass die Konzeption des Spiels auf ein junges Publikum zielt und sich die allgemeine Spielfreude daher wohl auch nur unter den durchweg Fans der TV-Serie einstellen wird.

 

 

Fazit:

 

„Ben 10 - Protector Of Earth“ ist als Zeichentrick-Adaption definitiv gelungen und bietet im Rahmen eines Jump & Run-Games recht ansprechende Action. Leider jedoch ist das Spiel viel zu leicht zu bewältigen und insgesamt zu abwechslungsarm gestaltet. Trotz überzeugender Präsentation bleibt somit ein erheblicher Wermutstropfen, den zumindest erfahrene Spieler in dieser Form nicht hinnehmen werden. Fans und Anfänger könnten jedoch am ordentlichen Gameplay durchaus Gefallen finden.

 

Oje, das hat nicht geklappt, Elfenwerk! 202407132112434d66c1d1
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Ben 10 (Nintendo DS)

von Koch Media GmbH

System: Nintendo DS

USK: Freigegeben ab 6 Jahren gem. 14 JuSchG

ASIN: B000X1AC2C

Erhältlich bei: Amazon

 

 

 


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Erstellt: 17.03.2008, zuletzt aktualisiert: 21.10.2022 08:12, 6066