Wie der größte Teil ihrer Familie ist Marissa eine Hexe. Das ist in der Stadt auch allenthalben bekannt. Außer dass ihre Cousine erkrankt, ist es eigentlich ein ganz normaler Tag. Doch als Marissa am nächsten Morgen erwacht, kommt ihr alles, was sie erlebt, irgendwie vertraut vor. Erst nach und nach begreift sie, dass sie einen Tag immer wieder mit nur kleinen Variationen erlebt. Ihre Tante Gladys, die schon vor ihrer Geburt vom Rest der Familie verstoßen wurde, scheint dabei eine Rolle zu spielen.
Spätestens seit dem Spielfilm Und täglich grüßt das Murmeltier (1993) wird das Thema eines in einer Zeitschleife feststeckenden Menschen, der das als einziger bemerkt, von Autoren immer wieder gern aufgegriffen.
Auch Christian Handel greift in seiner Fantasy-Geschichte auf diese Grundidee zurück. Hier ist eine ganze Insel vor der Küste des US-Staats Main in der Zeitschleife gefangen. Obwohl eine Hexenfamilie hier unter normalen Menschen lebt, kann man nicht von einer Urban Fantasy im eigentlichen Sinn sprechen, denn in dieser (Parallel-)Welt ist die Existenz von Hexen allgemein bekannt. Dass die jugendliche Protagonistin dabei die Person – oder wie sich später herausstellt eine von wenigen Personen – ist, die sich der Tatsache, immer wieder einen Tag zu erleben, bewusst ist, versteht sich dabei von selbst. Dass eine alte Familiengeschichte und die seit Generationen bestehende Feindschaft zu einer anderen (nicht-magischen) Familie dabei eine Rolle spielen, sind bei Stories, in deren Mittelpunkt eine Familie steht, geläufige, hier aber stimmig umgesetzte Elemente.
Wie bei einer Geschichte mit einer Protagonistin dieses Alters zu erwarten, spielt natürlich auch eine Romanze eine Rolle, wobei diese aber angenehm zurückhaltend im Hintergrund bleibt. Während der sich ständig wiederholende Tag zu Beginn fast etwas langweilig wirkt, wird es, spätestens als sich die Protagonistin dessen bewusst wird, interessant und spannend. Die Auflösung am Ende kann überraschen.
Der Autor nutzt seine Protagonistin Marissa als Ich-Erzählerin.