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Berserk Max Bd.1

Rezension von Christel Scheja

 

Einer der ersten - und auch erfolgreichsten Manga-Serien des Panini-Verlages ist wohl die Dark Fantasy Serie Berserk. Inzwischen sind 29 Bände und ein Artbook erschienen, und mit Berserk Max erscheint eine etwas preisgünstigere Neuauflage, die zwei der normalen Taschenbücher zusammenfasst. Allerdings muss man hierbei auf den Schutzumschlag und die etwas schönere Aufmachung der Einzelbände verzichten.

 

Ein schwarzer Ritter mit einem riesigen Schwert zieht einsam durch die Lande. Hinter sich lässt er eine Spur aus Blut und Tod. Er tötet gnadenlos und besitzt auch sonst eine sehr zynische Einstellung zum Leben. Die Menschen fürchten ihn und nennen ihn einen Schlächter. Dabei ist er selbst ein Gejagter.

Der skrupellose Jäger namens Guts trägt ein dämonisches Mal am Hals, das Kreaturen der Unterwelt wie magisch anzieht, so dass er nie wirklich Frieden findet. Er muss immer auf der Hut sein und jedem misstrauen. Abgesehen hat er es vor allem auf mächtigere Dämonen, wie den Anführer einer brutalen Söldnertruppe, die sich in einer friedlichen Stadt niedergelassen haben und nun die einfachen Menschen terrorisieren. Der Fürst erkauft sich seinen Frieden mit Menschenopfern. Guts macht dem allen nach Gefangenschaft und Folter ein Ende, aber wirklich danken kann und will es ihm keiner.

Nur der Elf Puck scheint mehr als den Mörder in ihm zu sehen und schließt sich ihm an. Er muss schnell feststellen, dass das Leben mit seinem neuen Freund nicht gerade einfach ist. Er zieht ständig das Böse an, bringt Unschuldigen dadurch den Tod und liebt es geradezu die mächtigeren Dämonen herauszufordern. Denn auch in der nächsten Stadt, wo Ketzer und Hexen unter dem Schwert des Scharfrichters sterben meint Guts Ärger machen zu müssen, um die dunklen Kreaturen herauszufordern...

 

Nicht umsonst ist der Manga eingeschweißt, denn sein Inhalt ist nicht gerade etwas für zarte Gemüter. Da werden Körper gespalten, Gliedmaßen und Gedärme fliegen durch die Gegend, Gewalt und Grausamkeit scheint zum Leben in dieser mittelalterlichen Welt zu gehören. Beginnt eine Szene friedlich, so bleibt sie das nicht unbedingt sehr lange. Die realistischen und naturalistisch detailgetreuen Zeichnungen unterstützen noch die brutale Geschichte vom Kampf eines einsamen Rächers in einer lebensfeindlichen Welt voller Dämonen. Horror pur möchte man meinen - aber dieser heftige Auftakt täuscht über die weiteren Bände hinweg. Dieser Band besteht zwar überwiegend aus aneinandergereihten Metzelszenen, die keinen Sinn zu ergeben scheinen, aber schon in den nächsten Bänden wird sich das ändern, wenn Kentaro Miura einen Bogen zurück zum Anfang schlägt und in einer großzügigen Rückblende erzählen wird, wie und warum Guts so geworden ist, wie er in diesem Band auftritt. Und das besitzt weit mehr Spannung und Tiefe als diese erste Ausgabe.

 

Freunde realistischer Zeichnungen werden an Kentaro Miuras Stil ihre Freude haben. In Punkto Anatomie und Detailreichtum kann er mit den meisten Francobelgiern mithalten, einzig die Gesichter wirken durchweg sehr weich und kindlich, was manchmal gar nicht so recht passen will.

Von der Geschichte her ist gerade dieser Band nicht unbedingt eine Offenbarung, man sollte der Serie aber trotzdem noch eine Chance geben, denn gerade in den nachfolgenden Ausgaben beweist der Künstler, dass er noch mehr kann, als nur brutale Action zu zeichnen. Die Abenteuer Guts' mit dem Söldnerführer Griffith und seinen Falken gehören zu den besten Fantasy-Mangas, die ich je auf Deutsch gelesen habe.

 

Von der Aufmachung her ist die Neuausgabe eher schlicht - man verzichtet auf den schönen Schutzumschlag - vom Inhalt ist er aber identisch mit dem früheren Ausgaben.

 

Eure Meinung:


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Comic:

Berserk Max Bd.1

Text/Zeichnung: Kentaro Miura

Panini /Planet Manga, 2006

Taschenbuch, s/w

Übersetzung aus dem Japanischen von Holger Hermann Haupt

400 Seiten Preis: 10,00 EUR

ISBN 3-86607-171-X

Erhältlich bei Amazon


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Erstellt: 21.03.2006, zuletzt aktualisiert: 15.09.2018 12:40